T-Home Schnelltest

Surfen, telefonieren und fernsehen: Noch schneller, noch bunter und alles aus einer Hand. Das ist T-Home, das neue Multimedia-Angebot der deutschen Telekom, alias T-Com. Zur WM sollte es starten. Das wurde nichts. Die T-Com verschob auf Herbst, die ersten Kunden mussten warten und auch zum Weihnachtsfest war T-Home noch nicht so recht zu Haus. Erst im Februar 2007 gelang es der Stiftung Warentest, einen Anschluss zu ergattern. Anonym versteht sich. test.de sagt, wie T-Home funktioniert, was alles noch nicht geht und wie viel es trotzdem schon kostet.

Die Technik von morgen

Ein schneller Internetzugang mit bis zu 50 Megabit pro Sekunde, Videos auf Bestellung, Fußball-Bundesliga, digitales Fernsehen, ein elektronischer Programmführer und natürlich Telefonieren pur: Triple Play heißt die Technik von morgen. Telefon-, Internet- und Fernsehanschluss aus einer Hand. In Hochgeschwindigkeit mit DSL oder – noch viel schneller – VDSL. Kabelnetzbetreiber und Telefongesellschaften bieten solche Pakete seit vergangenem Jahr an. Auch die Telekom mischt mit. Ihr Angebot heißt T-Home. Die Stiftung Warentest hats ausprobiert.

Drei Monate Wartezeit

Der Weg zum T-Home-Anschluss war steinig und lang. Im Oktober 2006 hatte der Testkunde seinen Anschluss bestellt. Nach 14 Tagen, kurz vor der geplanten Installation, teilte die Telekom mit, dass die neue Technik am Wohnort des Kunden doch noch nicht zur Verfügung stünde. Ein zweiter Testkunde sprang ein, auch der in Berlin. Neuer Auftrag. Wieder warten. Ohne Rückmeldung. Erst nach drei Monaten rückte ein Techniker der Telekom an und schaltete den T-Home Anschluss frei. Dazwischen: falsche Versprechen und geplatzte Termine. Ganz so einfach klappte auch das Freischalten nicht. Details dazu zeigt die Testchronik Ein langer Weg. Jetzt weiter im Text.

Alles über Telefondraht

Fernsehen, Internet, Telefon: Bei T-Home kommt das alles über die Telefonleitung ins Haus. Hinter die Telefondose kommt ein so genannter Splitter, der Daten und Sprachsignale voneinander trennt. Ein Media Receiver versorgt Fernseher und Videorekorder mit Videosignalen, ein VDSL-Modem hält Kontakt zum Internet und die Sprachsignale gehen zum Telefon. Voraussetzung: Der Kunde muss an das schnelle VDSL-Netz angeschlossen werden. VDSL gibt es derzeit in Berlin, Düsseldorf, Fürth, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, München, Nürnberg, Offenbach und Stuttgart. Nicht flächendeckend allerdings, sondern nur in ausgewählten Bezirken. Der T-Home-Verfügbarkeitsservice sagt, wo.

Drei Tarife zur Wahl

Die Telekom stellt für T-Home drei Tarife zur Wahl: Classic, Complete Basic und Complete Plus. Wer die schöne neue Medienwelt richtig nutzen will, braucht Complete Basic oder Complete Plus. Im Classic-Tarif gibt es kein Fernsehen, nur Video-On-Demand. Erst die Complete-Tarife beinhalten die schnellere VDSL-Technik mit Übertragungsraten bis zu 50 Megabit pro Sekunde. Ein solcher Datenzugang kostet allerdings allein schon 44,99 Euro pro Monat. Zusammen mit Telefon, Internet, Fernsehen und Video-on-Demand kommen schnell Monatsgebühren über 100 Euro zusammen. Merke: Die neue Medienwelt ist nicht billig.

