TV-Handy Schnelltest

Darauf haben Fußballfans noch gewartet: Debitel bietet ein Handy mit Fernsehfunktion an. Vier Programme können Debitel-Kunden empfangen: ZDF, N24, MTV und einen Comedy-Kanal von Sat1 und ProSieben. Bei der WM gibts also nur jedes zweite Spiel zu sehen. Zwischen 9,95 und 14,95 Euro monatlich kostet der Handy-Empfang. Der „Watcha“-Dienst ist zurzeit nur empfangbar in Berlin, Stuttgart, Köln, Frankfurt und München. Und es gibt momentan auch nur ein DMB-fähiges Handy: das Samsung SGH-P900. test.de hat sich das Mobiltelefon im Fernsehbetrieb angeschaut.

Bis zu 15 Euro monatlich

Wer in den Genuss des Handy-TVs kommen will, muss zunächst einen Vertrag bei Debitel abschließen. Bei 24 Monaten Vertragslaufzeit hat das Samsung SGH-P900 einen Preis von 199 Euro. Die Zusatzoption „Watcha, mobiles Fernsehen“ kostet monatlich zwischen 9,95 und 14,95 Euro. Daraus ergibt sich inklusive Handygrundgebühr ein Kompakttarif von mindestens 24,95 Euro. Die TV-Option macht nur Sinn für Zuschauer in Berlin, Stuttgart, Köln, Frankfurt und München, weil das momentan die einzigen Verbreitungsgebiete sind.

Vier Kanäle im Freien

Die Tester machten sich mit dem Zug auf den Weg von Berlin nach Frankfurt und zurück. Das Vergnügen war kurz. Lediglich in Berlin zeigte das Display Bilder der drei Programme von ZDF, N24, MTV und des Entertainment-Mix von Sat1/ProSieben. Auf dem Frankfurter Hauptbahnhof gab das Handy an, das Signal sei zu schwach. Dafür lieferte das Samsung-Gerät in Berlin im ICE, im Bahnhof, im Bus und in der Wohnung störungsfreie Bilder. Lediglich in den Redaktionsbüros von test.de - sie liegen in der ersten Etage des sechsstöckigen Stiftungsgebäudes - gibts Probleme mit dem Empfang. Im sechsten Stock bei den Kollegen von Finanztest ist der Empfang dagegen wieder prima. Ebenso im Freien: auf der Straße, auf der Wiese oder im Park. Schlechter Empfang äußert sich dadurch, dass das Bild einfriert oder es erscheint die Meldung: „Signal zu schwach“. Dann ist nur die Liste der Programme zu sehen.

Artefakte bei schnellen Bewegungen

Doch selbst bei störungsfreiem Empfang laufen die Bilder nicht immer reibungslos: Bei Kameraschwenks, Zooms und sich schnell bewegenden Objekten bilden sich Artefakte. Das bedeutet: Die Objekte sind während der Bewegung unscharf und pixelig. Bei Nachrichten, Videoclips oder Comedy nicht so dramatisch, bei Fußballspielen schon. Es ist eh schon schwierig auf dem kleinen Display die Spieler auseinanderzuhalten, da nerven Artefakte bei Torraumszenen umso mehr. Für diese Schwäche ist wohl weniger das Handy als vielmehr die Übertragungstechnik verantwortlich. Die Umsetzung des DMB-Standards muss in dieser Hinsicht noch verbessert werden.

Zweidreiviertel Stunden Dauerglotze

Die Auswahl eines Kanals geht schnell. Durch Drücken einer „TV“-Taste zeigt das Handy den zuletzt gewählten Kanal. Das dauert zwischen vier und acht Sekunden. Die „OK“-Taste verschafft einen Überblick über alle Kanäle. Auch Zappen von Kanal zu Kanal ist möglich und dauert bis zu acht Sekunden. Nach zirka zweidreiviertel Stunden Dauer-Fernsehen ist übrigens Schluss mit den laufenden Bildern. Auf dem Display erscheint eine Warnmeldung: „Nicht zulässig. Akku schwach.“ Die TV-Funktion ist blockiert. Für alle anderen Funktionen wie SMS, MMS oder Telefonieren reicht die Energie noch. Dennoch warnt das Samsung-Gerät weiter: „Akku schwach.“ Nach etwa einer Stunde ist der Akku dann vollständig entladen.

Durchschnittliche Sprachqualität

Der Hauptzweck eines Handys ist nicht der Einsatz als TV. Daher hat Stiftung Warentest auch die anderen Funktionen getestet. Die Sprachqualität des Samsung SGH-P900 überzeugt nicht voll. Beim Hören stören manchmal Geräusche. Das Sprechen wird hingegen vom Angerufenen gut verstanden. Die Fotoqualität der 2 Megapixel-Kamera in bestmöglicher Auflösung von 1 600 x 1 200 Pixel überzeugt nur bei Tageslicht. Aufnahmen in Räumen bei Neonlicht gelingen nur etwas unscharf. Bei noch dunklerer Umgebung wirken die Farben verfälscht, ein Gelb durchzieht das Bild.

Komfortable Bedienung

Das Samsung-Gerät zeigt ankommende Anrufe auf dem äußeren Display an. Sofern die Nummer gespeichert ist, unter dem entsprechenden Namen. Das Menü ist übersichtlich strukturiert, einzelne Funktionen können durch Nummern direkt angesteuert werden. Der SMS- und MMS-Versand klappt reibungslos und intuitiv. Gespeicherte Bilder können Samsung-Kunden per Memory Card, USB-Schnittstelle oder Bluetooth auf den Rechner schieben.

test-Kommentar: Viel Geld für wenig Kanäle
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