TUIfly cancelt Flüge Meldung

Weil sich Hunderte von Flug­begleitern krankgemeldet haben, stellt TUIfly den Flug­betrieb am heutigen Freitag voll­ständig ein. Betroffen sind insgesamt 108 Verbindungen. Ob und wie Entschädigungen gezahlt werden, ist noch unklar. test.de informiert über die aktuelle Lage und sagt, welche Rechte Flug­gäste in solchen Fällen haben.

Krankmeldungen legen Flug­linie lahm

Am Mitt­woch war offiziell bekannt geworden, dass TUIfly mit Teilen der Fluggesell­schaft Air Berlin zusammengelegt werden soll. Die Sorge der Mitarbeiter um ihre Jobs könnte ein möglicher Grund für die zahlreichen Krankmeldungen bei TUIfly sein. Große Teile des Kabinen­personals der zum TUI-Konzern gehörenden Flug­linie sind in den vergangenen Tagen nicht zur Arbeit erschienen und haben ihren Arbeit­geber so dazu gezwungen, fast alle 108 Flug­verbindungen für den heutigen Freitag zu streichen. Einige wenige Flüge werden von anderen Air­lines über­nommen.

Das unternimmt TUIfly

Über die aktuelle Lage und den Status der Flüge können sich betroffene Passagiere auf der Website von TUIfly oder unter der kostenfreien Service­hotline 0800 / 900 60 90 informieren. Um Reisende zurück nach Deutsch­land zu holen, organisiert TUIfly Ersatz­flüge über andere Air­lines. Urlaubern, die ihre Reise heute erst antreten, will der Reiseanbieter lediglich den Flugpreis erstatten. Entschädigungs- oder Schadens­ersatz­ansprüche weist TUIfly zurück, da es sich bei den Krankmeldungen um höhere Gewalt handele.

War die kurz­fristige Annullierung vermeid­bar?

Stefanie Winiarz, Vice President beim Flug­gast­helfer EUclaim Deutsch­land, sieht das anders: „Eine erkrankte Crew ist laut Urteil vom 6. April 2011 am Land­gericht Darm­stadt (Az. 7 S 122/10) kein außergewöhnlicher Umstand, sondern ein gewöhnliches Unternehmerrisiko. Air­lines müssen Krank­heits­wellen einkalkulieren.“ Was eine Krank­heits­welle ist, definierte das Gericht aber nicht. Unternehmen müssen auf Krankmeldungen im normalen Umfang vorbereitet sein und diese abfangen können. Massive Personal­ausfälle wie im Fall von TUIfly könnten diesen Rahmen aber über­steigen. Die kurz­fristige Annullierung der Flüge könnte somit unver­meid­bar gewesen sein.

Was betroffene Reisende jetzt tun können

Um dennoch eventuelle Ansprüche zu sichern, sollten Sie sich umge­hend mit der Flug­linie in Verbindung setzen – oder einer der Schlichtungs­stellen. An wen Sie sich wenden können und wie Sie Ansprüche geltend machen, erklärt unser Special Fluggastrechte: Der Weg zur Entschädigung. Grund­sätzlich gilt: Verspätet sich ein Flug um drei Stunden oder mehr oder wird er gänzlich gestrichen, steht Betroffenen eine finanzielle Entschädigung zwischen 250 und 600 Euro zu. Die genaue Höhe des Schaden­ersatz­anspruches richtet sich nach der Länge der Flug­strecke.

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