Technik erklärt: So verstehen Sie das Daten­blatt

Wer im Handel einen mobilen Computer kaufen will, wird mit vielen - teils kryptischen - Informationen versorgt. Wir erklären, worauf es beim Kauf ankommt und was das Technikkauderwelsch eigentlich bedeutet.

Prozessor

i3“, „i5“, „i7“ – so heißen die Leistungs­klassen bei den häufig einge­setzten Intel-Prozessoren: i3 ist die schwächere Einstiegs­klasse, i7-Prozessoren sind sehr leistungs­stark. Auch die Prozessor-Generation ist wichtig. Nutzer erkennen sie an der ersten Zahl nach dem Binde­strich. Bei Intel sollte es mindestens die 8. Generation sein. Aktuell werden Rechner mit der 10. Generation der Intel­prozessoren ausgestattet. Das „U“ am Ende einer Bezeichnung steht für geringen Energieverbrauch („Ultra Low Power“). Die Takt­frequenz, etwa 1,6 Gigahertz (GHz), sagt, wie schnell der Prozessor rechnet.

Zudem ist die Zahl der Prozessorkerne wichtig. Vier Kerne sind meist üblich, es gibt auch zwei, sechs oder acht – die Angabe findet sich oft im Daten­blatt. Ein weiterer bekannter Prozessoranbieter neben Intel ist AMD. Der Anbieter unterscheidet für mobile Computer zwischen zwei Serien. Der A-Serie und der Ryzen-Serie. Beide Serien gibt es jeweils in einer Basis­variante und einer Pro-Variante, die laut AMD für Business­nutzer ausgelegt ist. Ähnlich wie bei Intel gibt es auch in den jeweiligen Serien verschiedenen Leistungs­klassen und Kombinationen zwischen Prozessor und Grafikchip.

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Bild­schirm

Übliche Angaben bei Ultra­books sind etwa 13,3‘‘oder 14‘‘. Bei Notebooks sind 15,6‘‘ häufig zu finden. Sie bemessen die Diagonale in Zoll. Ein kleiner Bild­schirm bei einem mobilen Computer mit Tastatur misst etwa 10 Zoll (25,4 Zenti­meter), sehr groß sind 17,3 Zoll (43,9 Zenti­meter). Angaben wie 1 920 x 1 080 Pixel beschreiben die Bild­schirm­auflösung, also wie viele Bild­punkte der Bild­schirm darstellt. Je höher die Zahl, desto detailreicher das Bild. Hoch­aufgelöste Fotos oder Filme wirken angenehmer. 1 920 mal 1 080 Pixel (FullHD) sind derzeit gängig. Bei kleineren Bild­schirm­diagonalen ist eine sehr hohe Auflösung weniger wichtig, wie bei großen Bild­schirmen, da sich hier die Bild­punkte auf eine größere Fläche verteilen.

Eine weitere Orientierung bietet hier eine DPI-(Dots Per Inch)-Angabe (manchmal auf PPI für „Pixel Per Inch“), die angibt, wie viele Bild­punkte sich auf einem Zoll verteilen.

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Arbeits­speicher (RAM)

Auf diesen Zwischenspeicher (Random Access Memory) greifen Programme beim Arbeiten zu. Viel hilft viel, besonders wenn der Nutzer mehrere leistungs­hung­rige Anwendungen gleich­zeitig startet und verwendet. Ideal sind mindestens 8 Gigabyte (GB). Manch Rechner kommt auch schon mit 16 Gigabyte daher. Bei großen Notebooks lässt sich der Arbeits­speicher mitunter aufrüsten. Bei Ultra­books und Convertibles ist es eine Seltenheit, dass eine Wartungs­klappe bereit steht, damit der Arbeits­speicher im Nach­hinein ohne großen Aufwand vom Nutzer ausgetauscht werden kann.

