Teo - Was taugt die neue Banking-App?

„Life­style-Bank­ing“ verspricht die neue Teo-App. Doch etliche Nutzer dürfte die Funk­tions­vielfalt der App eher verwirren.

Einige Sparda-Banken wollen ihre Kunden von der bisherigen Sparda-App auf die Banking-App Teo umstellen. Unser dazu im Dezember erschienener Schnell­test wurde von den Entwick­lern der App kritisiert und hat zu vielen Fragen durch unsere Leser geführt. Mitt­lerweile haben die Entwickler die App und die Daten­schutz­bestimmungen über­arbeitet. Deswegen haben wir die Teo-App in der aktuellen Version erneut geprüft. Hier die Ergeb­nisse.

Neue Banking App für Sparda-Kunden

Kunden der Sparda-Banken Augs­burg, Baden-Württem­berg, München und Nürn­berg sollen ihre Bank­geschäfte künftig ausschließ­lich über die Teo-App erledigen. Die bisher von den Kunden dieser Banken genutzte Sparda-App wird mittel­fristig nicht mehr unterstützt. Die Teo-App gibt es für Android- und iOS-Geräte. Nutzer können sie kostenlos in den App-Stores von Google und Apple herunter­laden.

Wichtig: Kunden anderer Sparda-Banken sind nicht gezwungen, die neue App zu verwenden. Sie können die Teo-App aber – wie auch andere Banking Apps von Dritt­anbietern – für das Online Banking nutzen.

Was hat die Teo-App zu bieten?

Viele Funk­tionen. Die App bietet sehr viele, teils durch­aus sinn­volle Funk­tionen. Sie wirkt aber insgesamt etwas über­laden. Nutzer können unter anderem Finanz­produkte und Versicherungen hinterlegen, Verträge für Gas, Strom oder Mobil­funk verwalten und sogar mit Erinnerungs­funk­tion zu Kündigungen versehen.

Multi­banking möglich. Eine deutliche Verbesserung zur Sparda-App: Mit Teo ist auch Multi­banking, also das Verwalten von Konten unterschiedlicher Banken, möglich. Das ist praktisch für Menschen, die neben einem eigenen Konto bei der Sparda-Bank auch noch ein oder mehrere Konten bei anderen Banken haben.

Junge Zielgruppe. Einige Funk­tionen der App wirken bemüht jugend­lich. So läuft die Budgetplanung über sogenannte „Sparboxen“, und das „Finanzwetter“ zeigt an, wie die finanzielle Lage des Nutzers gerade ist. Läuft alles nach Plan oder besser, erscheint ein Sonnen-Icon. Bei einem eher mittel­mäßigen finanziellen Status sind Wolken zu sehen, bei Engpässen das Regen-Icon. So stellen sich die Teo-Entwickler offen­bar „die bunte Welt des Life­style-Bank­ings“ (Werbe­video) vor.

Unwirk­same Klauseln in den Nutzungs­bedingungen

In den Allgemeinen Nutzungs­bedingungen der Teo-App entdeckten wir mehrere Klauseln, die aus unserer Sicht recht­lich unwirk­sam sind. Grund­sätzlich gilt: In den Bedingungen können vom Gesetz abweichende Rege­lungen vereinbart werden, allerdings nur, wenn der Nutzer nicht über Gebühr benach­teiligt wird. Dies ist bei einigen der von uns über­prüften Klauseln der Fall. Werden Nutzer durch bestimmte Klauseln über Gebühr benach­teiligt, treten auto­matisch die für sie güns­tigeren gesetzlichen Rege­lungen in Kraft. Trotzdem kann dies im Streitfall viel Ärger für den Kunden bedeuten. Folgende Klauseln halten wir für unwirk­sam:

  • Der Zugang eines Nutzers kann vom Anbieter nach eigenem Ermessen ohne Angabe von Gründen gesperrt werden. App-Dienste können zum Teil oder komplett einge­stellt werden. Wann, wie lange und unter welchen Voraus­setzungen Dienste einge­stellt werden, bleibt offen. Für den Nutzer ist in der Folge nicht immer sicher, ob sie die App für ihre Bank­geschäfte nutzen können.
  • Für Minderjäh­rige bleibt unklar, unter welchen Voraus­setzungen sie sich registrieren und die App nutzen können. Es wird nicht deutlich, welche Rolle die Eltern bei der Registrierung und Nutzung der App spielen.
  • Der Nutzer der App ist allein für jede Aktivität, die mit seinen Zugangs­daten ausgeführt wird, voll verantwort­lich. Der Entwickler schließt damit seine Haftung aus – auch für Schäden, die er möglicher­weise selbst zu vertreten hat, zum Beispiel bei nicht ausreichenden Sicher­heits­maßnahmen.
  • Grund­sätzlich kann der App-Nutzungs­vertrag gekündigt werden kann. Allerdings lässt sich für den Kunden aus den Nutzungs­bedingungen nicht mit der erforderlichen Eindeutig­keit entnehmen, welche Kündigungs­frist gilt.
  • Darüber hinaus enthalten die Nutzungs­bedingungen Rege­lungen zum Daten­schutz, die nicht dorthin, sondern in die Daten­schutz­bestimmungen für die App gehören.

