Manfred T. aus Hamburg:

Ich habe am 31. August 2000 als treuer Telekom-Aktionär 14 Bonusaktien gutgeschrieben bekommen. Unter der Mitteilung der depotführenden Bank steht der Hinweis: "Kapitalerträge sind steuerpflichtig. Was bedeutet das für meine Zuteilung?

Finanztest:

Schon Ende letzten Jahres einigten sich Bund und Länder darauf, dass Bonusaktien aus dem zweiten Börsengang der Deutschen Telekom vom Juni 1999 als Kapitalertrag zu versteuern sind. Der Bezug von Bonusaktien führe "zu Einnahmen aus Kapitalvermögen" heißt es im Schreiben des Bundesfinanzministeriums (IV C 6 ­ S 1900 ­ 228/991). Demzufolge müssen treue Telekom-Aktionäre den Wert der Bonusaktien versteuern. Allerdings nur aus dem zweiten Börsengang, die Ausgabe aus der ersten Tranche bleibt aus Gründen des Vertrauensschutzes steuerfrei.

Konkret heißt das: Am 31. August 2000 lag der Kurs der Telekomaktie bei 43,50 Euro. Die 14 Bonusaktien waren also 609 Euro oder umgerechnet 1.191 Mark wert. Liegt dieser Betrag noch im Limit Ihres Sparerfreibetrags von 3.100 Mark (Ehepaare 6.200 Mark), dann bleibt auch das Geschenk der Telekom steuerfrei. Ist der Sparerfreibetrag dagegen ausgeschöpft, müssen Sie auf die Papiere entsprechend Ihres Einkommens Steuern zahlen.

Einige Steuerberater empfehlen, die Besteuerung nicht klaglos hinzunehmen, weil es sich um eine Art Rabatt der Anschaffungskosten im Nachhinein handele. Kaum Chancen für Anleger sieht dagegen die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Denn im Prospekt stand ausdrücklich, dass es zur Versteuerung bei der zweiten Tranche kommen könnte.

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