Tablets im Test

Betriebs­system, Größe, Ausstattung

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Wichtige Fragen bei der Suche nach dem richtigen Tablet: Welches Betriebs­system? Welche Rolle spielen Größe und Ausstattung? Durch kluge Wahl lässt sich viel Geld sparen.

Tablets im Test Testergebnisse für 94 Tablets

Inhalt

Android und iPadOS machen den Markt

Den Groß­teil des Marktes machen Android und iPadOS unter sich aus. Amazon setzt auf ein modifiziertes Android-Betriebs­system namens Fire OS, das für Nutzer mit einigen Einschränkungen verbunden ist. Huawei verwendet bei älteren Geräten Android, wird aber seit Sommer 2020 von US-Sanktionen beein­trächtigt – neuere Geräte laufen daher mit dem Huawei-eigenen Betriebs­system HarmonyOS.

Was brauchen Sie wirk­lich?

Welches Tablet passt zu Ihnen? Drei Fragen führen Sie zum Ziel:

  1. Welches Betriebs­system ist für mich das richtige? Haben Sie zum Beispiel bereits ein iPhone, ist es bequem, jeder­zeit ohne Aufwand Daten zwischen Tablet und Smartphone synchronisieren zu können (siehe Betriebssysteme im Vergleich).
  2. Wie groß soll mein Tablet sein? Riesen sind oft fürs Arbeiten optimiert, die „Normal­großen“ eignen sich gut fürs Sofa und die Kleinen für unterwegs (siehe Größe und Ausstattung – hier lässt sich sparen).
  3. Welche Ausstattung brauche ich? Viele Geräte gibt es mit unterschiedlich viel Speicher­platz und Schnitt­stellen wie etwa nur für WLan, oder auch mit LTE oder 5G. Wer vorher weiß, was er nicht braucht, kann Geld sparen (siehe Größe und Ausstattung – hier lässt sich sparen).

Betriebs­systeme im Vergleich

Tablets im Test - Die neuen Anbieter greifen an
Vorentscheidung. Android-Tablets eignen sich insbesondere für Menschen, die bereits ein Android-Handy nutzen. Wer ein iPhone hat, wird sich wiederum beim iPad wie zu Hause fühlen. © Stiftung Warentest

Am Smartphone orientieren

Wer bereits ein Smartphone besitzt, hat damit oft schon eine Vorentscheidung für die Tablet-Wahl getroffen. Denn auf den allermeisten Tablets läuft eins der beiden wichtigsten Smartphone-Systeme: Android von Google oder iOS von Apple. Offiziell heißt das Apple-Betriebs­system zwar inzwischen iPadOS – dabei handelt es sich aber letzt­lich um eine auf Tablets spezialisierte Variante von iOS. iPhone-Nutzer werden daher beim Tablet-Kauf meist auf ein iPad setzen. Und Besitzer eines Android-Smartphones werden oft eher zu einem Android-Tablet greifen. Schließ­lich ist Ihnen die Bedienung des jeweiligen Systems schon geläufig.

Wer nicht doppelt kaufen will, bleibt beim gleichen System

Außerdem laufen die Apps, die ein Smartphone-Nutzer für sein Handy gekauft hat, nur auf Tablets mit dem gleichen System: Android-Apps funk­tionieren nur auf Android-Geräten, iOS-Apps nur auf Apple-Geräten. Wer viele kosten­pflichtige Apps nutzt und nicht alle doppelt kaufen will, bleibt beim gleichen System.

Android für Tablets: Größere Auswahl, mehr Flexibilität

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Das Android-System von Google läuft auf einer Vielzahl von Geräten. So gibt es eine riesige Auswahl an Android-Tablets in unterschiedlichsten Preislagen und Qualitäts­stufen. Bei vergleich­barer tech­nischer Leistung sind Android-Geräte oft güns­tiger als Apples iPads.

Offeneres System

Weiterer Vorteil von Android: Verglichen mit iPadOS ist das Google-System in mancher Hinsicht offener. Der Nutzer kann die Bedien­oberfläche flexibler an seine Vorlieben anpassen. Apps kann er nicht nur aus dem Play Store von Google installieren, sondern auch aus beliebigen anderen Quellen. Zudem bieten viele Android-Tablets die Möglich­keit, den Speicher­platz mit einer Speicherkarte zu erweitern – bei iPads ist das nicht möglich.

