Test Buchungs­portale Hier buchen Sie am besten Hotel und Ferien­wohnung

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Test Buchungs­portale - Hier buchen Sie am besten Hotel und Ferien­wohnung
© Westend61 / hsimages

Hotel oder Ferien­wohnung buchen: Auf den meisten Portalen klappt das gut. Manche geben Rätsel auf oder machen Stress. Wie Sie entspannt zum Ziel kommen.

Test Buchungs­portale Testergebnisse für 15 Portale für Ferien­unterkünfte 01/2020

Rätselhafte Treffer­liste

Mehr als jede zweite Urlaubs­reise wird heute übers Internet gebucht, schätzt der Verband Internet Reise­vertrieb. Der Besuch auf dem Online-Buchungs­portal erspart den Gang ins Reisebüro. Kundenbe­wertungen ersetzen die Empfehlungen des Beraters.

Aus Kundensicht klappt das gut bis befriedigend. So lauten die Urteile für die 15 Portale im Test. Es ging um diese Fragen: Sind die Treffer­listen informativ? Lassen sich Kundenbe­wertungen nach­voll­ziehen? Wie viel Druck üben die Portale auf die Nutzer aus, klappen Buchen und auch Stornieren reibungs­los? Können Kunden bei Problemen leicht Kontakt zu den Portalen aufnehmen? Doch der Reihe nach.

Unser Rat

Testsieger der Portale mit Schwer­punkt Hotels ist Expedia, knapp gefolgt von Booking.com und Hotels.com. Auch die drei weiteren Hotelportale schneiden gut ab. Bei den Portalen mit Schwer­punkt Ferien­wohnungen gilt das nur für Airbnb und FeWo-direkt.

Rätselhafte Treffer­liste

Reiseziel und -zeitraum eingeben: Schon spucken die Portale Dutzende Unterkünfte aus. Die informativste Treffer­liste lieferte Expedia − von der Preis­auszeichnung bis zu Sehens­würdig­keiten in der Nähe. Doch Nutzer erkennen nicht immer, warum eine Unterkunft oben steht. Die vorderen Plätze heißen auf manchen Portalen „Top-Empfehlung“ oder „Der beste Deal des Tages“. Sind das die güns­tigsten oder die am besten bewerteten Unterkünfte?

Sortieren Sie um

Es kann auch vorkommen, dass Hotels für ihre Platzierung bezahlt haben. Expedia schreibt „Gesponsert“ auf solche Einträge, außerdem steht da: Die gezahlte Kommis­sion beein­flusse „möglicher­weise unsere Sortier­folge“. Bei Booking.com weist nur ein Daumen auf Sponsoring hin – die Erklärung erscheint erst, wenn die Maus drüberfährt. Andere erklären ihre Listen gar nicht.

Nicht alle Kunden erhalten dieselben Sucher­gebnisse. Denn die Portale werten die digitalen Spuren der Nutzer aus − vom Cookie bis zum Browser­verlauf. Die Kunden sollen so am besten gleich die Unterkünfte sehen, die ihren Geschmack treffen.

Tipp: Buchen Sie nicht einfach, was ein Portal Ihnen als bestes Angebot vorsetzt. Sortieren Sie neu − zum Beispiel nach Preis oder Kundenbe­wertung.

Ausgebucht?

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Torschluss­panik. Manche Portale vermitteln den Eindruck, das Angebot sei knapp und die Kunden­nach­frage hoch. Das kann Nutzer unter Druck setzen.

87 Leute sehen sich gerade Ihr Hotel an! Nur noch ein Zimmer übrig! Mit dieser Masche drängen vor allem Portale mit Hotel­schwer­punkt zu einer schnellen Buchung. Agoda setzt rote Banner über Treffer­listen: „Beeilung! 73 % aller Unterkünfte auf unserer Seite sind ausgebucht!“

Fragen Sie beim Hotel direkt

Booking.com listet auch bei ihm ausgebuchte Hotels und schreibt: „Sie haben es verpasst!“ Bei Airbnb steht über manchen Treffer­listen „Wir empfehlen dir, bald zu buchen“. Einzelne Unterkünfte seien ein „seltenes Fund­stück“ und „normaler­weise ausgebucht“. Solche „Knapp­heits­indikatoren“ führten zu Abzügen bei unserer Bewertung der Treffer­liste und der Buchung.

