Telefonieren ins Ausland Test

Eine halbe Stunde Australien für knapp einen statt 24 Euro, eine viertel Stunde Moskau für 50 Cent statt 5,10 Euro oder zehn Minuten New York für 31 Cent statt 1,23 Euro. Telefonieren wird billiger durch Call-by-Call. Private Telefongesellschaften bieten die Verbindungen bis zu 97 Prozent billiger an, als die Deutsche Telekom. Call-by-Call lohnt sich. Vor allem bei Auslandsgesprächen. test.de zeigt die besten Sparvorwahlen.

Anruf für Anruf

Call-by-Call heißt Anruf für Anruf. Durch die Vorwahl einer Netzkennzahl wird der Anruf über den Call-by-Call-Anbieter geführt. Ohne spezielle Technik, ohne Vertrag. Die meisten Call-by-Call-Anbieter sind sofort und ohne Anmeldung nutzbar. Abgerechnet wird über die Telefonrechnung der Telekom. Die Verbindungen über Call-by-Call-Anbieter werden dort gesondert aufgeführt. Beispiel: 01050 Talkline ID. Dieser Call-by-Call-Anbieter hat sich auf Auslandsgespräche spezialisiert. Eine Verbindung nach Australien kostet derzeit nur 2,4 Cent pro Minute. Die Deutsche Telekom berechnet 79 Cent pro Minute. Ersparnis: 97 Prozent.

So funktionierts

Wer Call-by-Call telefonieren will, wählt einfach die Sparvorwahl des gewünschten Call-by-Call-Anbieters vor der eigentlichen Rufnummer. Insider nennen die Sparvorwahl Netzkennzahl. Beispiel: 0 100 12 für die 010012 Telecom. Es folgt die internationale Vorwahl des Landes. Beispiel: 00 61 für Australien. Dann die Ortskennzahl ohne führende Null. Beispiel: 3 für Sidney. Nun die gewünschte Rufnummer. Fertig. Das Gespräch wird zum Spartarif berechnet: Es gilt der Minutenpreis des ausgesuchten Call-by-Call-Anbieters.

Rabatte für die Kunden

Die Qualität der Call-by-Call-Leitungen ist meist gut. Nicht schlechter als bei der Telekom oder anderen Telefongesellschaften. Nur mit der Kapazität kann es Probleme geben. Call-by-Call-Anbieter arbeiten mit gemieteten Leitungen. Sie kaufen die Gesprächszeit kostengünstig ein und geben die erzielten Rabatte an ihre Kunden weiter. Ist die Kapazität erschöpft, gibt es kein Durchkommen mehr. In diesem Fall hilft es, auf einen anderen günstigen Anbieter auszuweichen.

Ins Funknetz teurer

Verbindungen in ausländische Funknetze sind fast immer teurer als der Anruf ins Festnetz. Grund: Funknetzbetreiber kassieren höhere Verbindungsgebühren. Beispiel: Frankreich. Die Verbindung von Deutschland nach Paris kostet bei der Deutschen Telekom im T-Net-Standardtarif 12,3 Cent pro Minute. Geht der Anruf aber auf ein französisches Handy, berechnet die Telekom 37,3 Cent pro Minute. Auch Call-by-Call-Anbieter unterschieden zwischen Festnetz und Funknetz. Funknetz ist teurer. Wichtig: Der Preis fürs Funknetz gilt immer nur für die Handys des Landes, nicht für die Handys von Urlaubern.

Im Urlaub noch teurer

Ein deutsches Handy in Frankreich bleibt ein deutsches Handy. Im Klartext: der Anrufer zahlt nur die Verbindung ins deutsche Funknetz. Immerhin bis zu 29 Cent pro Minute. Die Weiterleitung nach Frankreich zahlt der Handybesitzer. Preis: bis zu 99 Cent pro Minute. Macht insgesamt 1,28 Euro für jede Minute. Besser der Urlauber ruft zu Hause an oder nennt einen Festnetzanschluss, unter dem er im Urlaubsland erreichbar ist.

Billiger mit der Telekom

Wer viel ins Ausland telefoniert, bekommt auch bei der Telekom bessere Preise. Die Rabatttarife heißen AktivPlus und ISDN xxl. Vorteil: Viele Auslandsgespräche sind billiger. So kostet die Verbindung nach Frankreich nur noch 4,6 Cent pro Minute (statt 12,3 Cent). Nachteil: höhere Grundgebühr, Aufpreis rund fünf Euro pro Monat. An die billigsten Call-by-Call-Angebote kommen auch die Rabatttarife der Telekom kaum heran. Das gilt vor allem für Überseegespräche. Die kleinen Call-by-Call-Anbieter profitieren hier von billigen Mietleitungen und vom Wettkampf der großen internationalen Konzerne.

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