„Tablets sollten nicht als Babysitter fungieren“

Marion Lepold. Die Diplom-Sozialpädagogin beschäftigt sich intensiv mit dem Einsatz digi­taler Medien in Kitas und Schulen.

Digitale Medien gehören zum Aufwachsen dazu. Eltern sollten ihre Kinder aber begleiten, sagt die Pädagogin Marion Lepold.

Wie sinn­voll ist es, kleine Kinder mit einem Tablet spielen zu lassen?

Kinder haben ein Recht auf gutes Aufwachsen und dazu zählt für mich auch die Nutzung neuer Medien. Eltern haben aber die Verantwortung, ihr Kind dabei nicht allein zu lassen, auf geeignete Inhalte und ein über­schaubares Maß zu achten. Tablets sollten nicht als Babysitter-Ersatz fungieren.

Ab welchem Alter sollten Kinder frühestens mit einem Tablet spielen?

Kinder entwickeln etwa ab dem dritten Lebens­jahr ein zielge­richtetes Interesse an Medien und deren Inhalten und Funk­tionen. Früher nehmen sie Tablets und Smartphones allenfalls als Reizquelle wahr, die leuchtet und Geräusche erzeugt. Wichtig für Kinder ist, dass sie insgesamt mit allen Sinnen ihre Umwelt erfahren, also auch genügend „analoge“ Erfahrungen in der realen Welt machen.

Verdrängt digitales Spielzeug das klassische?

Ich beob­achte, dass die Anzahl an digitalem oder smartem Spielzeug wächst. Eltern sollten über­legen, wie viel digitales Spielzeug es wirk­lich sein muss und dass es auch Spielzeug gibt, mit dem Kinder all ihre Sinne benutzen können. Es sollte ein ausgewogenes Neben­einander von klassischem und digitalem Spielzeug geben – immer in Abhängig­keit vom Alter und vom Entwick­lungs­stand des Kindes.

Wie lange sollten Kinder maximal am Stück auf dem Tablet spielen?

Das lässt sich pauschal nicht sagen und hängt zum Beispiel vom Alter des Kindes ab. Zusätzlich kommt es darauf an, ob es nur Inhalte konsumiert oder auch selbst kreativ tätig wird, zum Beispiel beim Malen oder Musizieren. Eltern sollten ihr Kind beim Spielen und auch danach genau beob­achten und auf Zeichen von Über­forderung wie Hippelig­keit oder Müdig­keit achten.

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