Tagesgeld und Festzinsangebote Special

Der Anstieg der Zinsen auf über 4 Prozent freut Sparer. Doch auch die Inflationsrate ist gestiegen. Zinssparer müssen beides berücksichtigen, um nicht draufzuzahlen. test.de gibt Tipps.

Leitzinsen angehoben

Nach fast zwei Jahren Ruhe hat die Europäische Zentralbank (EZB) im April ihre Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte erhöht. Der Zins liegt jetzt bei 1,25 Prozent. Der Leitzins ist der Zinssatz, zu dem sich die Geschäftsbanken bei den Zentralbanken Geld leihen können. An ihm orientieren sich die Banken, wenn sie ihre Kredit- oder Sparzinsen festlegen.

Angebote mit vier Prozent

Unter den Festzinsangeboten finden Anleger seit langem erstmals wieder einzelne Vierprozenter. Die abcbank bietet für eine dreijährige Laufzeit 4,1 Prozent Zinsen pro Jahr. Die Mindestanlage liegt bei 5 000 Euro. Viele Tagesgeld-Anbieter hatten ihre Zinsen schon vor Bekanntgabe der EZB-Entscheidung erhöht. Spitzenreiter ist seit zwei Monaten die akf bank. Sie zahlt aktuell 2,43 Prozent Zinsen pro Jahr und verlangt eine Mindestanlage von 2 500 Euro. Die Bank ist erst seit Mai im Produktfinder Tagesgeldkonten vertreten. Sie hat ihren Sitz in Wuppertal und bietet seit mehr als 40 Jahren Kredite für mittelständische Unternehmen an.
Tipp: Mit gut verzinstem Tagesgeld bleiben Sie flexibel und können leicht umsteigen, falls die Zinsen am Markt weiter steigen. Derzeit gilt: Länger als drei Jahre sollten Sie Ihr Geld nicht fest anlegen.

Teuerungsrate beachten

Der Zinsschritt war nach Auffassung der EZB nötig, um die seit Monaten langsam anziehende Teuerungsrate zu bekämpfen. Sie lag im April im Euroraum mit 2,8 Prozent deutlich über der EZB-Zielmarke von 2 Prozent. In Deutschland stiegt die Inflationsrate im April verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 2,4 Prozent. Das müssen sich Sparer vor Augen halten. Erst wenn sie vom Anlagezins die Inflationsrate abziehen, erhalten sie den Realzins. Er zeigt, was vom Sparzins übrig bleibt. Der Realzins für Tagesgeld liegt zum Beispiel selbst bei Top-Angeboten zurzeit bei knapp Null. Wer sich in dieser Situation mit schlecht verzinsten Tagesgeldkonten zufrieden gibt, zahlt drauf.
Tipp: Die Statistiker messen die Teuerungsrate mithilfe eines künstlichen Warenkorbs für einen Durch­schnitts­haushalt. Sie kann zum Beispiel für Menschen ohne Auto anders ausfallen. Sparer können ihre persönliche Inflationsrate auf der Webseite des Statistischen Bundesamtes ermitteln („Konjunkturindikatoren“ und dann „Preise“ anklicken).

Produktfinder Zinsen

Die besten Zinsen für Tagesgeld, Festgeld und Sparbriefe mit unterschiedlichen Laufzeiten: Drei Produktfinder helfen Anlegern, bequem das attraktivste Angebot zu finden. Die Datenbanken enthalten die aktualisierten Zinskonditionen für Mai von rund 80 Banken.

... zu den Zins-Produktfindern der Stiftung Warentest

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