Bluetooth-Laut­sprecher im Test

Technik und Tipps – für guten Sound

Bluetooth-Laut­sprecher im Test - Die besten Bluetooth-Boxen
Eine starke Verbindung. Handy und Bluetooth-Laut­sprecher lassen sich komfortabel koppeln. Meist lassen sich auch mehrere Boxen miteinander verbinden. © Getty Images / Oliver Rossi, Stiftung Warentest / Ralph Kaiser (M)

Kann ich mehrere Laut­sprecher kombinieren? Beherr­schen WLan-Laut­sprecher auch Bluetooth? Was sind die Vorteile von MP3? Wir beant­worten Ihre Bluetooth-Fragen.

Bluetooth-Laut­sprecher im Test Testergebnisse für 63 Bluetooth-Laut­sprecher

Inhalt

Das wichtigste zur Kopp­lung

Wie kopple ich die Bluetooth-Box mit dem Zuspielgerät?

Alle Laut­sprecher im Test lassen sich mit Android- und iOS-Smartphones sowie mit anderen Bluetooth-fähigen Zuspielern manuell koppeln. Und so lässt sich das Handy mit dem Laut­sprecher verbinden:

  • Zuerst schaltet der Nutzer die Bluetooth-Funk­tion am Smartphone ein und drückt die Bluetooth-Taste am Laut­sprecher. Dieser sendet über Funk seinen Namen, den das Smartphone dann im Bluetooth-Menü unter „verfügbare Geräte“ anzeigt.
  • Nach einem Fingertipp auf den Namen des Laut­sprechers verbindet sich das Smartphone mit diesem – fertig.
Bluetooth-Laut­sprecher im Test - Die besten Bluetooth-Boxen
Einstel­lungen. In diesem Menü koppeln Sie Funk­laut­sprecher manuell.
Fingertipp. Die Funk­tion NFC einiger Handys koppelt bequem. © Stiftung Warentest

Verbinden sich Bluetooth-Laut­sprecher nach der ersten Kopp­lung auto­matisch?

Das wäre komfortabel, klappt aber nicht jedes Mal. Immerhin versuchen etliche Boxen, sich nach dem Einschalten mit dem Gerät zu verbinden, mit dem sie zuletzt gekoppelt waren, etwa dem Smartphone. Der Versuch scheitert dann, wenn das Smartphone inzwischen mit einem anderen Bluetooth-Audio-Gerät verbunden war, zum Beispiel den Kopfhörern. Möglicher­weise – Fehler­quelle Nummer 2 – hat sich die Box aber bereits mit dem zuletzt gekoppelten Zuspieler verbunden (etwa dem Tablet) und will nun partout keine Verbindung zum Smartphone. Trennen Sie die Verbindung am auto­matisch gekoppelten Gerät, in diesem Fall also am Tablet.

Wie kann ich mehrere Bluetooth-Laut­sprecher verbinden?

Mit einer App des Boxen-Anbieters. Das Prinzip ist einfach: Man nehme zwei Bluetooth-Laut­sprecher, die passende App und kopple beide Boxen. Der Nutzen: Entweder teilen sich beide Boxen das Stereo­signal, sodass die Musik räumlicher wahr­genommen werden kann, oder sie geben beide das Gleiche wieder – dann hören die Party­gäste hinten im Garten das, was vorn auf der Terrasse auch läuft. Bluetooth hat aber Grenzen: Es können in der Regel nur Boxen des gleichen Anbieters verbunden werden, manchmal sogar nur Boxen eines bestimmten Modells.

Was tun, wenn keine Verbindung zustande kommt?

Solche Aussetzer können mehrere Gründe haben. Beispiels­weise eine volle „Merk­liste“: Bluetooth-Boxen merken sich die letzten verbundenen Zuspieler (Smartphone, Tablet, Notebook). Ist die Merk­liste voll, können sich manche Boxen nicht mehr mit einem neuen Gerät verbinden. Die Gebrauchs­anleitung der Bluetooth-Box beschreibt, wie Sie die Merk­liste leeren können. Das geht meist mit einem „Reset“ der Box.

Was bringen Boxen mit NFC?

