Moderne Technik verändert auch die Rechtsprechung. Galt früher ein Vertrauensschutz für Telefongespräche, so muss man heute damit rechnen, dass am anderen Ende der Leitung nicht nur der Angerufene mithört, sondern weitere Personen. Und die können im Streitfall auch als Zeugen vor Gericht auftreten. Deshalb zog ein Gebrauchtwagenhändler den Kürzeren, der am Telefon einem Kaufinteressenten Zusagen gemacht und sie später bestritten hatte. Der Anrufer hatte aber einen Freund mithören lassen, der die Zusagen des Verkäufers bezeugte. An diesem Verhalten sei nichts auszusetzen, meinte das Oberlandesgericht Düsseldorf (Az. 22 U 127/99), denn heutzutage hätten viele Telefone Mithöreinrichtungen, so dass man damit rechnen müsse. Es sei auch nicht erforderlich, den Gesprächspartner über das Mithören Dritter zu informieren.

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