Tages- und Festgeld Meldung

Viele Sparer scheuen sich, ihr Geld bei Direktbanken anzulegen. Dabei ist das einfach und sicher. Obendrein bringt es mehr Zins. Die Produktfinder Zinsen auf test.de zeigen, wo die Anlage am meisten abwirft. Dazu sechs Direktbanken im Porträt.

Bis zu 2,6 Prozent Zinsen bekommen Sparer zurzeit für ihr Geld, wenn sie es auf das Tages­geld­konto bei einer Direkt­bank über das Internet anlegen. Wie jedes Tages­geld ist die angelegte Summe dort ständig verfügbar, aber die Zinsen können sich auch jeder­zeit ändern.

Das Spitzen­angebot macht zurzeit die Bank of Scot­land. MoneYou, die Onlinemarke der nieder­ländischen ABN Amro Bank bietet 2,52 Prozent Zinsen pro Jahr. Andere Direkt­banken folgen mit 2,4 Prozent. Bei Filial­banken gibt es dagegen nur etwa 1,25 Prozent Zinsen pro Jahr.

Die güns­tigeren Konditionen können Direkt­banken anbieten, weil sie kein kosten­intensives Filialnetz brauchen und mit deutlich weniger Personal auskommen.

Trotz der besseren Zinsen scheuen aber auch viele Finanztest-Leser die Online­banken, wie wir aus ihren Nach­fragen zu den attraktiven Angeboten wissen. Sie nehmen nied­rigere Zinsen in Kauf, weil ihnen die Namen der Topanbieter unbe­kannt sind. Sie sorgen sich, dass ihr Geld bei ausländischen Banken nicht sicher sein könnte oder dass Hacker die Onlines­park­onten angreifen.

Wir können unsere Leser beruhigen. Die unbe­kannten Namen sind meist Onlinemarken renommierter deutscher oder ausländischer Banken. Wer zu wem gehört und in welcher Höhe die Erspar­nisse eines jeden Anlegers geschützt sind, stellen wir in den Unter­nehmens­porträts vor.

In den Produktfindern Zinsen und auch im Infodokument Tagesgeld und Festgeld führen wir nur Anbieter auf, deren Einlagensicherung das Kundengeld mit mindestens 100 000 Euro pro Kunde voll­ständig schützt. Voraus­setzung für die Aufnahme in die Daten­bank ist zudem, dass das Angebot komplett kostenlos ist.

Die Sant­ander Bank (ehemals SEB) musste sich zum Beispiel mit ihrem Tages­geld­konto aus unserer Liste verabschieden, weil sie seit kurzem Porto verlangt. Die Spar­konten dürfen auch nicht an andere kosten­pflichtige Angebote wie ein Depot gekoppelt sein.

Weitere Bedingung: Der Zins muss für mindestens 20 000 Euro gelten und darf nicht befristet sein.

Hohe Sicherheit durch Referenz­konto

Die Konto­eröff­nung bei einer Direkt­bank ist keine große Sache. Kunden müssen sich jedoch erst einmal identifizieren. Dazu drucken sie sich von der Internetseite der Direkt­bank den Konto­eröff­nungs­antrag und das Formular für das Postident-Verfahren aus. Mit den ausgefüllten Anträgen gehen sie in eine Post­filiale. Dort prüft der Post­angestellte anhand des Personal­ausweises die Identität des Sparers und schickt die Anträge an die Bank.

Die weitere Kommunikation mit der Bank geschieht meist über das Internet, zum Teil auch telefo­nisch oder per Post.

Für Tages- und Fest­geld­anlagen verlangen Anbieter meist, dass der Sparer ein Referenz­konto angibt, das auf seinen Namen lautet. Üblicher­weise ist es das Giro­konto des Anlegers. Von dort aus über­weist er sein Erspartes auf das Tages­geld- oder Fest­geld­konto. Möchte er sein Geld zurück­haben, wird es kostenfrei auf sein Referenz­konto zurück­über­wiesen.

Umleitungen auf andere Konten sind damit so gut wie ausgeschlossen. Sicher­heits­probleme mit solchen Tages- und Fest­geld­konten sind bis heute nicht bekannt.

Sparer, die dem Internet trotzdem nicht trauen oder zu faul sind, alles am Computer zu machen, sind nicht zwangs­läufig auf die nied­rigeren Zinsen der Filial­banken angewiesen. Sie können bei einigen Direkt­banken ihre Aufträge auch per Telefon erteilen – zum Beispiel bei der Garan­tibank oder der Credit Europe Bank.

Leser erkennen solche Banken in den Produktfindern Zinsen und auch im Infodokument Tagesgeld und Festgeld an der Telefon­nummer hinter dem Namen der Bank.

Wollen Kunden Geld von ihrem Fest­geld- oder Tages­geld­konto abheben, veranlassen sie eine Rück­über­weisung auf ihr Referenz­konto. Meist brauchen sie dazu nur ein Telefon- oder Onlinepass­wort, es gibt aber auch andere Varianten.

Die Bank of Scot­land stellt zusätzlich eine von mehreren möglichen „Sicher­heits­fragen“. Fragen und Antworten hinterlegt der Kunde bei der Konto­eröff­nung. Antwortet er dreimal falsch, muss er sich per E-Mail um neue Identifizierungs­daten kümmern.

Es gibt auch Banken wie die Deutsche Skat­bank, bei denen der Kunde für jede Rück­über­weisung eine Trans­aktions­nummer (Tan) braucht. Die Nummer schickt ihm die Bank aufs Handy oder er erzeugt sie mit einem Tan-Generator selbst, indem er seine Chipkarte in das kleine Gerät steckt.

Beides kostet Geld: Für den Tan-Generator zahlt der Kunde bei der Skat­bank einmalig je nach Fabrikat zwischen 10 und 20 Euro, für jede SMS 10 Cent. Warum der Kunde dafür bezahlen soll, leuchtet aber nicht ein.

...alle Tages- und Fest­geld­angebote finden Sie in unserem Produktfinder Zinsen und auch im Infodokument Tagesgeld und Festgeld.

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