Taschengeldparagraph Meldung

Uwe M. aus Lörrach: Unsere elfjährige Tochter hat sich von dem Geld, das ihr die Oma zu Weihnachten geschenkt hat, ein Handy mit Guthabenkarte gekauft. Uns als Eltern ist das nicht recht. Ist der Vertrag trotzdem wirksam?

Finanztest: Wenn Ihre Tochter das Geld für ein Handy bekommen hat und Sie zunächst nichts dagegen hatten, können Sie jetzt nichts mehr tun. Denn der so genannte Taschengeldparagraph 110 des Bürgerlichen Gesetzbuchs erlaubt Jugendlichen solche zweckgebundenen Einkäufe, bei denen die Eltern die Verwendung zuvor abgesegnet haben.

Waren Sie aber von Anfang an ausdrücklich dagegen, ist das Geschäft unwirksam. Sie können dann unter Hinweis auf die Minderjährigkeit ihrer Tochter den Kaufpreis zurückfordern ­ gegen Rückgabe des Telefons.

Der Taschengeldparagraph sieht zwar auch vor, dass Jugendliche ohne nachträgliche Zustimmung der Eltern mit dem Geld einkaufen können, das ihnen "zur freien Verfügung" überlassen wurde. Das heißt aber nicht, dass Ihre Tochter hinter Ihrem Rücken und gegen Ihren Willen ein Handy kaufen kann. Denn der Paragraph erlaubt nur kleinere Geschäfte, bei denen von der Einwilligung der Eltern auszugehen ist. Das gilt nicht für den Handykauf einer Elfjährigen.

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