Fazit: Android-Tablets sind vor allem für Preisbewusste und für Technik-Freaks am interes­santesten, die die volle Kontrolle über ihre Geräte wollen.
Testergebnisse für Android-Tablets

Apple iPadOS: Geschlossenes System mit mehr Daten­sicherheit

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Beim Tablet-Pionier Apple laufen neuere iPads mit iPadOS, die älteren iPads mit iOS. Apple-Produkte sind bei vergleich­barer Ausstattung oft etwas teurer als die Android-Konkurrenz. Das Apple-System ist stärker nach außen abge­schottet als Android. Apps gibt es ausschließ­lich aus Apples App Store. Beim Thema Daten­sicherheit hat iPadOS leichte Vorteile gegen­über Android, da Gerät, Betriebs­system und App-Store aus einer Hand stammen. Zudem erhalten iPads über einen längeren Zeitraum Betriebs­system-Updates als die meisten Android-Tablets.

Fazit: iPads sind für jene am besten, die bereits andere Apple-Geräte verwenden und mehr Wert auf lang­fristige Updates legen als auf Flexibilität und güns­tige Preise.

Fire OS: Einkaufs­center Amazon

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Unüber­sehbar: Werbung aus den Amazon-Shops. © Anbieter

Auf den Amazon-Tablets läuft Fire OS, ein auf Android aufbauendes System, das nur Amazon verwendet. Nutzer können nicht auf Googles Play Store zugreifen – zumindest nicht ohne Tricks. Apps finden sie statt­dessen im Amazon App Store, der jedoch deutlich kleiner ist als die App-Stores von Apple oder Google. Viele Apps, die es für Android und iPadOS gibt, haben keine Fire-OS-Version.

Mit Werbung billiger

Was für Nutzer unpraktisch ist, lohnt sich für Amazon: Der Konzern bindet seine Kunden noch enger an sich. Die Amazon-Tablets gibt es in zwei Varianten: „mit Spezial­angeboten“ oder ohne. Die Version mit Spezial­angeboten ist güns­tiger. Kein Wunder, denn hinter dem wohl­klingenden Begriff verbergen sich Werbeanzeigen, die dem Nutzer regel­mäßig unterbreitet werden.

Fazit: Die Fire-OS-Tablets im Test binden den Besitzer eng an den Amazon-Shop. Der hat nur ein einge­schränktes App-Angebot. Wer keine nervige Werbung sehen möchte, muss mehr zahlen.

Sonderfall Huawei: Keine Google-Dienste

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Viele Tablets des chinesischen Anbieters Huawei laufen ebenfalls mit Android – neuere mit HarmonyOS, einem Huawei-eigenen Betriebs­system. Egal welches Betriebs­system verwendet wird: Huawei-Tablets mit Markt­start ab Sommer 2020 haben diverse Einschränkungen. Grund ist, dass die ehemalige Trump-Regierung US-Konzernen verboten hat, mit Huawei zu koope­rieren. Dadurch fehlen den Tablets zentrale Programme des Android-Betreibers Google: etwa der Playstore, aber auch Apps wie Gmail, Youtube oder Drive.

AppGallery mit begrenzter Auswahl

Huaweis eigener AppS­tore – die AppGallery – verfügt nicht über so viele Apps wie Googles Playstore. Ist die gewünschte App nicht vorhanden, haben Nutze­rinnen und Nutzer nur die Wahl zwischen zwei suboptimalen Optionen: Sie können den jeweiligen Dienst im Browser verwenden – oder ihn in App-Form als sogenannte APK-Datei aus potenziell unsicheren Quellen herunter­laden. Das ist nicht ganz einfach und birgt zudem Sicher­heits­risiken: Die Dateien könnten manipuliert sein und Schadsoftware enthalten.

Update-Situation für ältere Geräte unklar

Ältere Huawei-Tablets mit Markt­start vor Sommer 2020 haben zwar Google-Apps und den Play Store. Aufgrund der US-Sanktionen ist aber ungewiss, wie die Geräte künftig mit Updates versorgt werden.

Größe und Ausstattung – hier lässt sich sparen

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Vom Riesen bis zum Zwerg. Tablets gibt es aktuell in drei typischen Größen­gruppen. © Stiftung Warentest

Tablets gibt es aktuell vor allem in drei Display-Größen: Riesige Geräte mit mehr als 30 Zentimeter Bild­diagonale (11,8 Zoll oder mehr), Modelle im ursprüng­lichen Stan­dard-Format um 25 bis 30 Zentimeter (9,7 bis 11,8 Zoll) und kleinere Varianten mit 22 Zentimetern oder weniger (8,7 Zoll oder weniger). Die Riesen sind oft für‘s Arbeiten optimiert, die „Normal­großen“ eignen sich insbesondere für die heimische Couch und die Kleinen passen hervorragend ins Reisege­päck.