Die Abkür­zung steht für Nahfeld-Kommunikation (Near Field Communication). Mit dieser Technik verbinden sich Geräte wie Smartphone und Bluetooth-Laut­sprecher ganz unkompliziert. Nutzer müssen nicht extra den Kopp­lungs­modus an der Box anstoßen und in Menüs herum­klicken. Boxen mit dieser Funk­tion tragen das NFC-Symbol. Sobald das Smartphone auf der so markierten Fläche liegt, verbinden sich beide Geräte. Der Nutzer muss sein Gerät nur kurz an eine Kontakt­fläche des Bluetooth-Laut­sprechers halten. Im Display des Smartphones poppt dann umge­hend die Frage auf: Bluetooth-Gerät koppeln? Diese wird mit einem Fingertipp auf „OK“ bejaht und schon läuft die Musik über den Laut­sprecher. Damit wird die Bluetooth-Koppelung noch einfacher.

Bluetooth-Boxen im Einsatz

Können Bluetooth-Boxen den Sound von Notebooks aufpeppen?

Ja das können sie. Wie bei Bluetooth üblich, sind beide Geräte schnell gekoppelt: Am Notebook wird Bluetooth akti­viert und an der Box der Kopp­lungs­modus gestartet, etwa durch Druck auf die Bluetooth-Taste an der Box. In der Bluetooth-Über­sicht des Notebooks taucht nun der Name der Laut­sprecherbox auf, per Mausklick können die Nutzer beide Geräte einfach koppeln. Dem Notebook-Klang wird das gut tun, denn dessen einge­baute Laut­sprecher können im knapp geschnittenen Computer­gehäuse nur schwer einen guten Klang entwickeln. Je größer die gekoppelte Bluetoothbox ist, desto größer der Gewinn beim Ton.

Wie weit reicht Bluetooth?

Früher konnten Bluetooth-Geräte bis zu zehn Meter über­brücken, heute oft bis 100. Das gilt aber nur für optimale Bedingungen im Freien. Wände – insbesondere feuchte Rigips- und Stahlbetonwände – schränken die Reich­weite deutlich ein. Geräte koppeln sich nicht oder die Verbindung reißt bei der kleinsten Bewegung ab.

Bluetooth oder doch lieber WLan?

WLan ist vor allem für den Einsatz daheim gedacht. Über den heimischen WLan-Router können WLan-fähige Computer oder Media­server Musik zuspielen – auch auf mehrere, in verschiedenen Zimmern verteilte Funk­laut­sprecher. WLan-Lautsprecher werden wie jedes andere Netz­werk-Gerät mit dem Router verbunden. Das geht entweder über die manuelle Eingabe des WLan-Schlüssels, je nach Router und Modell aber auch per Knopf­druck über WPS (Wi-Fi Protected Setup). Einmal einge­richtet, bleibt die WLan-Verbindung bestehen.

Bluetooth-Boxen eignen sich auch für unterwegs, denn sie verbinden sich direkt mit allen Geräten, die Audio per Bluetooth ausgeben können – zum Beispiel Smartphones, Tablets oder Notebooks. Dafür ist kein WLan-Router oder WLan-Repeater erforderlich. Ein Nachteil: Bluetooth über­trägt Audio nicht unkomprimiert – aus der Sicht audiophiler Zeitgenossen eine Sünde. WLan ermöglicht dagegen auch „Streaming“ mit hoher Qualität.

Verschlechtert Bluetooth-Über­tragung die Musik?

Die von der Stiftung Warentest geprüften Bluetooth-Laut­sprecher klingen bei einer Musik­über­tragung via Bluetooth nicht schlechter als beim Zuspiel von der CD via Kabel. Wie stark die Audiodatei bei der Bluetooth-Über­tragung komprimiert wird, fällt weniger ins Gewicht. Die Tonqualität hängt vor allem von der akustischen Qualität der Laut­sprecher ab. Viele Bluetooth-Boxen über­tragen Musik inzwischen so, wie auf hohe Qualität bedachte Streaming-Dienste sie liefern: Sie komprimieren die Musik dann nicht.

Guter Sound und wie wir Sound bewerten

Was ist das Besondere an MP3?

Das Verfahren MP3 ist vor allem deshalb so beliebt, weil es universell ist. Praktisch jedes Gerät kann es abspielen, jeder Streaming­dienst bietet es – selbst wenn parallel klang­lich bessere Formate angeboten werden, etwa für zahlende Kunden. Dieses in Deutsch­land entwickelte Verfahren komprimiert Musik mit mehr oder weniger hörbaren Klang­einbußen. Je höher die Daten­rate ist (etwa 192 kHz statt 48 kHz bei manchen Internet-Radio­stationen), desto weniger fallen Klang­einbußen auf. Selbst bei der schon recht hoch­wertigen Komprimierung des Audio­signals mit 192 kHz schrumpft die Dateigröße im Vergleich zur CD (unkomprimiert) um etwa 85 Prozent.

