Tagesgeld-Angebot des Bundes Schnelltest

Ein Tagesgeldkonto beim Staat - ab dem 1. Juli ist das möglich. Dann bietet der Bund die sogenannte Tagesanleihe an. Mit dem Angebot wendet er sich ausdrücklich an Privatanleger. test.de sagt, für wen sich die Tagesanleihe lohnt.

Angebot

Die Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH bietet die sogenannte Tagesanleihe (ISIN DE 0001030070) an. Die beim Bundesfinanzministerium angesiedelte Finanzagentur verwaltet die Schulden des Bundes. Sie legt auch Bundesanleihen, -obligationen, -schatzbriefe und Finanzierungsschätze auf. Das Produkt funktioniert ähnlich wie ein Tagesgeldkonto bei einer Geschäftsbank. Die Zinserträge werden jedoch laufend börsentäglich dem Anlagebetrag zugeschlagen und am Jahresende steuerlich verrechnet. Die Finanzagentur verzinst das Geld der Anleger mit einem Abschlag von 7,5 Prozent auf den Eonia. Das ist der Zinssatz, zu dem sich die Geschäftsbanken untereinander kurzfristig über Nacht Geld ausleihen (European Over Night Index Average – Europäischer Übernacht-Durchschnittsindex, abgekürzt Eonia). Aktuell wären das etwa 3,7 Prozent im Jahr. Den Verlauf des Eonia können Anleger im Internet verfolgen. Zum Beispiel auf der Seite der Bundesbank oder der Österreichischen Nationalbank. Wichtig für Sparer: Die Zinserträge in diesem Jahr unterliegen der Einkommensteuer, ab nächstem Jahr der Abgeltungsteuer.

Mindestanlage 50 Euro

Mindestens 50 Euro müssen Anleger auf das Konto einzahlen. Abheben können sie ihr Geld an jedem Bankgeschäftstag. Gebühren fallen nicht an. Vor der ersten Einzahlung müssen Interessenten ein Einzelschuldbuch bei der Finanzagentur eröffnen. Das geht zum Beispiel im Internet unter www.tagesanleihe.de. Die Anmeldeformulare lassen sich aber auch per Post anfordern bei: Deutsche Finanzagentur, Stichwort „Tagesanleihe“, 60653 Frankfurt am Main. Zudem hat die Finanzagentur eine kostenlose Hotline eingerichtet: 0 800/222 55 62.

Vorteil

Die Anleger haben die Garantie, dass der Zins täglich dem aktuellen Marktzins angepasst wird. Bei Geschäftsbanken ist der Anleger dagegen auf den guten Willen der Banken angewiesen. Das zeigen die aktuellen Zinssätze für Tagesgeldkonten, die unter drei, aber auch schon bei fünf Prozent liegen können. Das bei der Finanzagentur angelegte Geld ist zudem absolut sicher.

Nachteil

Das Angebot reicht nicht an die derzeit verfügbaren Spitzenangebote der Banken heran. Wer immer den maximalen Zins erzielen will, muss weiterhin auf dem Markt auf Schnäppchenjagd gehen. Ein höherer Zins birgt aber häufig auch Risiken. Deshalb sollten Anleger immer die Einlagensicherung der Bank prüfen, bei der sie anlegen wollen und nicht mehr anlegen als tatsächlich abgesichert ist.
Tipp: Aktuelle Konditionen von vielen Anbietern finden Sie im Infodokument Tagesgeldkonten und Festgelder.

Fazit

Die Tagesanleihe des Bundes eignet sich gut für Anleger, die bereits Bundeswertpapiere besitzen. Läuft ein Bundeswertpapier aus, bringt es keinen Ertrag, bevor es der Besitzer neu anlegt. Die Tagesanleihe bietet die Möglichkeit, solche Beträge gewinnbringend zwischenzuparken. Auch Kunden von Filialbanken, die nicht im Internet nach günstigen Tagesgeldangeboten suchen wollen, können mit der Tagesanleihe gewinnen. In der Regel bieten die üblichen Hausbanken Tagesgeldkonten zu schlechteren Konditionen als die Finanzagentur an.

Dieser Artikel ist hilfreich. 370 Nutzer finden das hilfreich.