Besonders in schwachen Börsenzeiten schätzen Anleger Geldmarktfonds und Tagesgeldkonten - auch wenn beide Anlagen im Vergleich zu anderen Investments eher geringe Renditen bringen. Doch dafür sind sie beide sehr sicher und auch flexibel. Sparer können börsentäglich über ihr Geld verfügen. Und Verluste sind - selbst bei Geldmarktfonds - nahezu ausgeschlossen. Allerdings sollten sich Sparer nicht wahllos für eine der beiden Anlageformen entscheiden. Denn Tagesgeld und Geldmarktfonds eignen sich nicht gleichermaßen für alle Anleger. Finanztest gibt einen Überblick über beide Anlageformen und sagt, welche der beiden für unterschiedliche Sparer die bessere Wahl ist.

Die aktuelle Wertentwicklung und Finanztest-Bewertungszahl der Geldmarktfonds finden Sie im Produktfinder Investmentfonds.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Tages- und Festgeld

Tagesgeld: Täglich neue Zinsen

Banken können die Zinsen für Tagesgeldkonten täglich verändern. Daher müssen Anleger bei der Auswahl eines Tagesgeldkontos neben der Zinshöhe auch darauf achten, welche Zinsen die Bank in den vergangenen Monaten angeboten hat. Zwar sind stabile und hohe Zinsen in der Vergangenheit keine Garantie für gute Zinsen in der Zukunft. Doch Anleger können sich so besser ein Bild von der Geschäftspolitik der Bank machen. Denn um Kunden zu gewinnen, bieten Banken oft höhere Tagesgeldzinsen als Eröffnungsangebot an, senken diese aber nach kurzer Zeit wieder.

Gesicherte Anlagesummen

Tagesgeldkonten sind sicher - Anleger können hier kein Geld verlieren. Doch einige Banken fallen nicht unter den deutschen Einlagensicherungsfonds. Dann ist es ratsam, nicht mehr als die abgesicherte Summe anzulegen. Beispiel: Dies sind bei der DHB Bank, der Garantiebank und der Finansbank 20.000 Euro.

Geldmarktfonds: Wenig Aufwand

Bei Geldmarktfonds müssen Anleger nicht ständig auf die Suche nach besseren Angeboten gehen. Wer einmal einen guten Fonds gefunden hat, sollte nur noch ein- bis zweimal pro Jahr dessen Entwicklung überprüfen. Denn im Gegensatz zu Tagesgeldkonten gibts bei Geldmarktfonds ein Verlustrisiko - wenn auch ein sehr geringes.

Kaum Renditeunterschiede

Die Rendite der unterschiedlichen Geldmarktfonds ist sehr ähnlich: Zwischen dem besten und dem schlechtesten Fonds liegen meist nur wenige Prozentpunkte. Wichtig ist daher der Blick auf die Verwaltungskosten. Denn diese fallen aufgrund der niedrigen Renditen stärker ins Gewicht als beispielsweise bei Aktienfonds. Generell gilt: Fonds mit Ausgabeaufschlag sollten Anleger meiden. Gleiches gilt, wenn die Verwaltungsgebühr mehr als 0,5 Prozent beträgt. Zudem gibts bei den meisten Geldmarktfonds Mindestanlagesummen. Allerdings: Kaufen Anleger den Fonds bei Direktbanken, gelten oft niedrigere Summen.

Fonds oder Tagesgeld?

Die folgenden Hinweise helfen Anlegern, sich für das richtige Investment zu entscheiden:

  • Depot. Geldmarktfonds sind erste Wahl, wenn Sparer bereits bei einer Bank ein Depot haben und den Fonds dort kostenlos verwalten können. Extrakosten schmälern nur unnötig die Rendite. Wer kein Depot besitzt, ist mit Tagesgeldkonten meist besser bedient.
  • Mindestanlagesumme. Wer nur weniger als die für Geldmarktfonds erforderliche Mindestanlagesumme investieren möchte, sollte besser ein Tagesgeldkonto eröffnen.
  • Kontogebühren. Anleger sollten nur Tagesgeldkonten wählen, die keine Kontogebühren oder Portokosten verlangen.

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