DRTV, Infomercials, Auktionen: Kaufrausch vor dem Fernseher

Neben den getesteten Sendern gibt es weitere TV-Verkaufsangebote.

DRTV: Während die getesteten Shoppingsender ihre Waren nahezu rund um die Uhr live feilbieten, erinnern andere Verkaufssendungen im Fernsehen eher an Werbespots. Sie unterscheiden sich von der klassischen Werbung durch die eingeblendete Telefonnummer, über die die Zuschauer sofort bestellen können. Diese Art des Teleshoppings wird als Direct Response Television (DRTV) bezeichnet.

DRTV-Commercials: Das sind kurze Spots von 30 bis 90 Sekunden Länge, die nur ein Produkt vorstellen, oft Bücher oder CDs. Sie werden mitunter auch in den üblichen Werbeblöcken ausgestrahlt. Ein Anbieter, der diese Art des Fernsehverkaufs nutzt, ist beispielsweise Time-Life.

Infomercials: Lange Zeit wurde Teleshopping mit amerikanischen Dauerwerbesendungen gleichgesetzt, in denen ein Pärchen, meist haarsträubend synchro­ni­siert, oft fragwürdige Waren anpreist. Auch hier kann der Kunde direkt per Telefon bestellen. Diese sogenannten Infomercials dauern zwischen 15 und 30 Minuten. Sie laufen meist nachts und am Vormittag bei kleineren Privatsendern. Vertrieben werden oft Fitness-, Heimwerker- oder Küchengeräte von möglicherweise zweifelhafter Qualität (siehe Test Teleshopping, 7/02). Anbieter sind zum Beispiel der Vector-Versand und Best Direct.

Reisesender: Mit der weiteren Digitalisierung des Fernsehens wird die Zahl der auf bestimmte Produkte spezialisierten Shoppingkanäle steigen. Zurzeit gibt es die Spezialisierung nur für Reisen, zum Beispiel den Sender Sonnenklar TV.

TV-Auktionen: Was sich im Internet nicht richtig durchsetzen konnte, scheint beim Teleshopping zu funktionieren: Rückwärtsauktionen. Veranstaltet werden sie von 1-2-3.tv, einem vor drei Jahren gegrün­deten Teleshopping-Unternehmen. Bis zu 300 Preissturz-Auktionen werden täglich via Fernsehen und Internet veranstaltet. Das Sortiment, meist Restpos­ten, Lagerüberläufe oder Überproduk­tionen, besteht zur Hälfte aus Uhren und Schmuck. Zu Beginn wird das Produkt vorgestellt, es werden die verfügbare Anzahl und der Startpreis genannt, dann fällt der Preis in gleichmäßigen Zeitintervallen. Die Auktion ist beendet, wenn alle verfügbaren Produkte weg sind. Der letzte Preis gilt für alle Käufer. Geboten wird per Telefon (99 Cent pro Minute aus dem Festnetz der Deutschen Telekom). Neuerdings gibt es auch die klassische „1-Euro-Auktion“, bei der der Höchstbietende gewinnt.

Der Auktionssender, bei dem 300 000 Kunden angemeldet sein sollen, hat im letzten Jahr 67 Millionen Euro umgesetzt und liegt damit in der Branche hinter RTL Shop (98 Millionen Euro) an vierter Stelle.

1-2-3.tv hält die Kosten niedrig. So werden lediglich 64 Mitarbeiter beschäftigt (zum Vergleich: QVC hat 3 669), es gibt kein Callcenter und kaum Lagerhaltung. Man könnte das Unternehmen als Billigheimer unter den Teleshoppinganbietern bezeichnen. Besonders günstig sind die Produkte trotzdem nicht immer. Vieles bekommt man beispielsweise bei ebay billiger. Potenzielle Käufer sollten auf jeden Fall die Versandkosten (meist 5,99 Euro) und die Hotlinegebühren berücksichtigen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 2066 Nutzer finden das hilfreich.