In keiner Branche wird so rücksichtslos mit Rabatten geworben wie im Teppichhandel. Vor allem wenn Händler für ein bis zwei Wochen Turnhallen, Gaststätten, Lagerhäuser mieten und mit "Geschäftsauflösung, Lagerräumung" werben, sind die durchgestrichenen Altpreise meist pure Phantasie. Angebliche Ersparnisse von 70 Prozent sind in Prospekten gängiger Standard, fand die Bad Homburger Wettbewerbszentrale heraus. Selbst die reduzierten Preise übersteigen das, was die Teppichgeschäfte vor Ort nehmen, oft um das Vierfache. Beispiel: "Kaschmir 191 x 123 cm, statt 6.300 Mark jetzt 3.100 Mark", hieß es im Prospekt. Doch im Fachgeschäft kosteten ähnliche Fußabtreter nur 740 Mark und im Einkauf wurden sie als billige Meterware zu 300 Mark gehandelt.

Tipp: Bei einem auffälligen Missverhältnis, wenn der Preis den Warenwert um das Dreifache übersteigt, kann ein bereits getätigter Kauf sittenwidrig sein.

Dieser Artikel ist hilfreich. 168 Nutzer finden das hilfreich.