Tipp: Ist Ihr Traumhotel auf einem Portal ausgebucht, versuchen Sie es auf einem anderen – die Angabe „kein Zimmer mehr verfügbar“ darf sich nämlich nur auf das eigene Portal beziehen. Oft lohnt es sich auch, Hotels oder Gast­geber direkt zu kontaktieren (Preisvergleich: Direkt beim Hotel buchen, kann Geld sparen).

Kundenbe­wertungen

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Unter­kunfts­bewertungen. Wie die Gesamt­note entsteht, bleibt Nutzern und Nutze­rinnen oft unklar. © Getty Images / EyeEm, Stiftung Warentest (M)

Was frühere Besucher über eine Unterkunft geschrieben haben, gibt oft den Ausschlag für oder gegen eine Buchung: Schimmelte die Dusche, lag der Strand wirk­lich vor der Tür? Worauf sollte man achten, was fehlte, was über­raschte?

Alle Hotelportale im Test versuchen, gekaufte Lobhudeleien zu verhindern: Wer eine Unterkunft bewerten will, muss selbst dort gewesen sein. Bei den Portalen für Ferien­wohnungen gilt das nur für fünf von neun: Airbnb, Atraveo, BestFewo, E-Domizil und FeWo-direkt. Auch Gerichte urteilen gegen Unternehmen, die den Portalen manipulierte Bewertungen unterjubeln.

Lesen Sie zuerst die Schlechten

Wie ein Portal eine Gesamt­note für eine Unterkunft berechnet, können Nutzer nicht immer nach­voll­ziehen. Ist eine 8,9 ein Durch­schnitts­wert? Wie fließen Einzelnoten ein, etwa für Sauber­keit oder Ausstattung? Fallen Anzahl und Aktualität der Bewertungen ins Gewicht? Casamundo, FeWo-direkt und Tourist-online sind in diesem Punkt sehr intrans­parent. Unsere Note: mangelhaft.

Tipp: Prüfen Sie, auf wie vielen Bewertungen das Gesamt­urteil beruht, wann die Unterkunft zuletzt bewertet wurde und wer sie bewertet hat. Auf einigen Portalen können Sie die Bewertungen danach filtern, ob sie von Allein- oder Geschäfts­reisenden, Paaren oder Familien stammen sollen.

Lesen Sie zuerst die schlechten Bewertungen. Beschreiben die Nutzer einen touristischen Albtraum? Oder bemängeln sie Kleinig­keiten, die Ihnen nichts ausmachen würden? Es ist ein Unterschied, ob Kakerlaken unterm Bett raschelten oder der Champagnerkühler fehlte.

Buchen und stornieren

Die Portale sollten Anfrage, Buchung und Stornierung schnell und eindeutig bestätigen. Unter den Hotelportalen klappte das am besten bei Booking.com, von den Portalen für Ferien­wohnungen bei Airbnb.

Über­prüfen Sie die Bestätigung

BestFewo bestätigte weniger als die Hälfte der Stornierungen am selben Tag. Das Portal hatte zudem – wie HRS Holidays – eine unver­bindliche Anfrage für eine Storno­versicherung voreinge­stellt. Kunden müssen diese Option aktiv abwählen.

Tipp: Achten Sie darauf, dass ein Portal genau bestätigt, was Sie storniert haben. Falls Sie mehrere Zimmer gebucht haben, müssen Sie sie manchmal einzeln stornieren.

Fragen und reklamieren

Auf fast allen Portalen finden Nutzer für Rück­fragen oder Reklamationen schnell Kontakt­möglich­keiten. FeWo-direkt und HRS bieten auch Hilfe per Chat an.

Wer suchet, der findet − meist

Bei Agoda oder Booking.com kann nur individuelle Fragen stellen, wer registriert ist oder bereits gebucht hat. Airbnb und Expedia zwingen Ratsuchende erst durch ein Labyrinth aus Text­bausteinen.