Kritik der App-Entwickler am Schnell­test aus Dezember

In der ersten im Dezember veröffent­lichen Fassung unseres Schnell­tests fielen vor allem Daten­schutz und Daten­sicherheit der App negativ auf. Unser Beitrag wurde von den Entwick­lern der App kritisiert. Da wir Beschwerden und Anregungen von Anbietern und Herstel­lern grund­sätzlich ernst nehmen, haben wir die Teo-App ein zweites Mal geprüft. Dabei stellten wir fest:

  • Für die Beur­teilung der Daten­sicherheit einer App über­prüfen wir auch die dazu­gehörigen Daten­schutz­bestimmungen. Die von uns untersuchten Bestimmungen waren zum Zeit­punkt der Veröffent­lichung unseres Schnell­tests nicht mehr aktuell. Bei Veröffent­lichung galten bereits aktuel­lere Bedingungen. Insofern bezogen sich unsere Schluss­folgerungen auf veraltete Rege­lungen.
  • Die Webseite goteo.de ist entgegen unserer ursprüng­lichen Aussage keine Webversion der Teo-App. Online Banking ist auf goteo.de nicht möglich. Daher hätten die Daten­schutz­bestimmungen auf goteo.de nicht Teil unserer ersten Unter­suchung sein dürfen. Weil das für die Experten der Stiftung Warentest aufgrund des Aufbaus der Webseite nicht ohne weiteres erkenn­bar war, hat der Anbieter inzwischen nachgebessert.

Umgang mit Daten wenig problematisch

Beim Umgang der App mit Nutzer­daten gibt es nur wenig zu bean­standen.

  • Kritisch ist aus unserer Sicht, dass die iOS-Variante der App die Provid­erkennung des vom Kunden genutzten Endgeräts über­mittelt. Für das Funk­tionieren der App ist das irrelevant, so dass diese Daten unnötig erhoben werden.
  • In den Teo-Daten­schutz­bestimmungen sind uns einzelne kritikwürdige Punkte aufgefallen. So greifen die Entwickler ebenso wie viele andere App-Anbieter auf Dienste von Google zurück, zum Beispiel Google reCaptcha. Dabei werden Daten in die USA über­mittelt. Auch wenn die Über­mitt­lung personenbezogener Daten zur Zeit von einigen deutschen Daten­aufsichts­behörden toleriert wird, entspricht das Daten­schutz­niveau in den USA nicht das der in der Europäischen Union (zum Hintergrund: Privacy Shield - EuGH kippt Datenschutzabkommen mit USA). Ein Hinweis darauf, dass die IP-Adresse an Google über­mittelt wird, fehlt völlig.
  • In den Daten­schutz­bedingungen wird darauf hingewiesen, dass Nutzer­daten für Umfragen genutzt werden, aber es ist unklar, welche Daten damit gemeint sind.
  • Ob die Entwick­lerfirma Comeco als Anbieter der App bei der Verwaltung von Konten, die nicht zur Sparda Bank gehören, Verantwort­licher oder Auftrags­ver­arbeiter im Sinne der Daten­schutz­grund­ver­ordnung (DSGVO) ist, ist für den Nutzer nicht zu erkennen. Diese Abgrenzung ist aber entscheidend für die Frage, wer für die Einhaltung der gesetzlichen Daten­schutz­bestimmungen verantwort­lich ist und wie Nutzer ihre Rechte nach der DSGVO in der Praxis ausüben können und an wen sie sich dafür wenden müssen.

Fazit: Etwas über­laden, Nutzungs­bedingungen teil­weise unwirk­sam

Die Teo-App bietet enorm viele Funk­tionen. Das kann User über­fordern, die mit der App nur Über­weisungen machen und ihren Konto­stand checken wollen. Wer seine kompletten Finanzen mit einer App verwalten möchte, findet mit der Teo-App einen alltags­tauglichen Begleiter. Die Hinweise zum Daten­schutz könnten an einigen Stellen klarer sein. Kritischer sehen wir die Nutzungs­bedingungen der Teo-App. Der Anbieter verwendet zum Teil unwirk­same Klauseln.

Dieser Schnell­test ist im Dezember 2020 erschienen. Er wurde am 23. März 2021 voll­ständig aktualisiert.

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