Aktuelle Gesetzes­änderungen stärken die Rechte von Telefon­kunden: Sie können ihre Telefon­nummer beim Wechsel zukünftig einfacher mitnehmen. Ohne Anschluss dürfen sie dann nur noch einen Tag sein. Und wer in der Warte­schleife hängt, darf dafür nicht mehr so stark zur Kasse gebeten werden. [Update: 07.05.2012]

[Update: 07.05.2012]

Das neue Tele­kommu­nikations­gesetz hat Bundes­präsident Joachim Gauck ausgefertigt und wird am 10. Mai mit einer Einschränkung in Kraft treten. Das Bundes­verfassungs­gericht hat per einst­weiliger Anordnung den Anbietern von Call-by-Call-Gesprächen eine längere Über­gangs­frist für die verpflichtende Preis­ansage vor Gesprächs­beginn einge­räumt. Nun haben Telefon­unternehmen bis 1. August 2012 Zeit, die Preis­ansage einzuführen. Erst ab diesem Tag müssen Call-by-Call-Firmen auch im Fall eines Tarifwechsels während laufender Gespräche ihre Kunden informieren. Die Richter am Bundes­verfassungs­gericht gaben somit der Beschwerde der Telefonfirma Communication Services Tele2 über­wiegend Recht. [Ende Update]

Bessere Rechte beim Anbieter­wechsel

Das reformierte Tele­kommu­nikations­gesetz hat alle parlamenta­rischen Hürden genommen. Es tritt in Kraft, sobald der neue Bundes­präsident es unter­schrieben hat. Danach gilt: Wer zu einem anderen Telefonanbieter wechselt, darf nur noch ­einen Tag ohne Anschluss dastehen. Nimmt der Kunde seine Rufnummer mit, darf diese höchs­tens einen Tag lang nicht erreich­bar sein. Handy­kunden dürfen ihre Nummer auch vor ­Ablauf ihres Lauf­zeit­vertrags zu einem neuen Anbieter mitnehmen.

Neues Sonderkündigungs­recht für Kunden

Weitere Verbesserungen: Nach einem Umzug beginnt die Lauf­zeit des Telefon­vertrags nicht mehr neu. Die Anbieter müssen den Anschluss in der neuen Wohnung zu den alten Konditionen weiterführen. Sind bisherige Leistungen – zum ­Beispiel die DSL-Leitung – am neuen Wohn­ort nicht verfügbar, haben Kunden für drei Monate ein Sonderkündigungs­recht. Bisher waren sie auf die Kulanz der Anbieter angewiesen und mussten oft lange parallel am alten und am neuen Wohn­ort zahlen. Die Mindest­lauf­zeit eines Neuvertrags darf künftig maximal 24 Monate betragen. Zudem sind Anbieter verpflichtet, auch Verträge mit einer Höchst­lauf­zeit von zwölf ­Monaten anzu­bieten.

Kleine Verbesserung bei Warte­schleifen

Für Warte­schleifen gilt im ersten Jahr nach Inkraft­treten des Gesetzes eine Über­gangs­regelung. Die ersten zwei Minuten Warte­zeit müssen dann kostenlos sein, danach dürfen die Firmen aber noch kassieren. ­Ansagen zu Kosten und Warte­zeit sind im ersten Jahr noch nicht Pflicht.

Tipp: Schon jetzt können Sie bei Hotline-Anrufen sparen, indem sie die teuren Sonderruf­nummern umgehen. Eine Liste mit alternativen Fest­netz­nummern findet sich im Internet unter www.0180.info.

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