Tipp: Werfen Sie einen Blick ins Impressum und in die AGB. Ein Gerichts­stand außer­halb Deutsch­lands kann bedeuten, dass Kunden einen Rechts­streit im Ausland führen müssten. Gerichts­stand von Booking.com etwa sind die Nieder­lande.

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76 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

doerrhoefer am 08.11.2022 um 19:23 Uhr
Hotel direkt billiger als mit Booking.com

Gut 100 Euro hätte ich gespart, wenn ich statt bei Booking.com direkt beim Hotel gebucht hätte. Allerdings ging das online nicht und ich hätte erst im Hotel anrufen müssen, um mir ein Angebot geben zu lassen. Den Preisunterschied (grob 1600 statt 1700 Euro) habe ich leider erst richtig realisiert, als ich vor Ort das Hotelprospekt in der Hand hatte.
Auf meine Reklamation hin bzgl. Best-Preis-Garantie hat Booking.Com zwar schnell reagiert, immer mehr Infos gefordert und dann letztlich abgelehnt. Wenn man sich das Kleingedruckte zur Garantie ansieht, ist es sehr unwahrscheinlich, dass man ein Angebot findet, was absolut identisch in allen der vielen geforderten Punkte ist...
FAZIT: selber sich mehr Arbeit machen, wenn man vielleicht sparen möchte...

Biologe am 28.10.2022 um 21:04 Uhr
Unverständlich, daß AirBnB so gut bewertet wurde

- Die Angebote lassen sich kaum filtern oder sortieren
- Wenn man das erste Mal bucht, erhält man am nächsten Tag die Nachricht, daß die Buchung storniert wurde, weil kein Ausweisdokument und Foto hochgeladen woren seien. Das würde bei der Buchung aber nicht zwingend gefordert
- Wenn man ein messerscharf aufgenommenes Ausweisfoto hochlädt, erhält man die Nachricht, das Bild sei unscharf, und man müsse ein neues liefern. Auch weitere Versuche mit anderen völlig scharfen Bildern schlugen fehl. Ich habe aufgegeben und einen anderen Anbieter verwendet. Viel Zeit für nichts verplempert.

marvingordon am 12.10.2022 um 00:27 Uhr
Airbnb und Verifizierung

Liebes Stiftung-Warentest Team,
Sie haben in Ihrem Test "Portale für Ferien­unterkünfte 01/2020" bei Airbnb bei "Defizite im Klein­gedruckten" "sehr gering" stehen. Ich weiß zwar nicht, wie die Nutzungsbedingungen zu dem Zeitpunkt aussahen, aber so wie ich das aufgrund einer kurzen Recherche im Netz gesehen habe, war damals auch die Identifizierung per Ausweis quasi notwendig. Für mich ist das kein geringes Defizit. Mich würde Ihre Einordnung dazu interessieren, vor allem vor dem Datenschutzhintergrund. Vielen Dank!

Profilbild Stiftung_Warentest am 29.08.2022 um 15:10 Uhr
Booking + AirBnB

@Diplom-Ingenieur: Bei unseren Überprüfungen der Portale haben wir folgende Kriterien untersucht: Buchung und Stornierung: 50 %, Suche: 20 %, Unter­kunfts­bewertungen: 20 %, Website: 10 %. Wir haben Ihren Hinweis registriert. Praxisbeispiele sind für uns immer interessant.

Diplom-Ingenieur am 29.08.2022 um 14:28 Uhr
Booking + AirBnB stornieren um Preis hochzutreiben

Hallo test-Team,
ich habe nun schon zum 3. Mal erleben müssen, wie meine Buchungen bei Booking.com und AirBnB einfach unter einem Vorwand storniert wurden, um anschließend das gleiche Objekt zum gleichen Zeitraum für einen höheren Preis anzubieten.
Wie kann so ein Geschäftsgebahren mit "GUT" bewertet werden?
Egal ob für Geschäftsreisen oder Familien-Urlaub - man muss sich doch auf eine Buchung verlassen können, oder?
Natürlich haben die Portale überhaupt kein Interesse daran, so etwas zu unterbinden - denn höhere Preise bringen ja höhere Provisionen.
Aber diese Unzuverlässigkeit sollte unbedingt als Abwertung in das Bewertungsurteil einfließen!