In diesem Test siegen neuar­­tige LED-Leuchten. Nur eine Glühlampe bietet ihnen die Stirn.

Als der Mensch das Feuer zähmte, holte er sich damit nicht nur Wärme in die Höhle, sondern auch das Licht. Die Fackel wurde sein Begleiter in der Dunkelheit – und ist es noch. Im Grunde funktioniert die Handleuchte von heute noch genauso wie damals: Ein Material wird so lange erhitzt, bis es leuchtet – sei es das Gas eines brennenden Holzscheits oder das Wolframdrähtchen in der Glühlampe. Doch mittlerweile hat der Mensch eine weitere Lichtquelle entdeckt: die Elektrolumineszenz. Sie lässt ein Material unmittelbar leuchten, wenn man es elektrisch anregt. Dieses Phänomen nutzen „Licht emittierende Dioden“ (LED), die sich nun anschicken, die gute alte Glühbirne vom Markt zu verdrängen.

Vergleich: Das alte und das neue Licht

Wir haben das alte und das neue Licht verglichen. Im Test: 17 Taschen- und Stirnleuchten, davon sieben mit Glühlampen, sieben mit LED-Technik und als Besonderheiten eine sehr leistungsstarke LED-Leuchte und eine Taschenleuchte, die Glühlampe und LED kombiniert, sowie eine Leuchtstofflampe (siehe „Osram Dulux Mini“). Alle getesteten Taschenleuchten – umgangssprachlich auch Taschenlampen genannt – funktionieren mit Glühlampen, die LED-Leuchten dagegen sind bis auf eine Ausnahme Stirnleuchten, die sich am Kopf befestigen lassen (siehe Tabelle). Immer mehr Käufer entscheiden sich für Stirnleuchten, weil der Praxisvorteil – beide Hände frei und immer Licht in Blickrichtung zu haben – überzeugt.

Die Lichtfarbe ist der augenfälligste Unterschied der beiden Lichtquellen: Glühlampen leuchten eher gelblich-weiß, LEDs bläulich-weiß. Die Lichtfarbe der LED hat ihren Ursprung in der Art und Weise der Lichterzeugung per Elektrolumineszenz: Leuchtdioden bestehen aus Kristallen, die vom Batteriestrom angeregt werden. Dadurch nehmen einzelne Elektronen der Kristallatome Energie auf, die sie jedoch sofort wieder in Form von Licht abgeben.

LED: Weißlicht über Umwege

Je nach Art des Kristalls ist diese abgegebene Energie anders und lässt die LED in den Farben Rot, Gelb, Grün oder Blau leuchten. Auf diese Weise kann in einem Kristall aber kein weißes Licht erzeugt werden. Daher muss Weiß über einen Umweg produziert werden: Blaues Licht wird mithilfe eines Leuchtstoffs in der LED in weißes Licht umgewandelt. Da die Umwandlung aber nicht mit dem gesamten Blaulicht funktioniert, bleibt ein kleiner Rest, der den meisten Weißlicht-LEDs den charakteristischen bläulichen Schimmer verleiht.

Erstmals wurden Weißlicht-LEDs 1997 hergestellt. Seitdem verläuft die Entwicklung rasant. Alle zwei Jahre verdoppeln die Ingenieure die Lichtleistung. Neben herkömmlichen 100-Milliwatt-LEDs, wie sie in unserem Test in der Kombi­leuchte von REV Plutobeam zu finden ist, werden heute vor allem 1-Watt-Hochleistungs-LED-Leuchten angeboten, die in der Leistung etwa zehn herkömmlichen LEDs entsprechen.

Ging es am Anfang der Entwicklung noch darum, überhaupt Licht per Elektronensprung aus dem Kristall zu holen, schrauben die Techniker heute den Wirkungsgrad immer höher. Dass die Lichterzeugung per LED deutlich weniger Energie verbraucht als die der Glühlampe, kommt ihnen dabei entgegen. LED-Leuchten hielten im Test bei kleinster Helligkeitsstufe bis zu 70 Stunden mit einem Satz Batterien durch.

