TV-Zugangsmöglichkeiten Meldung

Fernsehen über Kabel, Satellit, Antenne oder das Internet? Welcher Weg zum Bild der beste ist, hängt auch von Wohnort, Ansprüchen und vom Portmonee ab.

Entspannt auf der Couch, die Fernbedienung in der Hand – ob zehn, fünfzig oder mehrere hundert Programme zum Zappen einladen, darüber entscheidet vor allem der Übertragungsweg. Eigenheimbe­sitzer in Ballungszentren haben die freie Wahl, wie sie die Sender ins Haus holen. Selbst wer auf dem Land oder zur Miete wohnt, hat oft mehrere Möglichkeiten. Die eigenen Sehgewohnheiten entscheiden.

Traditionalisten, die möglichst wenig Aufwand betreiben möchten, sind mit dem analogen Kabelan­schluss nach wie vor gut bedient. In jedem Raum mit Kabelbuchse können sie bequem weitere Fernseher oder Rekorder einstöpseln. Auch um die Stö­rungsbe­seitigung müssen sie sich nicht kümmern. Der Kabelan­schluss kostet pro Monat ab 8 Euro aufwärts. Neuanschlüsse werden oft nur noch digital angeboten. Da das Analogsignal aber weiterhin vorhanden ist, können Zweitfernseher ohne Digitalbox angeschlossen werden.

Tipp: Zufriedene Analog-Kabelkunden soll­ten sich nicht vorschnell zum Digitalwechsel überreden lassen. Zwar ist die Kanalzahl rückläufig, ganz eingestellt wird die analoge Versorgung aber nicht so bald.

Kostenbewusste sollten einen Flirt mit dem digitalen Antennenfernsehen DVB-T wagen. Die Preise der Empfangsboxen sind günstig – ab 35 Euro. Abgesehen von der stets anfallenden Rundfunkge­bühr gibt es hier keine monatlichen Kosten, und eine Dachantenne ist in Ballungsräumen auch nicht immer erforderlich. In vielen Ecken Berlins beispielsweise kann der Zuschauer die bis zu 32 DVB-T-Kanäle sogar über eine kleine Zimmerantenne empfangen. In anderen Sendegebieten wie etwa Mecklenburg-Vorpommern muss er sich mit 9 öffentlich-rechtlichen Sendern begnügen. In Deutschland können über 90 Prozent der Bevölkerung DVB-T empfangen.

Tipp: Auch PC oder Notebook lassen sich zum (Zweit-)Fernseher umfunktionieren – mit einem DVB-T-Stick für den USB-Anschluss ab etwa 20 Euro.

Freunde von Vielfalt wählen den digitalen Kabel- oder Satellitenempfang (DVB-C/DVB-S) mit ihrem großen Programman­gebot. Für Erste­ren muss ein Vertrag mit einem Kabelanbieter abgeschlossen werden – mit monatlichen Gebühren und Vertragsbedingungen, die denen von Handyanbietern ähneln. DVB-C ist nicht überall verfügbar, digitaler Satellitenempfang hingegen auch in entlegenen ländlichen Gebieten. Er kann allerdings durch Gewitter und starken Schneefall gestört werden und erfordert natürlich die Installation einer Empfangsanlage. Einfache Komplettanlagen mit einzelnem Receiver gibt es ab etwa 80 Euro, zusätzliche Empfänger ab 30 Euro.

Tipp: Wer vom analogen Satellitenfern­sehen umsteigt, tauscht die Empfangsbox gegen ein digitales Modell. Gegebenenfalls muss noch die Satellitenantenne mit einem Universal-LNB nachgerüstet werden.

