Mit einer großen PR-Kampagne wandte sich die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) an klagewillige T-Aktionäre. Sie empfahl die Einleitung eines Güteverfahrens bei der Öffentlichen Rechtsauskunft- und Vergleichsstelle in Hamburg (ÖRA). Durch diesen Schachzug verlängert sich die Verjährungsfrist für eine Klage gegen die Telekom. Die Frist für Aktionäre der dritten T-Aktien-Tranche läuft am 26. Mai 2003 aus.

Die T-Aktionäre gewännen mit einem Güteverfahren Zeit, um abzuwarten, ob die Staatsanwaltschaft Bonn bei ihren Ermittlungen – unter anderem wegen der Bewertung des Immobilienbesitzes – zu Ergebnissen kommt. Doch ob diese Strategie aufgeht, ist fraglich: Bei einem Güteverfahren müssen beide Parteien in das Verfahren einwilligen. Die Telekom ist jedoch der Meinung, dass der Prospekt zur dritten Tranche richtig war. Sie wird also kaum zustimmen, sodass ein langes Verfahren unwahrscheinlich ist. Kommt das Güteverfahren nicht zustande, verlängert sich die Verjährungsfrist ab dem Zeitpunkt, an dem das Scheitern festgestellt wurde, um sechs Monate. Das wird aber kaum ausreichen. „Die Ermittlungen werden sicherlich noch das ganze Jahr dauern. Es müssen noch weitere Unterlagen ausgewertet und Zeugen gehört werden“, sagt Fred Apostel, Sprecher der Staatsanwaltschaft Bonn.

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