Teleshopping Test

Sie locken mit exklusiven Angeboten und drängeln mit begrenztem Vorrat: Fernsehverkäufer fordern das schnelle Geschäft. Mit Erfolg: Rund 1,5 Milliarden Euro im Jahr setzen die Teleshops in Deutschland um. Sonderpreise sind befristet, Schnäppchen limitiert. Die Zuschauer sollen sofort bestellen. Per Telefon. Die Stiftung Warentest hats ausprobiert. Ergebnis: Die meisten Teleshops liefern schnöde Massenware. Schnäppchen sind nicht dabei. Manchmal aber teurer Schrott.

Heimtrainer kaputt

Der Universal Trainer Total Tiger sollte alle Muskelgruppen trainieren. Nun liegt er kaputt in der Ecke. Nach kurzem Training lösten sich die Rollen der Handgleiter: Das Gerät ist unbrauchbar – 133,95 Euro sind dahin. Teleshopping nennt sich diese Art, sein Geld loszuwerden. Am Bildschirm auswählen, per Telefon bestellen, mit der Post empfangen und ärgern live. Die Stiftung Warentest hat neun typische Teleshop-Artikel getestet: Heimtrainer, Messerset, Rohrreinigungsgerät, Digitalkamera, Schnellstreichsystem, Musik-CDs und Goldschmuck. Ergebnis: Einmal teurer Schrott, einmal mindere Qualität und siebenmal durchschnittliche Massenware. Nur das Schnellstreichsystem (Teleshop) und das Rohrreinigungsgerät Pango (HSE) leisteten hinreichend gute Dienste.

Kaum Schnäppchen im Programm

Der Einkauf am Bildschirm ist nicht billig. Beispiel: Das Schnellstreichsystem. Preis: 27 Euro - 19 Euro für die Ware und stolze 8 Euro für den Versand. Dazu noch Telefonkosten. Im Baumarkt sind vergleichbare Sets aus Farbrolller und Wanne billiger zu haben. Früher verkauften die Teleshops nur „exklusive“ Produkte. Heute werden auch Markenartikel angeboten, die es ebenso im Handel gibt. Das erleichtert den Preisvergleich. Schnäppchen sind selten. Vorteil der Teleshops: der bequeme Einkauf von zu Haus. Nachteil: die Katze im Sack. Ob das gekaufte Produkt etwas taugt, sieht der Kunde frühestens bei Lieferung. 15 bis 25 Prozent der bestellten Artikel werden wieder zurückgeschickt – sagen die Teleshop-Betreiber.

14-Tage-Rückgaberecht

Information und Service sind das A und O beim Einkauf am Bildschirm. Die Stiftung Warentest hat elf Teleshops untersucht. Nur vier informierten gut über Kaufbedingungen und Produkte: QVC, RTL Shop, Vector und BestDirect. Fehlen die Infos, ist Frust programmiert. Beispiel: Vector und Timelife. Hier soll der Kunde generell für die Rücksendung bezahlen – auch bei größeren Bestellungen. Ein Verstoß gegen das Gesetz. Das garantiert ein Rückgaberecht von 14 Tagen. Ohne Angabe von Gründen. Bei einem Bestellwert von mehr als 40 Euro sogar auf Kosten des Anbieters. Das Gesetz gilt seit Juni 2000. Kein Wort davon bei Telewelt und Best Direct. Die Anbieter hoffen darauf, dass der unwissende Kunde bezahlt. Auch die Rückzahlung des Kaufpreises funktioniert nur selten ohne Tadel. Die Tester registrierten oft Wartezeiten von einigen Wochen.

Drei sind mangelhaft

Noch ärgerlicher ist der Service bei TeleWelt und WS-Teleshop. Beide Anbieter behaupteten, die Rücksendung nicht erhalten zu haben. Deshalb werde der Kaufpreis nicht erstattet. Auch das ist illegal. Das Risiko beim Versand trägt der Anbieter, nicht der Kunde – so steht es im Gesetz. Drei Anbieter bereiten dem Kunden beim Kaufen und Zurückgeben so viele Probleme, dass sie mit mangelhaft bewertet wurden: Best Direct, TeleWelt und WS-Teleshop.

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