Tages­geld Meldung

Tages­geld bringt sichere Zinsen. Die Frage ist nur: Wie viel? Manches Zins­angebot klingt verlockend, hat aber einen Haken. Neun Angebote sind dauer­haft gut.

Die Post­bank ließ Kunden und Konkurrenz aufhorchen: mit einer 5 vor dem Komma. Bis Ende Oktober bot sie Tages­geld mit einer Verzinsung von 5 Prozent im Jahr an. Voraus­gesetzt, die Interes­senten erfüllten gewisse Bedingungen. Sie mussten als Neukunde ein Giro­konto eröffnen, das sie aktiv nutzen. Sie bekommen dann 5 Prozent auf eine Maximal­einlage von 15  000 Euro auf das Tages­geld­konto. Der Zins­satz ist für fünf Monate garan­tiert.

So locken die Banken neue Kunden

Wer gerade kein Giro­konto bei der Post­bank brauchte oder wollte, konnte das 5-Prozent-Angebot nicht wahr­nehmen. Wie die Post­bank versuchen auch andere Banken, Neukunden mit hohen Zinsen zu locken. Oft sind die Angebote zeitlich befristet. Schon wer die 3 vor dem Komma sucht, wird oft enttäuscht. So lockt manche Bank Neukunden mit 3 Prozent, der Zins­satz gilt aber nur bis Ende November. Das lohnt kaum. Oder der verlockende Zins­satz gilt nur für sechs oder ein paar mehr Monate, meist auch nur für einen begrenzten Spar­betrag. Was darüber­liegt, wird geringer verzinst. Und es gibt Banken, die ihr Tages­geld­angebot an die Eröff­nung eines Wert­papierdepots knüpfen.

24 Monate lang unter den Besten

Wer einen guten Zins­satz für Tages­geld möchte, muss also aufpassen und die Konditionen genau lesen. Dann aber ist Tages­geld gut geeignet für Bank­kunden, die ihr Erspartes täglich verfügbar und sicher anlegen wollen. Eine Orientierung bieten die Unter­suchungen unseres Schwesterblattes Finanztest. Die Kollegen prüfen Monat für Monat die Zins­angebote über­regionaler Banken. Und sie erstellen eine Liste der Top-Angebote. Um darin aufgenommen zu werden, muss die Konto­führung komplett kostenlos sein. Der Zins muss unbe­fristet und für mindestens 20 000 Euro gelten. Und er darf nicht an Bedingungen wie zum Beispiel ein kosten­pflichtiges Wert­papierdepot oder ein Giro­konto mit weiteren Bedingungen geknüpft sein.

Neun Tages­geld­angebote mit varia­blem Zins haben in den vergangenen 24 Monaten immer die Finanztest-Top-20 erreicht. Sie sind also dauer­haft gut (siehe Tabelle).

Sie eignen sich daher auch für Sparer, die regel­mäßig kleinere Beträge zurück­legen wollen. Wer Monat für Monat etwas auf die hohe Kante legen will, sollte ein Angebot mit unbe­fristetem Zins wählen. Der Zins­satz ist jedoch variabel. Das heißt: Die Bank kann ihn jeder­zeit ändern. Derzeit geht die Bewegung aber wohl eher noch etwas nach oben als bergab.

Tages­geld ist eine sichere Bank

Börsencrashs und Staats­verschuldung, Rettungs­schirme und Rezessions­angst – die Nach­richten versetzen Anleger in Dauer­alarm. Die meisten wollen vor allem Sicherheit. Bundes­wert­papiere stehen bei ihnen hoch im Kurs, dabei bringen sie kaum Gewinn. Für zehnjäh­rige Bundes­anleihen sind derzeit nur rund 2 Prozent Rendite drin. Beim Tages­geld gibt es – von den Lock­angeboten abge­sehen – hingegen viele gute Angebote für 2 bis 2,7 Prozent pro Jahr.

Auch Fest­geld für drei oder sechs Monate verzinsen die Banken derzeit kaum besser. Dabei legt der Sparer sein Geld – nomen est omen – hier für die gesamte Lauf­zeit fest. Er kann darüber nicht frei verfügen. Steigen die Zinsen weiter, hat er davon nichts.

Tages­geld bietet mehrere Vorteile: Es ist flexibel verfügbar, vergleichs­weise einfach zu hand­haben und bringt sichere Zinsen.

Der Effektivzins sagt es genauer

Die nieder­ländische Bank MoneYou bietet 2,7 Prozent Zins für Tages­geld. Sie wirbt mit Nominalzinsen. Wichtig für Sparer ist aber der Effektivzins. Er richtet sich nach der Anlagesumme und der Zins­zahlung. Zahlt die Bank die Zinsen monatlich oder vierteljähr­lich, ist der Effektivzins höher als der Nominalzins. Die MoneYou zahlt die Zinsen vierteljähr­lich zum Ende des Quartals. So beträgt der Effektivzins für 5 000 Euro Anla­gebetrag bei ihr 2,73 Prozent pro Jahr.

Ein Referenz­konto muss sein

Ein Tages­geld­konto funk­tioniert ganz einfach: Der Anleger kann jeder­zeit Beträge einzahlen oder wieder abbuchen, und er erhält Zinsen. Um ein Tages­geld­konto zu eröffnen, muss er ein Konto als Referenz­konto angeben, etwa sein Giro­konto. Alle Ein- und Auszahlungen auf das Tages­geld­konto laufen darüber. So ist sicher­gestellt, dass Zahlungen vom Tages­geld­konto nicht an Dritte gehen können.

Mindestens 100 000 Euro sicher

Einlagen wie Tages­geld sind auch bei einer Bankenpleite geschützt. Zum 1. Januar 2011 wurde die gesetzliche Einlagensicherung in Europa vereinheitlicht. Seitdem haften alle Banken in der EU für Einlagen bis zu 100 000 Euro pro Kunde.

Vor Bankenpleite geschützt

Darüber hinaus gibt es seitens der Banken verschiedene Einlagensicherungs­systeme. Höchsten Schutz bieten die deutschen Sparkassen und Genossen­schafts­banken. Sie schützen Einlagen in unbe­grenzter Höhe. Die im Bundes­verband deutscher Banken zusammen­geschlossenen Institute sichern ebenfalls Einlagen in Millionenhöhe ab. Auch einige ausländische Banken, wie zum Beispiel die Bank of Scot­land, sind dem Verband ange­schlossen.

Bei der britischen Bank of Scot­land sind durch diese Koope­ration jetzt Kunden­einlagen bis zu 250 000 Euro sicher. Mehr Geld sollten Sparer dort nicht anlegen. Die Grenze gilt pro Kunde, unabhängig von der Zahl seiner Konten.

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