Tipp: Neben der Größe ist auch die Auflösung des Displays ein wichtiger Faktor. Je mehr Pixel, desto mehr Bild­informationen kann der Bild­schirm bei gleicher Bild­größe darstellen, desto schärfer wirkt das Bild – und desto teurer ist das Gerät meist.

Mit oder ohne Mobil­funk­modem?

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Tablets mit Funk­modem können eine eigene Sim-Karte verwenden. Das Mini-Sim- (links) und das Micro-Sim-Format (Mitte) werden zunehmend durch die kleineren Nano-Sims (rechts) abge­löst. © Stiftung Warentest

Den meisten reicht ein WLan. Alle Tablets können über lokale WLan-Funk­netze ins Internet. So lässt sich zum Beispiel im heimischen WLan surfen, aber auch in Cafés, Hotels oder Flughäfen, die ihren Gästen ein WLan-Netz bereit­stellen. Viele Tablets gibt es zudem in einer teureren Variante mit einem einge­bauten Mobil­funk­modem. Damit kommen die Geräte über Mobil­funk­netze eigen­ständig ins Netz, auch unterwegs. Tablets mit Funk­modem gibt es in mehreren Varianten: üblich ist heute die Unterstüt­zung des schnellen LTE-Standards, einige wenige beherr­schen auch schon das noch schnellere 5G.

Ohne Modem ist es güns­tiger. Allerdings braucht das Tablet zum Surfen über ein integriertes Mobil­funk­modem eine eigene Sim-Karte mit passendem Daten­tarif. Das lohnt nur für Nutzer, die viel unterwegs sind und mit ihrem Tablet immer und über­all ins Netz wollen. Die Stiftung Warentest hat Mobilfunknetze getestet, die Ergeb­nisse zeigen zum Beispiel Unterschiede der Anbieter im Netz­ausbau zwischen Stadt und Land. Wer es dagegen vor allem daheim oder an anderen Orten mit WLan einsetzt, kann sich den Aufpreis fürs Mobil­funk­modem sparen. Sofern zum Einkaufs­zeit­punkt verfügbar, testet die Stiftung Warentest stets die teurere Variante mit Mobil­funk­modem. Meist gibt es aber eine güns­tigere Version ohne Mobil­funk­modem.

Tipp: Wer ein Smartphone besitzt, kann mit seinem Tablet auch über dessen Mobil­funk­verbindung ins Internet. Moderne Smartphones können nämlich auch als trag­barer WLan-Hotspot dienen („Tethering“). Zumindest zum gelegentlichen Surfen unterwegs ist das eine Alternative zum eigenen Daten­tarif fürs Tablet.

Wie viel Speicher­platz?

Wofür nutzen Sie das Gerät? Viele Tablets gibt es in mehreren Varianten mit unterschiedlich viel Speicher­platz: 32, 64, 128 oder 256 Gigabyte. Wie viel Speicher ein Nutzer tatsäch­lich braucht, hängt davon ab, was er mit seinem Tablet machen will: Wer nur surfen, E-Mails checken und hin und wieder ein Spielchen spielen will, kann sogar mit 32 Gigabyte auskommen. Wer dagegen eine große Musik­samm­lung auf seinem Tablet speichern will, ist mit 64 Gigabyte besser beraten.

Filme brauchen viel Platz. Noch mehr Speicher­platz als Musikdateien benötigen Videos. Wer Filme auf seinem Tablet nicht nur als Stream aus dem Internet ansehen möchte, sondern auch in größerem Umfang auf dem Gerät speichern will, bekommt auch einen 64-Gigabyte-Speicher irgend­wann voll.

Speicher­platz für Betriebs­system berück­sichtigen. Bei allen Tablets nimmt das vorinstallierte Betriebs­system bereits Speicher­platz in Anspruch. Die Stiftung Warentest gibt daher nicht nur die absolute Speichergröße an, sondern auch, wie viel freier interner Speicher beim Kauf noch zur Verfügung steht.

