Teilzeitarbeit Nicht in jedem Fall

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Kerstin Prick darf ihre Arbeitszeit als Gruppenleiterin in einem heilpädagogischen Kindergarten­ in Hannover nicht reduzieren. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat ihr den Wunsch nach Teilzeitarbeit versagt (Az. 9 AZR 542/02). Die Frau betreut als pädagogische Fachkraft ganztags sechs geistig behinderte Kinder vom dritten Lebensjahr bis zur Einschulung. In Zukunft wollte sie an vier Tagen nur halbtags arbeiten.

Ihr Arbeitgeber weigerte sich. Für die Kinder sei es besonders wichtig, dass sie täglich und kontinuierlich durch dasselbe Personal betreut würden. Das sei bei der Teilzeitarbeit nicht mehr möglich. Die Richter sahen das genauso.

Zwar haben Arbeitnehmer, die länger als sechs Monate bei ihrem Arbeitgeber beschäftigt sind, grundsätzlich einen Anspruch auf Teilzeit. Sie können weniger Tage in der Woche arbeiten und ihre Arbeitszeit auch neu verteilen, wenn sie ihren Teilzeitwunsch mindestens drei Monate vor der geplanten Verkürzung dem Chef mitteilen.

Doch der Arbeitgeber muss nicht jeden Teilzeitwunsch erfüllen. Es bleibt bei der Vollarbeit, wenn die Teilzeit die Organisation, die Arbeitsabläufe oder die Sicherheit im Betrieb zu stark stören würde. Oder wenn die Umstellung dem Arbeitgeber unverhältnismäßig hohe Kosten verursachen würde.

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