Glühlampen können da nicht mithalten. Mit 6 Stunden pro Batteriesatz leuchtete die Lampe in der Panasonic am längsten. Sie ist die einzige herkömmliche Glühlampe im Test. In ihr herrscht ein Vakuum. In den anderen Lampen umhüllt ein Edelgas die Wolfram-Glühwendel: Krypton oder Xenon sorgen dafür, dass sich der beim Glühen der Wendel entstehende Wolframdampf nicht unwiederbringlich am Glas der Lampe absetzt, sondern sich sofort wieder auf der Wendel niederschlägt. Dadurch kann die Glühtemperatur erhöht werden – die Lampe leuchtet heller, verbraucht aber dadurch auch mehr Batteriestrom. Allerdings hängt die Leuchtdau­er auch von der Ingenieurskunst ab, wie die Testergebnisse zeigen.

Lebensdauer: 100 000 Stunden?

In puncto Lebensdauer unterscheiden sich Glühlampe und Leuchtdiode noch stärker. Für herkömmliche LEDs werden bis zu 100 000 Stunden versprochen. Dr. Felix Serick vom Institut für Lichttechnik der Technischen Universität Berlin hält diese Zahlen speziell für Weißlicht-LEDs jedoch oft für übertrieben: „Wird zum Beispiel die von der LED erzeugte Wärme nicht richtig abgeführt oder auf eine wirksame Strom­be­grenzung verzichtet, kann das die Lebensdauer stark mindern.“ Trotzdem: Auch wenn eine LED nur 10 000 Stunden hält – das sind zum Beispiel zehn Jahre lang jeden Tag zwei bis drei Stunden Licht –, dann ist das gegenüber den rund 100 Stunden ­Le­bens­dauer einer kleinen Glühlampe enorm. Doch die LEDs im Test haben auch einen Nachteil: Bei einem Defekt ist die ganze Leuchte Schrott, weil sich die LEDs nicht wechseln lassen. Im Haltbarkeitstest schnitten sie aber fast durchweg besser ab als die Glühlampen-Taschenleuchten, vor allem wegen höherer Stoßfestigkeit und besserer Qualität der Kontakte.

Leuchtweite: Kein Problem mehr

Die Leuchtweite war früher häufig ein Problem der LEDs. Das hat sich geändert. Die Hochleistungs-LEDs erreichen mit 20 bis 50 Metern zum Teil „gute“ Ergebnisse. Am weitesten freilich leuchtet die Xenon-Glühlampe der Duracell Voyager: 74 Meter. Aber wie alle Glühlampen zeigt sie nur eine mäßige Lichtqualität. Das liegt insbesondere an der schlechteren Ausleuchtung: Vor allem die Lichtverteilung, die neben Helligkeit und Durchmesser des Spots beurteilt wurde, ist bei den LEDs meist besser. Die Leuchtdioden glänzen mit größeren, gleichmäßigeren Lichtkegeln, während Glühlampen hier mitunter verzerrte „Hell-Dunkel-Ringe“ zeigen.

Duracell Voyager: Gift im Griff

Die Duracell Voyager fiel bei der Gesundheits- und Umweltprüfung durch: Der Gummigriff enthielt stinkende Stoffe und war stark mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) wie Benzo(a)­pyren belastet, das Krebs erzeugt, die Fortpflanzung beeinträchtigt und das Erbgut verändert. Die Giftstoffe können über die Haut in den Körper gelangen. Wir raten davon ab, diese Leuchte in die Hand zu nehmen und bewerten sie mit „mangelhaft“. Generell gilt: Riecht ein Gummiprodukt unangenehm, sollte man es beim Händler zurückgeben. Die meisten anderen Leuchten im Test kommen ohne PAK aus und sind in diesem Prüfpunkt „sehr gut“ – und damit übrigens deutlich besser als die Urzeitfackel, die beim Verbrennen viel PAK erzeugt.

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