Über 100 Euro im Monat

Die Tester wählten das Complete Plus-Paket mit Standardgeschwindigkeit: VDSL25. Das ist etwas billiger und reicht fürs erste. Preis pro Monat: 34,99 Euro. Dazu der billigste Telefonanschluss für 16,37 Euro, die Monatgebühr für T-Home 39,90 Euro, das Premiere Bundesligapaket für 9,99 Euro und eine Telefonflatrate für 9,95 Euro. Macht summa summarum stolze 111,20 Euro im Monat. Mit etwa 90 Fernsehprogrammen, aber noch ohne Video-on-Demand. Inzwischen hat T-Home die Monatsgebühr um zehn Euro reduziert, auf 29,95 Euro für Complete Plus. Dieser Preis gilt bis zum 6. Mai 2007. Macht für die beschriebene Leistung summa summarum „nur“ noch 101,25 Euro im Monat.

Beste Qualität mit Röhre

Angesichts dieser Preise enttäuscht die Technik jedoch. Der T-Home-Anschluss ist zwar superschnell, doch vieles funktioniert noch nicht. Beispiel: Fernsehen. Die Bilder sind gut, aber nicht brillant. Die Übertragung des Fernsehsignals an moderne Plasma- und LCD-Fernseher bereitet noch Probleme. T-Home sucht nach einer Lösung, nennt aber noch keinen Termin. Die beste Bildqualität gibt es derzeit mit Röhrengeräten. Kurios, dass ausgerechnet die Technik von gestern aushelfen muss. Bei Video-on-Demand funktioniert die digitale Übertragung bereits. T-Home zeigt Videos in Spitzenqualität. Allerdings ohne Dolby Surround: Der digitale Audioausgang liefert nur ein Stereosignal. T-Home arbeitet an einer Lösung. Spätestens ab Sommer 2007 soll es auch Kinosound geben, in Dolby Surround.

Nur ein Fernseher möglich

Die nächste Enttäuschung folgt sogleich: T-Home funktioniert derzeit nur mit einem Fernsehgerät. Ein zweiter Anschluss ist zwar vorhanden, aber noch nicht aktiviert. Anders ausgedrückt: Der Fernseher im Wohnzimmer bleibt stumm, wenn das Programm gerade im Kinderzimmer läuft. Das ist nicht wirklich multimedial. Einen Aktivierungstermin für den zweiten TV-Anschluss nennt T-Home nicht. Auch der DVB-T-Empfänger im Media Receiver funktioniert derzeit noch nicht. T-Home will ihn im zweiten Halbjahr 2007 freischalten. Dann können die Kunden auch digitales Fernsehen via Antenne empfangen. Zusätzlich zu den Programmen über den Telefondraht.

Schnittstellen ohne Funktion

Neben dem DVB-T-Empfänger befinden sich auch die Schnittstellen des Media Receivers noch im Dornröschenschlaf. Die Box hat zwar USB-Anschlüsse, doch die funktionieren noch nicht. Das schränkt die Anwendungsmöglichkeiten ein. Etwa, wenn der integrierte Videorekorder die Festplatte der Mediabox vollgeschrieben hat. Über den USB könnte der Anwender seine Aufnahmen auf eine externe Festplatte überspielen. Geht aber nicht, weil der USB deaktiviert ist. Folge: nach etwa 15 Stunden in HD-Qualität oder 45 Stunden in normaler Fernsehqualität müssen Aufnahmen gelöscht werden, um neuen Platz zu schaffen. Den Anschluss eines separaten Video- oder DVD-Rekorders quittiert der Media Receiver mit einer kompletten Sperre. Er sendet kein Bild.

Kinderschutz gut, Update nervt

Positiv widerum: Das T-Home-System zum Kinderschutz. Es sperrt Programme und Filme, die erst ab 18 freigegeben sind. Der Kunde muss sich durch einen PIN-Code identifizieren. Den gibt es nur gegen Altersnachweis im T-Punkt oder im Postident-Verfahren (Vorlage des Personalausweises bei der Post). Mit der PIN-Nummer können Eltern den Kinderschutzfilter auch individuell konfigurieren. Eine gute Idee. Schlecht gelöst ist dagegen das Update der Mediabox. Das Hinzubuchen neuer Funktionen dauert etwa 20 Minuten. Beispiel: Premiere Fußball. Wer erstmalig Bundesliga gucken will, muss warten, bis die Mediabox die neue Software geladen hat. Während dieser Zeit kann T-Home nicht genutzt werden.
Fazit: Das ist Technik von vorgestern. Beim Update muss T-Home dringend nachbessern, wenn die schöne neue Medienwelt auch morgen noch funktionieren soll.

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