Telefonakquise

Unser Rat

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Rück­tritt und Widerruf. Sie sind verblüfft, weil ein Anbieter behauptet, Sie hätten einen Vertrag mit ihm im Fern­absatz geschlossen? Falls Sie ein vertraglich vereinbartes Rück­tritts­recht haben, erklären Sie den Rück­tritt. Protestieren Sie ansonsten sofort, am besten per Einschreiben mit Rück­schein, das Sie vorab auch per Fax versenden. Stellen Sie klar, dass Sie den Vertrag nicht abschließen wollten. Für den Fall, dass dies doch so verstanden werden durfte, widerrufen Sie die Erklärung und fechten Sie wegen Irrtums an. Für den Fall, dass das alles nichts hilft, sollten Sie sicher­heits­halber noch zum nächst­möglichen Termin kündigen. Stoppen Sie etwaige Zahlungen.

Widerrufs­belehrung. Laut Bundes­gerichts­hof haben Mitglieder bei Anla­gegen­ossenschaften ein Widerrufs­recht (Az. II ZR 298/08). Im Fern­absatz ist dieses Recht grund­sätzlich vorgesehen. Der Anbieter muss Sie in Text­form, also per E-Mail, Fax oder Brief belehren. Erst nach Zugang der Belehrung beginnt die Widerrufs­frist. Wurden Sie nicht oder nicht korrekt belehrt, können Sie später noch widerrufen.

Kontakt­aufnahme. Seien Sie vorsichtig mit der Erlaubnis, Ihre Daten zu nutzen, zum Beispiel bei der Teil­nahme an Gewinn­spielen im Internet. Telefon­anrufe ohne Ihre Einwilligung sind verboten. Wenn Sie bei einem solchen Anruf Verträge abschließen, sind diese aber trotzdem wirk­sam. Erteilen Sie daher nie Aufträge oder Voll­machten am Telefon.

Vermögens­wirk­same Leistungen (VL). Bucht Ihr Arbeit­geber vermögens­wirk­same Leistungen ab und hätte erkennen können, dass es keinen Antrag von Ihnen gab? Dann muss er Ihnen den Schaden ersetzen. Gemäß dem Tarif­vertrag des öffent­lichen Dienstes muss zum Beispiel ein schriftlicher Antrag des Mitarbeiters vorliegen.

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3 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

joe76 am 23.12.2016 um 10:21 Uhr
nicht jeden Telefonanruf annehmen

Wenn im Display des Telefons eine unbekannte Telefonnummer oder gar keine Telefonnummer erscheint, wird der Anruf gar nicht erst angenommen. -
Wer etwas wichtiges mitteilen will, kann dann auf den Anrufbeantworter sprechen. Dann kann man in Ruhe die Nachricht abhören und sich überlegen, ob man reagiert. -
Hinterlässt der Anrufer nicht seinen Namen und Grund des Anrufs, wird grundsätzlich nicht zurückgerufen. -
Von Werbenden wird in der Regel keine Nachricht hinterlassen. :-) -
Wem das Telefon zu oft klingelt, kann die Klingel auf "aus" stellen und zu bestimmten Zeiten nachsehen, ob jemand angerufen hat. -
Dasselbe Verfahren kann man bei eingehenden Emails machen.

Gelöschter Nutzer am 20.12.2016 um 13:47 Uhr
@Antefix

Ich kann ihre Empörung verstehen und teile sie teilweise. Dennoch bleibt es für mich dabei: Wer keine telefonischen Geschäfte abschließen möchte, legt einfach auf, wenn er einen entsprechenden Anruf bekommt.

Antefix am 14.12.2016 um 11:42 Uhr
Telefonische Anmache? Grundsätzlich verbieten!

Die ganze komplizierte StiWa-Ablaufdarstellung des Falls schreit doch danach, telefonisch-gewerbliche, insbesondere mobiltelefonische Akquise gesetzlich nicht nur gem. UWG einzuschränken, sondern grundsätzlich immer auch zu ahnden, wenn sie nicht innerhalb von zwei Wochen nachträglich in allen Einzelheiten schriftlich einwandfrei gegenbestätigt worden ist. So lange kann ein Vertragsbeginn bzw. eine Laufzeit immer warten !
Hatte gerade einen Anruf mit [echter?] Rufnummeranzeige von FORSA. "Sie kennen uns doch? Wir hätten gern Ihre Meinung bei unserer neuen Telefonumfrage!". -- Nein danke, seitdem aus solchen Antworten z.B. "ja, da stimme ich zu" herausgeschnitten und später anderen Fragen und Angeboten zugeschnitten werden können, wird Telefonwerbung per se kriminell bzw. hier: "Nicht empfehlenswert".