Sind Bewertungen für den Ton verschiedener Produkt­gruppen vergleich­bar?

Inner­halb eines Tests ja. Unterschiedliche Produkt­gruppen bewertet die Stiftung Warentest aber differenziert. Konkret: Im Vergleich zu einer guten Hifi-Anlage würden Soundbars, WLan-Lautsprecher und Bluetoothboxen wahr­scheinlich deutlich schlechter abschneiden – und trotz deutlicher Klang­unterschiede inner­halb der jeweiligen Produkt­gruppe annähernd gleich schlechte Noten erhalten.

Bluetooth-Laut­sprecher im Test Testergebnisse für 63 Bluetooth-Laut­sprecher

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98 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Saimondo am 24.10.2021 um 18:43 Uhr
Verblindetes Testen wäre super!

Danke für den interessanten Test. Allerdings wäre es ziemlich wichtig, die akustische Qualität nur zu bewerten, während der Tester nicht sieht, welches Modell er vor Augen hat. Dies findet am besten mit mindestens zwei Durchgängen, um Abzubilden, wie viel Unsicherheit oft dabei ist (gerade auf "Experten", die gut bezahlt sind, lastet sonst ein Druck, irgendwas profimäßig ganz deutlich zu erkennen, was objektiv verbindet schon nicht mehr so deutlich ist). Entweder mit Sichtschutzbrille oder in einem dunklen Raum. Egal, was die Tester für Ausflüchte auch haben mögen, dies wäre wirklich essentiell!

Achim137 am 18.09.2021 um 08:05 Uhr
Testsieger Bose überzeugt nicht

Vor einigen Monaten habe ich mir den Testsieger Bose Soundlink Revolve+ II gekauft und bin etwas enttäuscht. Ich empfinde den Sound als zu dumpf, der Bass ist ziemlich stark, aber klingt schlecht. Das liegt natürlich auch an den physikalischen Grenzen von kleinen Boxen, aber leider enthält die App keinen Equalizer zum Herunterregeln des Basses.

Zarentest am 17.08.2021 um 22:35 Uhr
Bose SoundLink Revolve+ II tolles Produkt

Der Bose SoundLink Revolve+ II (Heft 06/2021, Gerät Mitte August 2021 für 243 Euro gekauft) funktioniert auch mit einem älteren Mac unter OS X 10.10.5 störungsfrei, im Gegesatz zum Teufel Rockster Cross (Heft 08/2020). Die Eignung zum Transport sehe ich beim Bose (knapp 1 kg, mit Henkel, passt in Rucksack) um zwei Notenstufen besser als beim genannten Teufel-Gerät.

Profilbild Stiftung_Warentest am 09.08.2021 um 12:16 Uhr
Stiwa-Veröffentlichungen aus dem Ausland kaufen?

@Zarentest: Wir bieten Print-Produkte auch im Ausland an. Also Hefte, Heft-Abos, Bücher und Ratgeber. Die Flatrate für den kompletten Zugriff auf alle Tests auf test.de bieten wir fürs Ausland als Kombi-Abo mit einem Print-Abo an. Aber es Stimmt: Reine digitale Produkte bieten wir bislang nur im Inland an. (Bu)

Zarentest am 06.08.2021 um 20:24 Uhr
Digitale Kleinstaaterei?

Es ist offensichtlich eine politische Entscheidung der Stiftung Warentest, ihre Dienstleistungen nicht in anderen Ländern wie CH oder AT anzubieten. Das sollte man klar aussprechen. Halbgare Erklärungen, die sich hinter angeblicher Steuerbürokratie verstecken, bringen da nichts.
Die digitale Verkaufssperre für Nachbarländer ist bedauerlich und widerspricht der europäischen Idee.
Viele aktuelle Tests auf test.de weisen ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit auf. Die Bewertungen scheinen ausgewogen. Wenn Apps von ActionCams private Aufnahmen etc. an Werbeindustrie und Datenhändler senden, ist eine deutliche Abwertung nur konsequent. Wenn die Hersteller von Convertibles bei vierstelligen Kaufpreisen an der Kamera sparen, kann es ebenfalls kein Sehr gut geben. Die Tests sind detailliert genug, damit man die Ergebnisse nach eigenen Kriterien gewichten kann, zum Beispiel, wenn man in Sonnencremes auf das potentiell bedenkliche Octocrylen verzichten möchte.