Lohnt es sich jetzt schon, in die Internet-Tele­­fo­nie einzusteigen?

Über das Internet kann man nicht nur Musik kaufen und E-Mails verschicken, sondern auch telefonieren. „Voice over IP“ (VoIP), Sprachübertragung per Internet-Protokoll, heißt die Technik, mit der man Gespräche über Datennetze führen kann. Große Unternehmen sparen damit bereits heute die Kosten für ein eigenes Telefonnetz. Aber lohnt sich VoIP auch für Heimanwender?

Mit einer entsprechenden Software und einem Kopfhörer mit Mikrofon funktioniert auch der heimische PC als Telefon. Wer erreichbar sein will, ohne dass der Rechner läuft, kann ein spezielles IP-Telefon benutzen, das unabhängig vom Computer mit dem Internet verbunden wird. Voraussetzung ist aber ein schneller Internetzu-gang. Ohne DSL-Anschluss läuft nichts.

Von wegen „kostenlos“

„Kostenlos“, wie einige VoIP-Anbieter werben, ist das alles nicht. Allein schon die Internetverbindung kostet Geld: Einen DSL-Anschluss gibt es ab 17 Euro im Monat – zusätzlich zum Te­le­fonan­schluss, um den man auch als VoIP-Nutzer momentan noch kaum herumkommt. Dazu kommt der Internetzugang. Wer ihn zum Telefonieren benutzt, sorgt damit für einen erhöhten Datendurchsatz. Vieltelefonierer brauchen also eine DSL-Flatrate oder zumindest einen ordentlichen Volumentarif. Der kostet noch einmal 10 bis 20 Euro im Monat.

Und damit ist es nicht getan. Der VoIP-Anbieter (zum Beispiel sipgate, nikotel, web.de), der Internet-Telefonnummern vergibt und die Gesprächsverbindungen herstellt, verlangt ebenfalls Gebühren. Gratis sind meist nur Verbindungen zwischen Internetnummern desselben Anbieters. Immerhin: Führen zwei Partner häufig lange Ferngespräche, kann es sich für sie rechnen, wenn sie dafür den gleichen VoIP-Anbieter nutzen. Anrufe ins deutsche Festnetz dagegen kosten zwischen 0,9 und 1,8 Cent pro Minute – zusätzlich zu den Onlinegebühren. Gegenüber Billigvorwahlen bringt das kaum Ersparnis.

Dieser Artikel ist hilfreich. 691 Nutzer finden das hilfreich.