Eine drei vor dem Komma ist drin, doch dann ist Schluss: Höhere Zinsen gibts für sichere Anlagen zurzeit nicht. Die gute Nachricht: Unterm Strich verdienen Anleger trotz historisch niedriger Zinsen genau so viel wie vor zwei Jahren. Finanz­test zeigt, wo es die höchsten Zinsen für Tagesgeld, Festgeld, Sparkonten und Festzinsangebote gibt.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Zinsen

Die Drei vor dem Komma

Finanztest hat die Zinskonditionen von 86 Banken erhoben. Ein Ergebnis des Tests: Anleger, die ein Festzinsangebot ohne Kündigungsmöglichkeit abschließen, kassieren höhere Zinsen als Anleger, deren Vertrag kündbar ist. In der aktuellen Zinssituation sollten Anleger ihr Geld nicht länger als drei Jahre festlegen. Der Testsieger, die Santander Consumer Bank, zahlt für diese Laufzeit 3,5 Prozent Zinsen. Wer sich länger bindet, bekommt zurzeit keinen nennenswerten Zinsaufschlag: Die Spitzenreiter bei vierjähriger Laufzeit zahlen aktuell nur 0,1 Prozentpunkte mehr Zins. Diese geringen Differenz ist kein Grund, das Geld länger als drei Jahre aus der Hand zu geben.
Ergebnisse kompakt: Einmalanlagen ohne vorzeitige Verfügbarkeit

Zinsangebote mit Kündigungsmöglichkeit

Anleger, die keine Idee zur weiteren Entwicklung der Zinsen haben oder noch nicht wissen, wann sie das Geld ausgeben möchten, können in Einmalanlagen mit vorzeitiger Kündigungsmöglichkeit investieren. Bekanntestes Produkt dieser Art ist der Bundesschatzbrief mit jährlich steigendem Zins. Bei der Rendite dürfen diese Sparer aber keine Drei vor dem Komma erwarten. Die NF Bank bietet beispielsweise nach fünf Jahren 2,72 Prozent pro Jahr. Wer früher aussteigt, nimmt weitere Abschläge in Kauf: Nach drei Jahren liegt die Rendite bei 2,27 Prozent.

Tagesgeld für flexible Anleger

Am flexibelsten sind Anleger mit Tagesgeldkonten: Damit können sie täglich über ihr Geld verfügen. Im Gegenzug allerdings dürfen die Banken ihren Zins auch täglich ändern. Sparer sollten beim Abschluss eines Tagesgeldkontos darauf achten, ob die Bank eine Mindestanlagesumme fordert. Wer weniger investiert, erhält entweder keine oder deutlich weniger Zinsen. Am besten sind Konten, die ab dem ersten Euro hohe Zinsen bringen. Dies ist beim Testsieger, der Bank of Scotland, der Fall. Die Bank zahlt 2,3 Prozent Zinsen pro Jahr, egal wie viel Geld der Sparer anlegt.

Festgeld bietet kurzfristige Zinssicherheit

Anleger, die wenigstens für kurze Zeit Zinssicherheit haben wollen, sind mit Festgeld gut bedient. Die Yapi Kredi Bank, Testsieger bei Festgeld und Zweitplatzierter beim Tagesgeld, bietet für sechs Monate eine Rendite von 2,26 Prozent pro Jahr. Das ist fast so viel wie beim derzeitigen Spitzenreiter für Tagesgeld, der Bank of Scotland.

Sparbücher liegen im Mittelfeld

Sparbücher, Sparcards oder Sparkonten sind immer noch keine Alternative zum Tagesgeld. Sie sind nicht nur schlechter verzinst, sondern auch deutlich unflexibler. Das beste Angebot im Test ist die „Sparcard 3000 plus direkt“ der Postbank mit 2 Prozent Zinsen ab dem ersten Euro. Jederzeit abheben darf der Anleger nur 2 000 Euro. Höhere Beträge muss er mit einer Frist von drei Monaten kündigen. Das Angebot ist ausschließlich über Telefon oder Onlinebanking zu haben, nicht aber in den Filialen der Postbank.

Ausländische Banken sind sicher

Bei den meisten deutschen Banken im Test sind die Einlagen im Fall einer Insolvenz pro Kunde im Millionenbereich oder in unbegrenzter Höhe gesichert. Die ausländischen Banken im Test schützt die gesetzliche Einlagensicherung ihres Heimatlandes. Sie beträgt je nach Land 50 000 oder 100 000 Euro. Finanztest empfiehlt, bei ausländischen Banken ohne deutschen Zusatzschutz nicht mehr als 50 000 Euro anzulegen, auch wenn die gesetzliche Einlagensicherung im Land ihres Firmensitzes höher ist. Viele Staaten haben erst im Zuge der Krise die gesicherte Summe erhöht. Nicht in jedem Fall steht dahinter eine gewachsene Struktur. Details bringt die Tabelle Einlagensicherung der Banken.

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