Tachomanipulation Meldung

Keine Gewähr für die wirkliche Laufleistung: Der Kilometerzähler ist bei vielen Autos geschönt.

Die Ehre gebührt dem ADAC. Er hat dafür ­gesorgt, dass Verkehrs- und Justizministerium Tachomanipulationen künftig mit bis zu einem Jahr Gefängnis bestrafen wollen. Im Frühjahr hatten Mitarbeiter des Autoclubs bei fünf Wagen verschiedener Marken die Tachos um bis zu 40 000 Kilometer zurückgedreht und sie dann zu Fachwerkstätten gefahren. Der Auftrag: „Finden Sie raus, ob der Tachostand manipuliert ist!“ Niemand erkannte die Manipulationen.

Viele Hinterhofwerkstätten bieten ganz ­offen „Tachojustierung“ an, je nach Modell kostet das oft nicht einmal 100 Euro. Ob ­digitales oder mechanisches Zählwerk: ­Zurückgedreht werden kann alles.

Zurzeit ist das auch nicht verboten. Nur wenn ein Besitzer seinen Wagen mit manipuliertem Zähler verkauft und den ­Eindruck erweckt, er zeige die tatsächliche Fahrleistung, macht er sich strafbar. Nach ADAC-Schätzungen wird jeder dritte Gebrauchtwagen mit manipuliertem Zähler verkauft – zum Schaden der Käufer. Für Verkäufer ist der schnelle Dreh wohl zu verlockend.

„Wir glauben, dass nicht nur Privatleute den Tacho zurücksetzen lassen, sondern gerade auch viele Händler der Versuchung nicht widerstehen“, erklärt Ulrich May vom ADAC.

Tipp: Noch können Sie als Gebrauchtwagenkäufer leicht betrogen werden. Verlangen Sie daher wenigstens eine schriftliche Bestätigung, dass Tachostand und Laufleistung übereinstimmen. Prüfen Sie das Serviceheft, ob eingetragene Wartungstermine und Zählerstände plausibel sind. Mitunter hilft auch ein Blick unter die Haube: Hängt am Ölmessstab ein Zettel („Letzter Ölwechsel bei 80 000 km“) und zeigt der Tacho 60 000 Kilometer, liegt der Betrug auf der Hand.

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