Auch wer wegen eines Tattoos eine Depression bekommt, kann nicht verlangen, dass seine gesetzliche Krankenkasse das Entfernen bezahlt. Eine Frau hatte sich ein Kirsch­blütenmotiv auf ihre Schulter stechen lassen. Das Ergebnis fand sie so furcht­bar, dass sie Symptome einer Depression bekam und eine Psycho­therapie begann. Diese Behand­lung über­nahm die Kasse – nicht aber die Laserbe­hand­lung zur Entfernung des Tattoos. Zu Recht, entschied das Sozialge­richt Stutt­gart. Die Richter fanden das Tattoo gar nicht so entstellend. Die Tätowierung gefährde objektiv nicht eine Teilhabe am öffent­lichen Leben, auch wenn die Frau dies subjektiv anders sah. Psychische Beein­trächtigungen recht­fertigen einen Anspruch auf therapeutische Behand­lung, aber keine Eingriffe in einen ansonsten gesunden Körper (Az: S 27 KR 916/16).

Ab voraus­sicht­lich Ende 2020 sollen nur noch Ärzte Tattoos per Laser entfernen dürfen, so ein Gesetz­entwurf.

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