Telefonieren in der EU Meldung

Bis zu 20 Euro kostet derzeit ein zehnminütiges Gespräch ins EU-Ausland – egal, ob es mobil oder vom Fest­netz aus geführt wird. Vielen EU-Bürgern ist diese Kostenfalle gar nicht bewusst. Jetzt hat das EU-Parlament die Telefonie­kosten verbraucherfreundlicher geregelt. Ab 15. Mai 2019 werden Anrufe und SMS ins EU-Ausland güns­tiger. Wer eine Auslands-Flatrate behalten will, muss aktiv werden.

Telefonieren inner­halb der EU

Im Juni 2017 fielen die Roaming-Kosten für Hand­ynut­zung ­inner­halb der Europäischen Union (EU) weg. Das heißt: Wer bei einem deutschen Mobil­funk­unternehmen einen Vertrag hat und zum Beispiel den Urlaub in Spanien verbringt, kann von dort aus mobil zu Hause anrufen. Extra-Gebühren werden nicht mehr fällig. Anders sieht die Sache aus, wenn derselbe Mobil­funk­nutzer ein Hotel in Spanien anruft. In diesem Fall verlangen die Mobil­funkanbieter zusätzliche Gebühren – egal ob sich der Anrufer in Deutsch­land befindet oder direkt vor dem Hotel steht.

Minuten­preise bis zu 1,99 Euro

Viele Mobil­funk­nutzer kennen die genauen Rege­lungen nicht und denken, dass seit der güns­tigen Roaming­regelung für sämtliche Telefonate inner­halb der EU die gleichen Rege­lungen wie in Deutsch­land gelten. Dabei verlangen die Anbieter Minuten­preise von bis zu 1,99 Euro. Besonders teuer sind unter anderem Telefonate nach Bulgarien, Malta und Zypern. Auch das Versenden von SMS wird teurer als im Heimatnetz abge­rechnet.

Deckelung der Kosten ab dem 15. Mai 2019

Das EU-Parlament hat die Kosten jetzt gedeckelt, die neue ­Regelung tritt ab 15. Mai 2019 in Kraft. Eine Gesprächs­minute von einem EU-Land ins andere darf jetzt maximal 19 Cent kosten, eine SMS 6 Cent. Die Preise gelten jeweils plus Mehr­wert­steuer und werden in Deutsch­land bei 23 Cent für Telefonate und bei 7 Cent für SMS liegen.

Flatrates können sich weiter lohnen

Die Regeln gelten für Mobil­funk- und Fest­netz – ­jedoch nur für die sogenannte nutzungs­abhängige Telefonie. Darunter versteht man Tarife, die Auslands-Gesprächs­minuten oder -SMS einzeln abrechnen. Auslands-Flatrates oder ­-Minutenpakete gehören zu den alter­nativen Tarifen. Einige von ihnen – zum Beispiel 60 Gesprächs­minuten für 5 Euro – ­lohnen noch immer. Wer ­weiter solche Sonder­konditionen nutzen will, muss das seinem Anbieter mit­teilen. Ansonsten wird der Tarif zum 15. Juli 2019 auf die neuen EU-Regeln umge­stellt und die Ersparnis fällt weg. Deshalb ist es sinn­voll, schnell zu prüfen, ob man von der Neuregelung profitiert.

Ausnahmen von der Rege­lungen

Reisende sollten außerdem beachten, dass die neuen Rege­lungen für einige Inseln oder Regionen nicht gelten. Dazu gehören unter anderem die Färöer Inseln, Grön­land und Andorra. Wer jedoch in Übersee-Départements wie Martinique oder Französisch-Guyana reist, kann sich auch dort über die Neuregelung freuen.

Kostenfalle Kreuz­fahrt unver­ändert

Nicht beseitigt mit der Neuregelung werden die oft sehr hohen Kosten für das Telefonieren und die Internetnut­zung, mit denen Kreuz­fahrt­passagiere auch in europäischen Gewässern konfrontiert sind. Auf Fähren kann die Hand­ynut­zung ebenfalls sehr ins Geld gehen. Ursache ist, dass Schiffe auf hoher See ein eigenes Mobil­funk­netz aufbauen, das mit einem teuren Satellitennetz verbunden ist. In unserem Kreuzfahrtspecial steht, wie sich Kostenfallen vermeiden lassen und wann es sinn­voll ist, ein Daten- und Mobil­funk­paket bei einem Kreuz­fahrtanbieter zu buchen.

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