Steuerklassen kombinieren: In Teil­zeit ungüns­tige Klasse V vermeiden

Die Lohn­steuer, die der Arbeit­geber je nach Steuerklasse am Monats­ende vom Gehalt abzieht, ist eine Voraus­zahlung an das Finanz­amt. Die tatsäch­liche Steuerlast, die sich aus dem gesamten Einkommen eines Paares oder Allein­stehenden ergibt, steht erst nach der Steuererklärung fest. Trotzdem lohnt es sich, wenn Ehepaare wie im folgenden Beispiel die Steuerklassen­wahl gut planen:

Beispiel: Die Ehefrau verdient in Teil­zeit 20 000 Euro brutto im Jahr, der Mann 60 000 Euro.

Selbst rechnen, dann wechseln

Das Paar nutzt einen Steuer­rechner des Bundes­finanz­ministeriums (Abgabenrechner.de, „Berechnung der Lohn­steuer“, „Faktorverfahren“) und ermittelt: Das Finanz­amt wird für 2016 voraus­sicht­lich insgesamt 13 210 Euro Einkommensteuer verlangen. Zudem zeigt der Rechner, wie viel Lohn­steuer die Arbeit­geber je nach Steuerklasse im Jahres­verlauf vom Gehalt abziehen:

Einbehaltene Lohn­steuer 2016 (Euro)

Steuerklassen-Kombination

III / V

IV / IV

IV+Faktor / IV+Faktor

Ehemann

8 270

13 130

11 856

Ehefrau

3 843

1 490

1 345

Summe

12 113

14 620

13 201

      Oft Nach­forderungen bei III/V

      • Wählt der Ehemann Steuerklasse III und die Frau Klasse V, zieht ihr Arbeit­geber von knapp 1 670 Euro Monats­brutto rund 320 Euro Lohn­steuer sowie Solidaritäts­zuschlag und Sozial­abgaben ab. Je nach Beitrags­satz der Krankenkasse bleiben ihr höchs­tens rund 1 000 Euro netto. Dazu kommt: Nach der Steuererklärung wird das Finanz­amt vom Ehepaar 1 097 Euro Einkommensteuer und etwa 60 Euro Solidaritäts­zuschlag nach­fordern.
      • Deutlich attraktiver wird der Teil­zeitjob der Frau, wenn beide Steuerklasse IV wählen. Der Mann zahlt zwar mehr Lohn­steuer, die Frau aber jeden Monat knapp 200 Euro weniger. Es geht monatlich insgesamt zwar weniger aufs Konto, am Jahres­ende erhalten die beiden dafür über 1 400 Euro zurück.
      • Besonders passend zahlt das Paar, wenn beide Steuerklasse IV mit Faktor wählen: Nach der Steuererklärung müssen sie nur 9 Euro nach­zahlen.

      Tipp: Denken Sie um, wenn Sie in absehbarer Zeit Lohn­ersatz­leistungen wie Eltern­geld erwarten. In dem Fall kann es sich trotz Teil­zeitjob lohnen, wenn sie Steuerklasse III wählt und er Klasse V. Dann fällt ihr Eltern­geld am höchsten aus. Mehr zu Regeln und Fristen im Special Elterngeld, Finanztest 8/2015.

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