Teldafax-Kunden in der Notversorgung Meldung

Der angeschlagene Energieversorger Teldafax verliert seine Kunden. Wegen nicht gezahlter Gebühren kündigen mehr und mehr Stadtwerke die Verträge mit Teldafax. Den Schaden haben die Kunden. Sie müssen nun um ihre Voraus­zahlungen kämpfen.

Zahlen statt frieren

Viele Teldafax-Kunden bekamen in den letzten Tagen Post vom lokalen Netzbetreiber. Unter anderem in Bielefeld, München und Stuttgart. Hintergrund: Teldafax hat Gebühren für die Nutzung der Strom- und Gasnetze nicht rechtzeitig gezahlt. Mehrere Netzbetreiber kündigten daraufhin die Verträge. Die Folge: Teldafax kann die betroffenen Endkunden nicht mehr mit Gas oder Strom beliefern. Im Dunkeln oder Kalten bleibt deswegen niemand sitzen. Die Energielieferung übernimmt automatisch der lokale Grund- und Ersatzversorger – in der Regel das örtliche Stadtwerk. Allerdings zu höheren Preisen. Der Tarif für die Ersatzversorgung ist meist der teuerste. Tipp: Wählen Sie umgehend einen günstigeren Tarif Ihres Grundversorgers oder wechseln Sie zu einem anderen Stromanbieter.

Aus wichtigem Grund

Mit der Kündigung des Vertrages zwischen Netzbetreiber und Teldafax erlischt jedoch nicht automatisch der Vertrag zwischen Kunden und Teldafax. Kunden in der Ersatzversorgung sollten daher den Vertrag aktiv beenden. Nach dem Gesetz müssen sie Teldafax eine Frist einräumen, die Belieferung wieder aufzunehmen. Acht Tage reichen. Verstreicht die Frist erfolglos, können Kunden den Vertrag fristlos kündigen. Sie berufen sich dabei auf § 314 BGB. Dieser regelt Kündigungen aus wichtigem Grund, wenn dem Kündigenden die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses nicht zuzumuten ist.

Korrekt kündigen

Die Kündigung erfolgt am besten per Einschreiben mit Rückschein. Wer ganz sicher gehen möchte, tütet den Brief im Beisein eines Zeugen ein. So lässt sich die Kündigung im Zweifelsfall beweisen. Das Schreiben sollte den Zählerstand enthalten sowie die Einzugsermächtigung widerrufen. Kunden, die ihre Strom- oder Gasrechnung im Voraus bezahlt haben, sollten außerdem den Betrag für die restliche Laufzeit zurückfordern. Gleiches gilt für Sonderabschlagszahlungen und Kautionen. Die Rückzahlung kann allerdings dauern, wie zahlreiche Leserbriefe belegen.

Kein Kündigungsrecht für alle

Kein Kündigungsrecht haben dagegen Kunden, die weiterhin Strom oder Gas von Teldafax bekommen. Erst wenn der örtliche Netzbetreiber Teldafax kündigt und die Teldafax-Kunden in der Ersatzversorgung übernimmt, entsteht ein Kündigungsrecht. Bis dahin müssen sie sich an die ursprünglich vereinbarte Laufzeit des Vertrages halten. Lediglich bei Preiserhöhungen kann ein Sonderkündigungsrecht bestehen. Das hängt von den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des jeweiligen Vertrages ab. Neukunden gewährt Teldafax heutzutage nur ein Widerspruchsrecht. Bei Preiserhöhungen können sie zwar die Belieferung zum bisherigen Preis verlangen, aber nicht kündigen.

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