Telekom-Klage Meldung

63,50 Euro kostete die T-Aktie beim dritten Börsengang der Telekom im Jahr 2000. Bei Prozessbeginn im November 2004 war eine ­Aktie noch 15,70 Euro wert.

Der Prozess gegen die Deutsche Telekom hat begonnen. Die Kläger werfen ihr vor, dass sie ihre Immobilienbestände falsch bewertet und im Prospekt zum dritten Börsengang falsch angegeben hat. Weitere Klagen in dieser Sache sind jetzt nur noch für die Telekom-Aktionäre möglich, die ein Güteverfahren in Hamburg bei der Öffentlichen Rechtsauskunft- und Vergleichsstelle (ÖRA) eingeleitet haben. Das ÖRA-Verfahren stoppt die Verjährung, die sonst am 26. Mai 2003 eingetreten wäre.

Jedoch scheitern alle Güteversuche, weil die Telekom nicht teilnimmt. Noch sind längst nicht alle ÖRA-Verfahren beendet. Insgesamt 17 000 Telekom-Aktionäre hatten ein Güteverfahren beantragt. Sobald ihr Schlichtungstermin verstrichen ist, haben die Aktionäre sechs Monate Zeit, doch noch Klage einzureichen.

Rechtsanwalt Peter Dreier von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) rät zur Besonnenheit. „Wer rechtsschutzversichert ist, sollte zunächst seine Versicherung fragen, ob sie die Kosten für Anwalt und Prozess übernimmt. Nach meiner Kenntnis wird Deckungszusage erteilt“, sagt er.

Wer ohne Versicherung klagt, muss wissen, dass er die falsche Immobilienbewertung beweisen muss. Die Kosten für ein erstes Gutachten liegen bei etwa 17 Millionen Euro. Selbst wenn sich die derzeit rund 15 000 Kläger zusammentun, müsste jeder mehr als 1 000 Euro zuschießen. Das Geld bekommen sie nur wieder, wenn die Telekom verliert. Gewinnt sie, müssen die Kläger auch die Telekom-Anwälte bezahlen.

Tipp: Wenn Sie klagen, sollten Sie sich einen Anwalt nehmen, der mehrere Fälle betreut. Das reduziert die Kosten pro Kläger. Der DSW hilft bei der Anwaltssuche (www.dsw-info.de, Telefon 02 11/66 97-01).

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