So haben wir getestet

Finanztest hat 22 Angebote für Tages­geld­konten untersucht. Pro Bank haben jeweils drei geschulte Tester ein Tages­geld­konto eröffnet. Der Test fand zwischen Januar und April 2014 statt. Wir haben die Banken ausgewählt, die Anfang des Jahres in unseren „Top 20 Tages­geld­konten“ standen oder die für Neukunden zeitlich befristet über­durch­schnitt­liche Zinsen boten zum Produktfinder Tagesgeld Das Konto müssen die Kunden über das Internet führen können. Wir haben nur Tages­geld­konten ohne zusätzliche Kosten aufgenommen. Der Zins muss für einen Anla­gebetrag von mindestens 20 000 Euro gelten.

Abwertung: Bei mangelhafter Haftung kann das Finanztest-Qualitäts­urteil nicht besser als ausreichend sein.

Konto­eröff­nung (25 %)

Wir haben geprüft, ob der Kunde sich für die Konto­eröff­nung so legitimieren muss, wie es der deutsche Gesetz­geber fordert. Wir haben bewertet, wie lange es nach dem Antrag dauert, bis ein Kunde über das Konto verfügen kann. Die Bank sollte vom Kunden nicht verlangen, dass er eine Schufa-Klausel unter­schreibt. Wir haben von der Bank erwartet, dass der Kunde die Daten nur in einem gesicherten Bereich auf der Internetseite eingeben kann, die Geschäfts­bedingungen zur Kennt­nis nimmt, sein Widerrufs­recht kennt und bei der ersten Anmeldung seine Zugangs­daten ändert.

Konto­führung (35 %)

Der Kunde sollte jeder­zeit seinen Konto­stand abfragen und reibungs­los Über­weisungen ausführen können. Auf Anfragen per E-Mail müsste er zügig eine Antwort bekommen. Die Bank sollte durch­setzen, dass der Kunde ein sicheres Pass­wort wählt.

Wenn er sein Konto sperren lassen will, muss sie das sofort tun und die neuen Zugangs­daten für das Konto zügig verschi­cken. Wir haben ermittelt, ob Online­banking mit den gängigen Betriebs­systemen und Browsern für PC und Handy möglich ist. Wir haben geprüft, ob auch Minderjäh­rige ein Konto eröffnen können, ob Gemein­schafts­konten und Voll­machten möglich sind.

Haftung (15 %)

Die Änderung der Zahlungs­diens­teregeln 2009 hat die Haftungs­grund­lagen für den Verbraucher verbessert.

Für den Kunden sollte deutsches Recht gelten und die Vertrags­bedingungen müsste er in deutscher Sprache bekommen. Wir haben geprüft, ob die Bank den Kunden nur zumut­bare Sorgfalts­pflichten auferlegt, zum Beispiel, dass er seine Zugangs­daten geheim hält und der Bank sofort meldet, wenn er einen Miss­brauch vermutet. Die Bank darf ihn verpflichten, nicht auf E-Mails zu reagieren, die ihn auffordern, seine Zugangs­daten einzugeben. Unzu­mutbar ist es dagegen zum Beispiel zu verlangen, dass der Kunde seinen Computer über eine Firewall schützt. Die Bank sollte sich verpflichten, den Kunden vor Vertrags­schluss zu informieren, wo er einen Miss­brauch melden und sein Konto sperren lassen kann. Sie müsste dafür sorgen, dass die Zugangs­daten sicher zum Kunden gelangen, müsste sichere Online­banking-Verfahren bereit­stellen und vereinbarte Höchst­grenzen für Über­weisungen einhalten. Positiv bewertet haben wir es, wenn die Bank im Schadens­fall auf einen Selbst­behalt des Kunden verzichtet und wenn es eine Einlagensicherung gibt, die über die gesetzliche Grenze von 100 000 Euro hinaus­geht.

Sicherheit (25 %)

Bei Tages­geld­konten ist es nicht nur wichtig, mit welchen Online­banking-Verfahren der Kunde seine Bank­geschäfte erledigen kann. Gleich­zeitig haben wir geprüft, ob eine Über­weisung nur auf ein vorher fest­gelegtes Referenz­konto möglich ist. Wir haben erwartet, dass das Referenz­konto denselben Konto­inhaber hat und es auch nach­weislich nur vom Konto­inhaber geändert werden darf. Wir haben verlangt, dass die Bank ihre Kunden über mögliche Gefahren beim Online­banking umfassend und aktuell informiert. Nachdem der Kunde sich einge­loggt hat, sollte die Internetseite der Bank SSL-verschlüsselt und die Verschlüsselung in der Adress­leiste sicht­bar sein. Wichtig ist, dass der Server sich auto­matisch abmeldet, wenn der Kunde beim Online­banking längere Zeit nicht aktiv ist.

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