„Tag gegen Lärm“ Meldung

Etwa 80 Prozent der Deutschen fühlen sich durch Lärm belästigt. Straßen- aber auch Fluglärm rangieren dabei auf den vordersten Plätzen. Nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Akustik nimmt die Lärmbelastung insgesamt sogar noch weiter zu. Um also weiterhin auf die Probleme aufmerksam zu machen, führt die Gesellschaft heute zum zehnten Mal den „Tag gegen Lärm“ durch. Denn zu viel Lärm kann krankmachen. Unterstützt wird die Aktion vom Umweltbundesamt und dem Bundesumweltministerium. test.de sagt, was jeder selbst tun kann, um unnötigen Lärm zu vermeiden.

Autos und Flugzeuge

Alarmierend: Etwa 80 Prozent der Deutschen fühlen sich belästigt durch zu viel Lärm. Fast jeder fünfte ist hörgeschädigt. Und jeder vierte Jugendliche hat bereits Schäden durch Lärm erlitten, die nicht mehr heilbar sind. Die größten Lärmverursacher: Straßen- und Luftverkehr. Aber auch die Lautstärke in Diskotheken und von MP3-Player, auf Baustellen, oder im Schienenverkehr ist nicht zu unterschätzen. Selbst Kinderspielsachen wie sprechende Kuscheltiere oder Spieluhren sind oft gefährliche Krachmacher.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlafstörungen

Zu viel Lärm macht auf Dauer krank. Das gilt aber nicht nur für die Ohren. Neben Hörschäden und Tinnitus hat ein andauernder Lärmpegel auch Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System. Nach einer Studie des Umweltbundesamtes etwa steigt das Herzinfarktrisiko bei Männern um 30 Prozent, wenn sie längere Zeit in Gebieten mit hohem Verkehrslärm wohnen. Auch gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen Fluglärm und erhöhtem Arzneimittelverbrauch. Wer besonders nachts lauten Geräuschen ausgesetzt ist, kann zudem unter Schlafstörungen leiden. Fatal, denn die nächtliche Regeneration ist wichtig für den Körper. Wenn sie fehlt, sinkt die Leistungsfähigkeit. Doch Lärm kann auch den Stresspegel nach oben treiben und die Lebensqualität erheblich verschlechtern. Und: Nach einer Studie der Pennsylvania State University macht Straßenlärm auch dick: Um sich zu beruhigen greifen Menschen, die dem erhöhten Geräuschpegel ausgesetzt sind, öfter zu kalorienreichen Snacks und Süßigkeiten.

So vermeiden Sie unnötigen Lärm

Niemand kann Lärm dauerhaft vermeiden. Wer an einer verkehrsreichen Straße wohnt, bleibt meist nur der Umzug in eine andere Wohngegend. Doch es gibt Möglichkeiten, im Haushalt für weniger belastende Geräusche zu sorgen. Manchmal kann sich aber auch eine Beschwerde beim Amt lohnen, etwa wenn der Lärm der nahen Baustelle unerträglich wird. test.de gibt Tipps:

  • Lärmschutzfenster. Fragen Sie in Ihrer Gemeinde nach: Im Rahmen der so genannten Lärmsanierungsprogramme wird der Einbau von Lärmschutzfenstern oft mit einem Zuschuss gefördert oder sogar vollständig übernommen.
  • Beschwerden. Die nahe Baustelle macht unerträglichen Krach, das Verkehrsaufkommen in Ihrer Straße wird immer dichter und der Nachbar feiert jeden Abend mit lauter Musik: Wenn Sie sich durch die starke Lärmbelästigung dauerhaft gestört fühlen, sollten Sie aktiv werden. Wenden Sie sich an den Bauherren, Ihre Gemeinde oder den Vermieter.
  • Rücksicht nehmen. Auch Sie sollten dafür sorgen, dass sich andere nicht unnötig gestört fühlen. Halten Sie daher die vorgeschriebenen Ruhezeiten ein.
  • Autoreifen. Automotoren sind in den vergangenen Jahren schon etwas leiser geworden. Doch auch die Abrollgeräusche der Reifen tragen wesentlich zum Geräuschpegel von Autos bei. Allerdings hat sich hier noch nicht viel getan. Die Stiftung Warentest überprüft diese Geräusche im Rahmen der Umweltprüfung regelmäßig im Reifentest.
  • MP3-Player und Stereoanlagen. Auch wenn es manchmal schwerfällt: Drehen Sie die Musik nicht bis zum Anschlag auf. Wer über längere Zeit zu laute Musik über Kopfhörer hört, kann seinen Ohren bleibende Schäden zuführen. Und die nächtens aufgedrehte Stereoanlage kann auch die Nachbarn um den wohlverdienten Schlaf bringen.
  • Haushalts- und Gartengeräte. In Tests der Stiftung Warentest kam immer wieder heraus: Auch Haushaltsgeräte wie Staubsauger können regelrecht Krach verursachen. Achten Sie beim Kauf von Staubsauger, Mixer und Co. also auf den Lärmpegel. Das gilt natürlich ebenso für Gartengeräte wie Rasenmäher. Hilfe gibt auch das Umweltsiegel „Blauer Engel“.
  • Kinderspielzeug. Schon die Kleinsten sind oft erheblichen Lärmbelastungen ausgesetzt - manchmal sogar im eigenen Kinderzimmer. Denn Spielsachen wie sprechende Kuscheltiere, Spieluhren oder Kindertelefone sind oft zu laut für Kinderohren. Das kann zu Hörschäden führen, wenn das Spielzeug dicht neben dem Ohr liegt. Die Stiftung Warentest hat Kinderspielsachen getestet und sagt, worauf Sie achten sollten, damit Ihr Kind keine Hörschäden bekommt.

„Tag gegen Lärm“

Die Deutsche Gesellschaft für Akustik veranstaltet den „Tag gegen Lärm“ in diesem Jahr zum zehnten Mal. Auf der Website finden Sie weitere Informationen zum Thema, Veranstaltungshinweise und Ansprechpartner, wenn Sie Fragen zum Thema Lärm haben.

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