Heimkinoliebhaber mit Surroundanlage werden sich über die mehrkanalige Tonübertragung im Format Dolby Digital 5.1 freuen, die viele Filme und Sendungen über Digitalkabel und -Satellit bieten. Bei der Bildqualität hat das Satellitensignal die Nase vorn, da hier die digitale Datenrate etwas höher ist. Ein schärferes, detailreicheres Bild als Standardfernsehen liefern Sender, die in hoher Auflösung (High Definition, HD) ausstrahlen: Bislang sind über Satellit der Privatsender Anixe HD und das Kulturprogramm Arte HD frei empfangbar. Ab Februar 2010 kommen ARD und ZDF hinzu.

Von den deutschen Kabelbetreibern ist Kabel BW am kundenfreundlichsten aufge­stellt: Baden-württembergische Digitalka­belkun­den können 180 Kanäle frei empfangen, darunter 5 in HD. Auch die Einspeisung von ARD und ZDF in HD-Qualität ist bislang nur beim Anbieter Kabel BW sicher.

Tipp: Für den HD-Empfang ist neben einem HD-fähigen Fernseher auch ein HD-Digitalempfänger notwendig.

Kosmopoliten erhalten über Satellit das in­teressantere Angebot. Einige vor allem englisch- und französischsprachige Sender sowie kostenpflichtige Programmpakete gibt es zwar auch im Kabel. Über die Satellitenbetreiber Astra und Eutelsat steht jedoch das vielfältigere Angebot an Fremdsprachenprogrammen zur Verfügung – sowohl frei empfangbar als auch kostenpflichtig im Bezahlfernsehen, Pay-TV genannt.

Tipp: Auf den Internetseiten der Kabelnetz- und Satellitenbetreiber können Sie aktuelle Kanallisten abrufen.

Fußballfans, die Bundesliga-Spiele live sehen wollen, können sowohl über Satellit als auch im Kabel den Pay-TV-Anbieter Sky (früher Premiere) für 32,90 Euro monatlich abonnieren. HD kostet 10 Euro extra. Vor­aussetzung ist ein Sky-zertifizierter Receiver. Eine Alternative, die bislang aber nur in Ballungsgebieten zur Verfügung steht, ist der jüngste Zugangsweg über DSL- oder VDSL-Hochge­schwindigkeitsinternet: Bei T-Home Entertain kommt das Fernsehsignal über einen mitgelieferten „Media-Receiver“ auf den Bildschirm. Das Fußballpa­ket „Liga total!“ kann der Zuschauer gegen Aufpreis buchen. Der Gesamtpreis von 59,90 Euro enthält auch eine Internet- und Festnetzpauschale (Telefon), für HD-Qualität sind 15 Euro mehr zu zahlen.

Tipp: Weniger technikbegeisterte Fußballfans sollten statt des neuen internetbasierten Fernsehens (IPTV) den Zugang über Satellit oder Kabel wählen.

Netzfischer, die sich im Internet heimisch fühlen, können mit einem schnellen Internetzugang am Computerbildschirm Beiträge, Sendungen oder Fernsehprogramme sehen. Die Mediatheken von ARD und ZDF bieten beispielsweise einen Großteil des regulären Programms zum Abruf an, manche Inhalte sogar ein Jahr lang. Portale wie www.youtube.com und www.sevenload.de zeigen eher kurze Clips. Ruckler, Wartezeiten und eine oft nicht optimale Bildqualität muss der Nutzer aber in Kauf nehmen.

Tipp: Auf dem Web-TV-Portal zattoo.com können Sie sich nach kostenloser Registrierung das Liveprogramm vieler deutscher Fernseh­sender ansehen, livestation.com zeigt internationale Nachrichtenkanäle.

Campingurlauber haben die Wahl zwischen dem digitalen Antennenfernsehen DVB-T und dem digitalen Satellitenfern­sehen DVB-S. Terrestrisches Digitalfernsehen wird in vielen europäischen Ländern im selben Standard ausgestrahlt wie in Deutschland. Mit mobilen Sat-Anlagen ab etwa 100 Euro empfängt man in weiten Teilen Europas sogar deutsche Programme.

Tipp: Mini-LCD-Fernsehgeräte haben oft einen eingebauten DVB-T-Empfänger.

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