Tagesgeldkonten Test

Superzinsen sind oft an Bedingungen geknüpft, die das Konto unattraktiv machen. Finanztest hat die ­Angebote und ihre Tücken untersucht.

Stattliche 4 Prozent Zinsen bietet Cortal Consors zurzeit für ein Anlagekonto, auf dem das Geld täglich verfügbar ist. Der Zins ist sogar für zwölf Monate festgeschrieben. Das klingt verglichen mit ­gewöhnlichen Tagesgeldangeboten sehr verlockend. Dort bekommen Kunden zurzeit höchstens 2,75 Prozent pro Jahr.

Doch das Anlagekonto „4 for you“ von Cortal Consors ist nicht für jedermann zu haben. Wer den Superzins kassieren möchte, muss viele Bedingungen erfüllen:

  • Er muss Neukunde sein.
  • Er sollte nicht mehr als 10 000 Euro auf dem Tagesgeldkonto parken, weil darüber hinaus der Superzins nicht gilt.
  • Der Sparer muss gleichzeitig ein Depotkonto eröffnen und dort 4 000 Euro investieren. Seine Wertpapiere sollte er danach gut im Auge behalten, denn der Depotwert darf nicht unter 3 000 Euro sinken. Sonst geht der Topzins fürs Tagesgeld verloren.
  • Damit die Depotkosten den Zinsertrag nicht schmälern, muss der Anleger entweder einen Fondssparplan abschließen oder mindestens einmal pro Quartal Wertpapiere kaufen oder verkaufen oder mehr als 2 500 Euro auf dem täglich verfügbaren Abrechnungskonto parken.

Mit diesem Koppelangebot steht Cortal Consors nicht alleine da. Finanztest hat die Angebote von 73 Banken und Sparkassen untersucht. 16 stark beworbene Angebote haben wir genauer betrachtet. Allen gemeinsam ist: Die Hürde, einen guten Zins zu ergattern, ist hoch.

Die häufigsten Hürden

Sechs Angebote gelten nur für Neukunden, auch die hoch verzinsten Konten von comdirect und Cortal Consors. Die Hälfte aller Konten ist mit anderen Angeboten gekoppelt. Am häufigsten wird die Eröffnung eines Wertpapierdepots verlangt.

Andere Banken wie die American ­Express Bank ärgern die Kunden mit einer „falschen Zinstreppe“. Die Treppe hat drei Stufen, gestaffelt nach dem Anlagebetrag. Je höher der Anlagebetrag, desto höher der Zins. Doch die hohen Zinsen werden nicht auf die Gesamtsumme gezahlt, sondern nur auf die Differenz zwischen den einzelnen Anlagestufen.

Ein Sparer, der 40 000 Euro anlegt, erhält für 30 000 Euro 1 Prozent Zinsen und nur für 10 000 Euro 2 Prozent pro Jahr. Eine Bank mit echter Zinstreppe würde den Gesamtbetrag mit 2 Prozent verzinsen.

Die ABC Bank und die Ethik Bank ­schicken den Anleger auf eine absteigende Zinstreppe. Legt der Sparer mehr als 5 000 Euro an, sinkt die Verzinsung. Hier wird der Stufenzins schnell zur Stolperfalle.

Am niedrigsten ist die Einstiegshürde bei der GE Money Bank. Sie verlangt bei der Kontoeröffnung einmalig 10 Euro. Mit ihrem Zinssatz von 2,75 Prozent könnte die Bank zu den Top-Angeboten im Marktplatz gehören. Doch mit ihrer Eröffnungsgebühr scheitert sie an unseren strengen Aufnahmekriterien.

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