Telefonfirmen dürfen nicht einfach den Festnetzanschluss sperren, wenn der Kunde die Rechnung nicht komplett bezahlt. Das Landgericht München I gab einer Hamburgerin Recht, die in ihrer Telefonrechnung rund 163 Euro für Sondernummern und Servicedienste fand. Die Kundin gab an, dass sie diese nie vereinbart und nie genutzt hatte. Sie hatte deshalb die falschen Posten abgezogen und nur den Restbetrag überwiesen.

Ihre Telefonfirma Telefónica Germany durfte weder mit einer Sperre drohen noch sie wahr­machen, ohne die Forderung zu beweisen. Es müsse vermieden werden, dass Verbraucher unbe­rechtigte Beträge bezahlen, weil ihnen sonst eine Sperre droht (Az. 37 O 21210/11).

Tipp: Oft stehen auf der Telefon­rechnung Forderungen von unseriösen Drittanbietern, die einfach behaupten, einen Vertrag mit Ihnen zu haben. Legen Sie per Einschreiben Wider­spruch beim Telefonanbieter ein und nennen Sie die strittigen Posten. Danach lassen Sie die Rechnungs­last­schrift bei der Bank zurück­buchen und über­weisen nur den unstrittigen Betrag. Der Fremdanbieter muss erst den Vertrag mit Ihnen beweisen.

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