Kommentare zu den im Test gefundenen Schad­stoffen

Anthrachinon

Anthrachinon kommt in der Papier­produktion zum Einsatz, soll seit 2013 aber nicht mehr für Papier mit Lebens­mittel­kontakt verwendet werden. Möglicher­weise gelangt es auch durch Verbrennungs­prozesse beim Trocknen in den Tee. Als Pflanzen­schutz­mittel ist es in der EU nicht zugelassen.

Grenz­wert. Der gesetzlich zulässige Höchst­gehalt liegt bei 20 Mikrogramm pro Kilogramm getrock­neter Teeblätter.

Alle Tees sind belastet. Allerdings über­schreitet kein Produkt den gesetzlich fest­gelegten Höchst­gehalt. Etwa ein Drittel des Anthrachinons geht in den Aufguss über.

Mineral­ölbestand­teile

Mineral­ölbestand­teile können aus Maschinen­ölen, bedruckten Karton­verpackungen oder direkt aus der Umwelt, zum Beispiel aus Abgasen, in den Tee übergehen.

Grenz­wert. Es ist geplant, Höchst­mengen für Mineral­ölbestand­teile in Lebens­mittel­verpackungen aus Altpapier und in darin verpackten Lebens­mitteln einzuführen.

Alle Tees enthalten Mineral­ölbestand­teile. Die Tees im Beutel von Gepa und Starbucks sowie der Matcha von Emcur sind aber frei von den besonders kritischen aromatischen Mineralöl-Kohlen­wasser­stoffen (MOAH). Mineralöle sind sehr schlecht wasser­löslich.

Nikotin

Nikotin könnte während des Trock­nens, Lagerns oder Trans­ports in den Tee übergehen. Man vermutet auch, dass die Pflanze es selbst bildet, zum Schutz vor Schädlingen. Als Pestizid ist es in der EU nicht zugelassen.

Grenz­wert. Pro Kilogramm getrock­netem Tee gilt ein Höchst­gehalt von 0,6 Milligramm Nikotin. Zum Vergleich: Eine Zigarette enthält bis zu 13 Milligramm. Beim Rauchen einer Zigarette werden etwa 1 bis 2 Milligramm Nikotin aufgenommen.

Alle Tees enthalten unbe­denk­liche Mengen Nikotin. Die Gehalte liegen deutlich unter dem gesetzlich zulässigen Höchst­wert.

Pyrrolizidinalkaloide

Die Teepflanze bildet keine Pyrrolizidinalkaloide (PA), aber sie kommen in Wild­kräutern vor, die zwischen Teesträuchern wachsen können.

Kein Grenz­wert. Einen Grenz­wert gibt es nicht. Laut BfR sollte eine Tages­zufuhr von 0,007 Mikrogramm PA pro Kilogramm Körpergewicht nicht über­schritten werden – macht 0,42 Mikrogramm für eine 60 Kilogramm schwere Person.

Sechs sind stark belastet. Die Tees von Norma, Meßmer und Netto Marken-Discount enthalten pro Beutel mehr als 0,42 Mikrogramm PA. Die Tees von Aldi Süd, Kauf­land und Penny kommen mit zwei Beuteln über diesen Wert. PA sind sehr gut wasser­löslich.

Poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe

Poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe (PAK) sind in Abgasen und Lebens­mitteln wie Geräuchertem oder Gegrilltem enthalten. Sie entstehen etwa, wenn Kohle oder Holz unvoll­ständig verbrennen, und können so beim Trocknen in den Tee gelangen.

Kein Grenz­wert. Einen gesetzlichen Höchst­gehalt für PAK in Tee gibt es nicht.

Alle Tees sind belastet. PAK sind sehr schlecht wasser­löslich. Matcha-Pulver jedoch wird voll­ständig verzehrt. Eine Tasse des deutlich belasteten Imogti enthält aber weniger PAK, als in einer Scheibe Räucherschinken erlaubt ist. Für ihn gibt es einen Grenz­wert.

Pestizide

Der Einsatz von Pflanzen­schutz­mitteln ist im Teeanbau verbreitet. Laut Bundes­amt für Verbraucher­schutz und Lebens­mittel­sicherheit werden bei Tee in erster Linie Importe aus China bean­standet.

Grenz­wert. Für die einzelnen zugelassenen Pestizide gelten verschiedene Höchst­gehalte.

Einer ist sehr belastet. Der lose chinesische Special Gunpowder G 601 aus dem Asia­laden ist nicht verkehrs­fähig – er über­schreitet den Höchst­gehalt für ein Pestizid um das Acht­fache. In acht Tees waren keine Rück­stände nach­weisbar, in vier nur Spuren. Alle Biotees halten die Anforderungen an Bioprodukte ein.

Radio­aktivität

Nach dem Atomreaktor­unfall in Fukushima im März 2011 könnte grüner Tee aus Japan radio­aktiv belastet sein. Elf Anbieter machen auf der Verpackung keine Angaben zur Herkunft, zwei nennen Japan.

Grenz­wert. Für Tee aus Japan ist eine Höchst­grenze für die Summe von Cäsium 134 und Cäsium 137 von 10 Becquerel pro Kilogramm fest­gelegt – sie gilt für den Aufguss. Getrock­nete Teeblätter dürfen bis zu 500 Becquerel pro Kilogramm enthalten.

Kein Tee radio­aktiv belastet. Wir haben zur Sicherheit alle Tees untersucht. Bei keinem konnten wir eine Belastung messen.

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