Ihr Recht beim Teleshopping: Zwei Wochen Bedenkzeit per Gesetz

Man mag über den Einkauf per Telefon denken, was man will – aus rechtlicher Sicht ist er besser als der Gang ins Kaufhaus. Denn während der Umtausch beim Einkauf im Laden von der Kulanz des Händlers abhängt, gibt es bei Bestellungen aus der Ferne seit Ende Juni 2000 ein gesetzlich verbürgtes Widerrufsrecht.

Rücksendung unproblematisch

Zwei Wochen hat jeder Zeit, die erhaltenen Waren wieder zurückzusenden – ohne Angabe von Gründen. Damit soll die im Laden selbstverständliche Bedenkzeit nachgeholt werden. Die Frist beginnt erst mit Erhalt der Belehrung über dieses Widerrufsrecht, in der Regel bei Lieferung des Artikels. Hat der Versender bis dahin nicht auf das Widerrufsrecht hingewiesen, verlängert sich die Rückgabefrist auf sechs Monate.

Geht die Ware auf dem Rückweg zum Versender verloren, ist das dessen Problem. Für die Rücksendekosten gilt: Porto zahlt Empfänger! Nur bei Waren für bis zu 40 Euro darf die Firma die Portokosten auf den Kunden abwälzen. Darauf muss sie dann aber auch schon vor der Bestellung hingewiesen haben.

Ausnahmen vom Widerrufsrecht

Gesetzlich ausgeschlossen ist die Rücksendung bei Sonderanfertigungen und Waren, die wegen ihrer Beschaffenheit nicht für eine Rücksendung geeignet sind, etwa weil sie verderben können. Im Telehandel am bedeutsamsten ist der Ausschluss des Widerrufs für versiegelte Musik-CDs, DVDs, Videos und Software, deren Versiegelung vom Besteller aufgebrochen wurde.

Während der Widerruffrist darf man die Ware normalerweise benutzen, ohne dafür im Falle der späteren Rücksendung eine Entschädigung zahlen zu müssen. Seit Januar 2002 haben die Versender zwar laut Gesetz die Möglichkeit, sich einen durch die Benutzung entstandenen Wertverlust vom Besteller ersetzen zu lassen. Eine Entschädigung gibt es aber nicht schon nach dem Auspacken der Ware zur Besichtigung oder nach der ersten Anprobe. Bei längerem Gebrauch darf eine Nutzungsentschädigung nur dann verlangt werden, wenn das vertraglich vereinbart und auf diese Klausel bereits vor der Bestellung verwiesen wurde. Kommt der Hinweis erst mit Lieferung der Ware, ist das zu spät.

Das gilt für alle allgemeinen Geschäftsbedingungen: Egal was der Verkäufer sagt – es gelten nur die Regeln, die vor der Order vereinbart wurden. Niemand kann durch nachgereichte Klauseln zu Zahlungen verpflichtet werden, von denen er bei der Bestellung noch nichts wusste.

Schutz auch im Ausland

Bei Bestellungen im Ausland werden deutsche Verbraucher meist durch ihr eigenes Verbraucherschutzrecht geschützt. Die deutschen Gesetze zu Widerruf und Co. gelten zumindest dann, wenn sich die ausländischen Angebote erkennbar auch an deutsche Kunden richten.

Will ein Hamburger seine Rechte per Gericht gegen einen österreichischen Versender durchsetzen, muss er dazu auch nicht in die Alpen reisen. Er kann seine Klage laut einer EU-Verordnung einfach an seinem Wohnort einreichen. Doch Achtung: Auch wenn es einfach klingt, so einen Rechtsstreit sollte man nie ohne vorherige Rechtsberatung riskieren.

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