Tee Special

Er wärmt oder erfrischt, belebt oder beruhigt. Wie Tee wirkt, verrät diese kleine Offenbarung seiner Geheimnisse.

Der Bundesbürger liebt schwarzen Tee – goldbraun, blumig duftend und kräftig auf der Zunge. Drei Viertel des hierzulande getrunkenen Tees ist schwarz, der Rest Kräuter-, Früchte- und Grüntee. 25,5 Liter Tee trinkt jeder im Jahresdurchschnitt. Deutschland ist zwar keine Teenation, aber Heimat von Europas größter Teegemeinde: Ostfriesland. Dort liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bei 290 Litern.

Streng genommen ist der Name Tee reserviert für Aufgüsse aus den getrockneten Blättern des Teestrauchs Camellia sinensis. Sie ergeben grüne und schwarze Tees. Der Urteestrauch wuchs in China, seine botanischen Nachfahren gedeihen heute auf Plantagen der ganzen Welt. Bedeutende Anbaugebiete liegen in China, Darjeeling und Assam in Indien, Sri Lanka, Japan, Taiwan, Ostafrika. Tees aus Kräutern, Früchten und Rinden nennen Fachleute teeähnliche Erzeugnisse und Franzosen „Infusions“.

Was macht Tee so gesund?

Schwarze und grüne Tees bieten unerhört hohe Gehalte an sekundären Pflanzenstoffen. Die Hinweise verdichten sich, dass Polyphenole und Katechine Krebs, Alzheimer und Herz-Kreislauf-Krankheiten vorbeugen. Wertvoll sind auch die Gerbstoffe. Sie können Magen und Darm beruhigen, Bakterien töten, Schmerzen lindern. Grüne und schwarze Tees spendieren zudem Mineralstoffe – darunter viel zellschützendes Kalium und kariesabwehrendes Fluorid.

Ist grüner gesünder als schwarzer?

Einiges deutet darauf hin. Grüner Tee wird vor dem Trocknen nur heiß gedämpft. Das bewahrt viele schützende Polyphenole, die der schwarze Tee beim Fermentieren teils einbüßt. Doch entstehen beim schwarzen Tee neue, gesundheitsfördernde Stoffe. Übrigens vermuten Forscher der Berliner Charité, dass schwarzer Tee seine herzschützende Wirkung nur ohne Milch entfaltet.

Nennt man Koffein im Tee noch Tein?

Nein, die frühere Bezeichnung Tein hat sich überlebt, denn chemisch unterscheiden sich Koffein von Kaffee und Tee nicht.

Wie wirkt das Koffein im Tee?

Das Koffein im grünen und im schwarzen Tee belebt langsam, aber nachhaltig. Das liegt daran, dass es an Gerbstoffe gebunden ist. Sie setzen das Koffein erst im Darm frei. Koffein aus Kaffee dagegen schießt bereits im Magen schnell ins Blut. Kaffee enthält zudem oft doppelt so viel Koffein wie Tee.

Ist Tee in Beuteln schlechter als loser?

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Nicht unbedingt. Die Blätter sind nur stärker zerkleinert, um dem Wasser mehr Angriffsfläche zu bieten. So kann der Tee schneller ziehen und färben. Viele Plantagen produzieren aus derselben Ernte zugleich feine Blattteile für Teebeutel und ganze Teeblätter für losen Tee. Für lose Spitzentees werden aber nur junge Blätter verwendet. Die Teebeutel aus Filterpapier, Seide oder Kunststoff sind so gefaltet, dass sie von vielen Seiten umspült werden. Teegourmets behaupten jedoch, dass sich aus Beuteln die tiefsten Teegeheimnisse nicht offenbaren. In Deutschland hängen 40 Prozent der Schwarz- und Grünteetrinker einen Beutel ins heiße Wasser, beim Kräutertee machen es 90 Prozent.

Heben Stimmungstees die Laune?

„Heiße Liebe“, „Oase der Energie“, „Innere Ruhe“– so oder ähnlich verheißen Teemischungen gute Stimmung, Bilder exklusiver Früchte, Blüten und Gewürze steigern die Vorfreude. Doch ein Blick auf das Zutatenverzeichnis kann die Laune verderben. Nicht immer sind die abgebildeten Zutaten auch die Hauptbestandteile. Manchmal kommen Beeren nur als Aromastoff vor.

Was steckt in aromatisierten Tees?

Aromatisierte Tees enthalten zugesetzte natürliche und naturidentische Aromen wie Wildkirsche oder Karamell. Beliebt ist auch das Öl der Bergamottefrucht, das Earl-Grey-Tees Charakter gibt. Aromatisierungen müssen kenntlich gemacht werden.

Sind Apotheken-Kräutertees anders?

Formal ja. Kräutertees aus der Apotheke sind Arzneimittel, die für bestimmte Leiden zugelassen sind. Es gelten strengere Anforderungen als für Kräutertees aus dem Handel. So muss für die Apothekentees ein bestimmter Wirkstoffgehalt nachgewiesen werden, und sie müssen ausführlicher gekennzeichnet sein – mit Angaben zur Zubereitung, Dosierung, Anwendungsdauer und Verfalldatum. Doch auch herkömmliche Kräutertees müssen unbedenklich sein. Für einige gibt es Vorgaben, etwa zum Gehalt an ätherischen Ölen.

Wie steht es um Pestizidrückstände?

In unserem Test von Grüntee 2006 war mehr als jeder Vierte deutlich bis stark mit Pflanzenschutzmitteln belastet. Das Problem ist nicht passé. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittel (BVL) berichtet in seinem jüngsten Rückstandsbericht, dass bei den amtlichen Teekontrollen 2008 jeder siebte grüne Tee aus China und Vietnam über den zulässigen Höchstgehalten mit Pestiziden belastet war.

Welche Teeutensilien sind ratsam?

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Tee muss quellen und sich aufs Doppelte entfalten. Das gelingt am besten frei schwimmend oder in großen Sieben, Baumwollnetzen, Bambuskörbchen und Papierfiltern. Teeeier und Teezangen eignen sich höchstens für kleine Teemengen, sonst zwängen sie die Blätter oft so stark ein, dass das Aroma auf der Strecke bleibt. Wichtig: Ein eigenes Utensil für jede Sorte.

Wie oft sollte man die Kanne spülen?

Darüber streiten die Teephilosophen. Die einen spülen ihre Kanne nie und beschwören die Patina, also den braunen Belag, der sich an den Innenwänden der Kanne bildet. Er beflügele das Aroma. Das halten andere für Unfug. Sie schrubben ihre Kanne regelmäßig mit klarem Wasser aus. Alle meiden aber Spülmittel, das dem Aroma schadet.

Wie sollte Tee am besten lagern?

Tee sollte trocken und luftdicht lagern, um das empfindliche Aroma vor feindlichen Fremdgerüchen und Sauerstoff zu schützen. Es spielt keine Rolle, ob der Tee in Lack-, Blech-, Porzellandosen oder dunklen, lichtgeschützten Gläsern aufbewahrt wird. Das Gefäß sollte nur nicht zu groß sein, damit möglichst viel Sauerstoff draußen bleibt. Wenn Tee zügig verbraucht wird, kann er auch in Originaltüten bleiben. Richtig gelagert hält sich Tee zwei Jahre.

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