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Daten­speicher

Es sollte ein schneller SSD-Speicher (Solid State Drive) mit mindestens 256 Gigabyte (GB) einge­baut sein. Wer fürchtet, dass der Speicher mit Fotos oder Videos ausgelastet sein könnte, wählt besser gleich 512 Gigabyte Kapazität aus. In Geräten mit viel Speicher kommt häufig noch ein güns­tigerer, aber lang­samerer und schwererer HDD-Speicher (Hard Disk Drive) zum Einsatz. Es gibt Geräte die SSD und HDD kombinieren. Das Betriebs­system läuft dann idealer­weise auf der schnellen SSD, große Daten­mengen werden auf der HDD gespeichert. Da SSD-Speicher anders als HDD-Speicher keine mecha­nischen Bauteile aufweisen, sind sie etwas weniger anfäl­lig. Achten Sie auf eine Wartungs­klappe zum Tausch der SSD, damit sie im Nach­hinein der Speicher noch aufrüsten oder reparieren können, ohne einen teuren Dienst­leister bemühen zu müssen.

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Grafikchip

Ein Grafikchip mit eigenem Speicher, zum Beispiel 4 Gigabyte, ist für alle sinn­voll, die Spiele spielen oder oft Fotos oder Videos bearbeiten. So kann der Rechner bei entsprechenden Anwendungen auf den Grafikspeicher zurück­greifen und der Arbeits­speicher wird geschont. Für viele alltägliche Anwendungen, wie Internetsurfen ist der integrierte Grafikchip auf dem Prozessor aber mehr als ausreichend.

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Akku

Die Akku­kapazität wird üblicher­weise in Milli­ampere­stunden (mAh) oder die im Akku gespeicherte Energie in Watt­stunden (Wh) angegeben. Je höher der angegebene Wert, desto länger hält theoretisch der Akku durch. Allerdings hängt die tatsäch­liche Nutzungs­dauer stark davon ab, wie der Computer durch den Anwender ausgelastet wird. Die Anbieter­angaben zur Lauf­zeit sind daher allenfalls hilf­reiche Richt­werte. Vergleich­bare Mess­werte für unterschiedliche Nutzungs­szenarien, etwa beim Internetsurfen mit maximaler Bild­schirmhel­ligkeit, stellen wir für jedes Produkt in unserer Daten­bank dar. Der Akku ist zudem ein Bauteil, dass über die Jahre immer stärker an Kapazität verliert. Wer möglichst lange etwas von seinem mobilen Computer haben will, sollte daher darauf achten, dass er den Akku selbst wechseln kann oder sich erkundigen, was der Wechsel eines fest­verbauten Akkus gegebenenfalls beim Anbieter kosten würde.

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Anschlüsse

Mindestens ein moderner USB-C-Anschluss sollte bei einem neuen Rechner an Bord sein, um auch in Zukunft etwa eine externe Fest­platte für schnellen Daten­austausch anzu­schließen. Mit manchen USB-C-Anschlüssen lassen sich auch externe Monitore anbinden. Je nach Monitor braucht es dafür dann ein entsprechendes Kabel, etwa von USB-C auf HDMI. Viele Geräte lassen sich mitt­lerweile auch über USB-C aufladen. Das ist einer­seits vorteilhaft, weil nicht jeder Computer ein eigenes Netz­teil braucht, anderer­seits ist der Anschluss während es Aufladens aber auch für andere Geräte blockiert.

Weitere, klassische USB-Anschlüsse (2.0 oder 3.0) sind sinnvoll, um ältere Geräte wie Drucker, USB-Sticks oder ältere externe Fest­platten weiter anschließen zu können. Per HDMI- oder Mini-HDMI-Anschluss (High Definition Multimedia Inter­face) gelingt die Verbindung zum Fernseher oder Beamer. Manch mobiler Computer verfügt zudem über einen SD-Karten-Leser, in den etwa die Speicherkarte der Kamera einge­setzt werden kann, um Fotos zu über­tragen.

Mit vier einheitlichen, vielseitig nutz­baren USB-C-Anschlüssen ist das MacBook Pro auf der Höhe der Technik – braucht aber Adapter für viele Verbindungen.

Wind­ows-Notebooks im Test bieten dagegen eine Vielfalt älterer, spezialisierter Anschlüsse – Wort­mann sogar noch einen analogen VGA-Monitor­anschluss.

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