Tipp: Bei Tablets mit einem Steckplatz für Speicherkarten ist die Größe des internen Speichers nicht ganz so wichtig, weil sie sich im Nach­hinein noch erweitern lässt. Bei Apples iPads und anderen Geräten ohne Speicherkarten-Slot ist das hingegen nicht möglich. Darum setzt man hier im Zweifels­fall besser von vorneherein auf eine etwas üppiger ausgestattete Variante.

Lässt sich der Akku wechseln?

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Sollte es öfter geben: Einfach heraus­nehm­bare Akkus. © Stiftung Warentest / Ralph Kaiser

Austausch oft kompliziert. Fast immer ist der Akku fest einge­baut und kann nicht von Laien gewechselt werden. Nur sehr wenige Tablets haben einen leicht austauschbaren Akku. Dabei wäre das in puncto Nach­haltig­keit ein Vorteil: Wenn der ursprüng­liche Akku irgend­wann nach­lässt, könnten Kunden einfach ein Ersatz­teil kaufen und es selbst einlegen.

Ökologische Folgen bedenken. Bei den fest einge­bauten Akkus muss hingegen oft ein Fachmann ran – das kostet extra, zudem ist das Tablet dann oft ein paar Tage lang in der Werk­statt, der Besitzer kann es also nicht verwenden. Das verleitet manchen Kunden dazu, bei schwächelndem Akku lieber ein gleich ein neues Gerät zu kaufen statt den Akku von einem Profi wechseln zu lassen. Das ist aus Nutzersicht nach­voll­zieh­bar, ökologisch allerdings ein Problem.

Mit oder ohne Tastatur?

Tablets mit Tastatur und Windows-Betriebssystem finden Sie seit Dezember 2017 in unserer Test­daten­bank Mobile Computer. Für Ihr Tablet gibt es keine speziell angepasste Tastatur? Kein Problem, Sie können jedes beliebige Tablet mit einer Bluetooth-Tastatur verbinden. Das ist vor allem dann sinn­voll, wenn Sie mit dem Gerät arbeiten wollen. Mit einer physischen Tastatur lässt sich schneller und fehler­freier tippen als mit dem virtuellen Keyboard, das zudem fast die Hälfte des Bild­schirms blockiert.

Tablets im Test Testergebnisse für 94 Tablets

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Profilbild Stiftung_Warentest am 16.08.2022 um 14:22 Uhr
Navigation

@Ernst.Prescha: 76 der 94 von uns getesteten Tablets haben GPS integriert und können daher auch zu Navigation verwendet werden. Welche Modelle genau das sind können Sie ermitteln, wenn Sie bei der Filterleiste auf der linken Seite unter „Basisdaten“ „GPS“ auswählen.
Bei den meisten Geräten ist auch ein Navigationsprogramm vorinstalliert. Bei Geräten mit Android-Betriebssystem handelt es sich meist um Google Maps und bei Geräten mit iPadOS um Apple Karten. Wenn Sie diese Navigationsprogramme verwenden möchten, benötigen Sie zusätzlich ein Tablet mit Mobilfunk z. B. für LTE und eine Sim-Karte. Falls Sie das nicht wünschen, können Sie auch eine Navigations-App mit Offline-Navigation eines anderen Anbieters für das Tablet im App-Store erwerben.

Ernst.Prescha am 16.08.2022 um 13:53 Uhr
Navigation

Was fehlt ,sind diese Tablets zum zur Navigation im Auto geeignet,

Profilbild Stiftung_Warentest am 23.06.2022 um 08:29 Uhr
Heftartikel

@endibus: Bei uns trat der Fehler nicht auf. Gerne schicken wir Ihnen den Artikel separat per Mail.

endibus am 23.06.2022 um 07:54 Uhr
Heftartikel defekt

Habe den Heftartikel auf meinem Tablet heruntergeladen und es kommt die Meldung, daß sich das PDF wegen Defekt nicht öffnen läßt.

Klippenland am 18.06.2022 um 13:26 Uhr
Billige Geräte müssen nicht schlecht sein.

Ich habe eine Weile nach einem günstigen Tablet gesucht. Am Ende blieben Telcast und Aldocube übrig. Das gewählte Aldocube ist für meine Zwecke mehr als ausreichend. Den Vergleich mit einem beruflich genutzten S7 kann es nicht mithalten. Aber die Unterschiede sind geringer als der Preisunterschied vermuten lässt. Und für rund 200 € erwarte ich auch keine Updates auf ein höheres Betriebssystem. Aber für die 2-4 Jahre, in denen die Geräte nutzbar sind, brauche ich die auch nicht.