Die Zinsen bleiben nied­rig. Wer sicher und flexibel anlegen und trotzdem ein paar Euro einstreichen will, wird online aktiv.

Tages­geld Special

Tages­geld ist neben dem Spar­buch die einzig sichere und zugleich flexible Geld­anlage, ideal zum Beispiel für Vorsichtige und junge Sparer. Denn das Ersparte ist abge­sichert und der Kunde kann jeder­zeit frei darüber verfügen. Bei Bedarf kann er sein Tages­geld ganz oder teil­weise wieder aufs Giro­konto über­weisen.

Wermuts­tropfen: Die Zinsen liegen bei vielen Banken gerade einmal knapp über null. Dennoch kann ein Anleger mit ein wenig Geschick mehr aus seinem Geld machen. Dazu muss er einfach zwischen den zahlreichen Neukunden­angeboten wechseln, die für einen begrenzten Zeitraum höhere Zinsen garan­tieren.

Wechsler gewinnen

In unserem Beispiel will ein Sparer 20 000 Euro über ein Jahr als Tages­geld anlegen. Bei seiner örtlichen Filial­bank bekommt er nur noch 0,05 Prozent Zinsen auf seine Einlage. Am Ende des Jahres hätte er ein Plus von lediglich 10 Euro. Wenn er statt­dessen im Laufe des Jahres mehrere Online­konten bei verschiedenen Banken eröffnet, kann er einiges mehr rausholen (Tabelle Tagesgeldkonten für Neukunden). Zum Beispiel legt er zu Jahres­anfang sein Geld bei einer Direkt­bank zu 1,25 Prozent Zinsen an – etwa so viel bekommt der Neukunde bei der Volks­wagen oder Audi Bank.

Das Neukunden­angebot gilt für vier Monate, danach bekommt er nur noch nied­rigere Stan­dard­zinsen von derzeit 0,3 Prozent. Also schichtet er das Geld nach Ablauf der Frist um – und eröffnet ein weiteres Konto, bei dem er für wiederum vier Monate noch 1 Prozent Zinsen auf sein Tages­geld erhält – so wie es etwa derzeit die ING-Diba anbietet. Für den Rest des Jahres legt er das Geld auf ein drittes Konto, wo er in unserem fiktiven Beispiel immerhin noch 0,75 Prozent erhält. Was gewinnt er? Statt so gut wie nichts nun immerhin 200 Euro.

Mit der Alternative Fest­geld wäre der Anleger etwas besser gefahren (Produktfinder Festgeld). Maximal 1,35 Prozent hätte es für die Lauf­zeit von einem Jahr gegeben, was in unserem Beispiel 270 Euro entspräche. Fest­geld ist eine ähnlich sichere Anlage, aber eben nicht so flexibel. Der Kunde hat während der Spar­zeit keinen Zugriff auf sein Geld.

Konto­eröff­nung einfacher als früher

Der Aufwand, ein neues Konto einzurichten, ist inzwischen nicht mehr so groß wie früher. Kunden können das heute in wenigen Minuten erledigen – und zwar per Video­chat am eigenen Computer oder Tablet mit einge­bauter Kamera.

Für alle, die noch keine Vorstellung davon haben, wie das funk­tioniert, haben wir die Konto­eröff­nung per Video­chat einmal beispielhaft für die ING-Diba durch­gespielt. Das Ergebnis kann man sich im Internet ansehen (Special Konto eröffnen per Videochat).

Geht immer: die dauer­haft Guten

Wer nicht mehrere Konten eröffnen will, für den bleibt immerhin noch eine Möglich­keit: Er kann zu einem Anbieter gehen, der durch­gängig etwas bessere Zinsen bietet als die eigene Haus­bank (Tabelle Dauerhaft gut). Allerdings sind die Zinsen geringer als bei den Neukunden­angeboten. Bestenfalls 0,85 Prozent bei der hollän­dischen Bank MoneYou sind hier derzeit möglich. Bliebe der Zins­satz stabil, wären das knapp 56 Euro in vier Monaten oder 170 Euro in einem Jahr.

Vorsicht bei sehr hohen Zinsen

In unseren Tabellen stehen nur Banken, die an die deutsche oder die europäische Einlagensicherung gebunden sind. Damit sind Spar­guthaben formal bis 100 000 Euro abge­sichert. Bei großen und gesunden Volks­wirt­schaften mit einem funk­tionierenden Bankensektor wie Deutsch­land oder den Nieder­landen kann der Kunde darauf vertrauen, dass alles frist­gerecht klappt.

Fraglich ist aber, ob er das auch bei Banken in schwächeren oder kleineren Volks­wirt­schaften kann, etwa Malta oder Bulgarien. In unseren Tabellen finden sich nur Angebote aus Ländern, die von den drei größten Rating-Agenturen die Bestnote erhalten haben (Tabelle Noten für die Wirtschaftskraft).

An die Steuer denken

Um die Zins­erträge ohne Abzüge zu erhalten, ist ein Frei­stellungs­auftrag bei der Bank nötig. Dann zieht diese keine Abgeltung­steuer ab. Das lohnt sich vor allem für diejenigen, die den Sparerpausch­betrag von 801 Euro (1 602 Euro für Ehepaare) nicht ausschöpfen, also gar keine Steuern zahlen müssten. Ohne Frei­stellungs­auftrag kann sich der Kunde zu viel gezahlte Steuer erst mit der nächsten Steuererklärung zurück­holen.

Achtung: Wenn Sie beim Tages­geld-Hopping die Bank mehr­fach wechseln, müssen Sie Ihren Pausch­betrag entsprechend aufteilen: zum Beispiel den Banken jeweils einen Frei­stellungs­auftrag bis 100 Euro erteilen.

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