Teldafax Meldung

Der frühere Chef des insolventen Stromanbieters Teldafax, Gernot Koch, muss mindestens einem geprellten Kunden den Schaden aus seinem Privatvermögen ersetzen. Das hat das Amts­gericht Lingen entschieden. Teldafax hatte im Juni 2011 Insolvenz angemeldet. Insgesamt hat Teldafax bei mehr als 700 000 Kunden Schulden.

Teldafax-Kunde bekommt 549 Euro plus Zinsen zurück

Der frühere Geschäfts­führer von Teldafax, Gernot Koch, muss an einen ehemaligen Kunden 549 Euro Schaden­ersatz plus fünf Prozent Zinsen zahlen. Dazu verurteilte ihn das Amts­gericht Lingen wegen vorsätzlicher Täuschung. Als betrügerisch wertete der Richter ein Teldafax-Schreiben, in dem der Billigstromanbieter den Kunden auffordert, seinen Jahres­energieverbrauch per Vorkasse zu zahlen, obwohl das Unternehmen zu diesem Zeit­punkt keine Energie mehr liefern konnte. Erstritten hat das Urteil Rechts­anwalt Florian Dälken von der Kanzlei Bauer, Dälken & Kollegen in Lingen. Das Urteil ist rechts­kräftig.
Tipp: Wollen Sie Forderungen gegen­über dem ehemaligen Teldafax-Geschäfts­führer Koch geltend machen, sollten Sie sich beeilen. Ziehen Sie einen Rechts­anwalt hinzu, der sich in der Materie auskennt. Sie müssen schnell sein, denn Forderungen auf Schaden­ersatz kann Koch nur bedienen, so lange noch Vermögen da ist. Irgend­wann ist das Geld alle.

Größter Insolvenzfall in Deutsch­land

Teldafax hatte im Juni 2011 Insolvenz angemeldet, test.de berichtete. Insgesamt haben noch mehr als 700 000 ehemalige Kunden Geld von dem Stromhändler zu bekommen. Gemessen an der Gläubigerzahl gilt es als das größte Insolvenz­verfahren in der Geschichte der Bundes­republik. Die Zahl der Gläubiger ist so groß, weil viele Teldafax-Kunden Voraus­zahlungen geleistet hatten, die die Pleitefirma ihnen nun schuldet. test.de hatte mehr­fach davor gewarnt, bei Teldafax Verträge mit Vorkasse abzu­schließen.

Amts­gericht Lingen, Urteil vom 21.09.2012
Aktenzeichen: 12 C 319/12

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