Tages­geld Lieber nicht nach Lett­land

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Tages­geld - Lieber nicht nach Lett­land

Trotz Superzinsen fehlt die AS Privatbank in den Hitlisten für Sparangebote auf test.de. Der Grund: Ihre Einlagensicherung genügt den Finanztest-Experten nicht. Unabhängig davon müssen Sparer, die ihr Geld in Lett­land anlegen, mit Steuer­abzügen rechnen.

Angebot an sich attraktiv

Die lettische AS Privatbank bietet für Tages­geld eine Verzinsung von 3 Prozent pro Jahr. Der Zins wird für ein Jahr garan­tiert und täglich gutgeschrieben. Die Mindest­anlage beträgt nur 100 Euro. Auch für Fest­geld mit Lauf­zeiten zwischen einem Monat und drei Jahren bietet die Bank teil­weise sehr attraktive Konditionen.

Sicherung ist nicht ausreichend

Finanztest nimmt die AS Privatbank trotz guter Zinsen nicht in die Hitlisten auf. Denn wenn die Bank pleiteginge, müsste das Sicherungs­system Lett­lands für das Geld der Sparer gerade­stehen. Die Zins-Experten von Finanztest halten das System aber nicht für sehr leistungs­fähig. Anders als Sicherungs­fonds in Ländern wie Deutsch­land, Groß­britannien oder den Nieder­landen konnte es nicht über viele Jahre hinweg aufgebaut werden. Im Jahr 2008 brachte die Schieflage der lettischen Parex Bank das Land in große Schwierig­keiten.

Die Regeln von Finanztest

Wenn die Zins-Experten von Finanztest begründete Zweifel haben, dass ein nationaler Sicherungs­fonds größere Bank­pleiten nicht stemmen kann, verzichten sie auf eine Empfehlung. Das gilt selbst für den Fall, dass die Europäische Union für Institute in Mitglieds­ländern einspringen würde. Auch die Bigbank aus Estland schafft es deshalb nicht in den Zinsvergleich.

Mit Steuer­abzügen rechnen

Anleger, die sich dennoch nach Lett­land wagen, müssen mit Steuer­abzügen rechnen. Lettische Banken ziehen 10 Prozent des Zins­ertrags ab und führen das Geld an den lettischen Staat ab. In Deutsch­land ist wie üblich Abgeltung­steuer fällig. Anleger erhalten von der AS Privatbank auf Wunsch eine Bescheinigung, um eine Doppel­besteuerung ihrer Erträge zu vermeiden. Sie können die ausländische Steuer aber nicht von vorn­herein vermeiden, wie das zum Beispiel bei der luxemburgischen Advanzia-Bank möglich ist.

Tipp: Die besten Tages­geld- und Fest­geld­angebote von Banken mit belast­barer Einlagensicherung finden Sie im Produktfinder Zinsen.

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Prüfer2020 am 05.12.2020 um 14:48 Uhr
Zu hohe Kontoführungsgebühren bei der Privatbank.

Mit der Privatbank Lettland hatte ich mehrere Festanlagen vereinbart. Danach war mein Konto inaktiv. Juni 2020 befanden sich noch ca. 112 € auf meinem Konto. November 2020 waren es nur noch 64,13 €. Der Grund, wörtlich: „Gebühr für inaktives Konto für July, August, September, Oktober in Höhe von 40.00 EUR und die Gebühr für Kontoschliessung in Höhe von 15.00 EUR abgeschrieben“
Eine Überweisung des Restbetrages auf mein Girokonto wird verweigert und erfolgt erst nach wörtlich: „Die Durchführung der Identifikation durch die Deutsche Post kostet 15.00 EUR, wird Ihrem Betrag abgeschrieben sein.“
Und der Höhepunkt der Gebührenforderung:„Monatliche Gebühr für die Aufbewahrung von Geldmitteln nach der Auflösung der rechtlichen(geschäftlichen) Beziehungen mit dem Kunden beträgt 100.00 EUR.“
Über 112,- € an Gebühren für ein unbenutztes, ursprünglich gebührenfreies Konto - das ist mangelhaft.