Systemkamera von Nikon Schnelltest

Die Nikon 1 AW1 zum Preis von 750 Euro ist der Geländewagen unter den Systemkameras: Sie hält auch widrigen Bedingungen stand und eignet sich für Abenteurer. Im Test über­stand sie einen 15-minütigen Aufenthalt in einer simulierten Wasser­tiefe von 15 Metern, ohne dass Wasser in das Gerät eintrat. Damit ist sie die erste wasser­dichte Systemkamera mit Wechsel­objektiv. Auch drei Stürze auf Beton aus einem Meter Höhe bewirkten nur ein paar Kratzer und Dellen am Gehäuse.

Video: Die Kamera im Härtetest

Schon Hinschauen tut weh: Produkte müssen einiges aushalten im Härtetest – etwa die Nikon 1 AW 1. Sie hat die Prüfung über­lebt. Wir haben die Kamera im Test mit der Kamera begleitet.

Schwächen ausgerechnet in der Kern­funk­tion

Das Manko der „Unkaputt­baren“ von Nikon: Trotz ihres recht hohen Preises von 750 Euro gelingt ihr nur eine durch­schnitt­liche Bild­qualität. Helligkeits­verteilung und Verwack­lungs­schutz sind zwar hervorragend, doch mit Gegen­licht oder schwach beleuchteten Situationen kann sie nicht gut umgehen. Außerdem biegen sich in den Bildern mitunter sprichwörtlich die Balken – weitwink­lige Aufnahmen sind von recht starken tonnenförmigen Verzeichnungen geprägt.

Der Produktfinder Digitalkameras zeigt Alternativen: Test­ergeb­nisse, Produkt­kommentare, Ausstattungs­details, Fotos und aktuelle Preise von mehr als 1 300 Digitalkameras.

Berg­panorama ja, Berg­blütenblätter eher nicht

Mit dem mitgelieferten Objektiv 1 Nikkor AW 11–27,5mm ist der Zoom­bereich der Nikon 1 AW1 recht klein (2,4-fach). Auch Makro- und Tele-Bereich sind begrenzt: Mit dem Stan­dard­objektiv ist die Kamera also kaum für Details wie einzelne Blumenblätter oder weit entfernte Gipfel­kreuze geeignet. Für einen Aufpreis von etwa 300 Euro gibt es ein zweites wasser­dichtes Objektiv: Das 1 Nikkor AW 10 mm hat eine kleinere Brenn­weite, ist licht­stärker und weitwink­liger als das AW 11–27,5mm, allerdings kann es nicht zoomen. Neben dem AW 10 mm passen auch alle anderen Objektive der Serie 1 Nikkor auf die Kamera. Diese sind jedoch nicht wasser­dicht – zudem ist kein starkes Tele-Objektiv darunter.

Den Galopp der Gämse für immer fest­halten

Punkten kann die Nikon 1 AW1 bei schnellen Motiven wie etwa rennenden Tieren, da sie extrem kurze Verschluss­zeiten ermöglicht (1/16 000 Sekunde) und über einen schnell reagierenden Auto­fokus verfügt. Das Scharf­stellen kann auch manuell vom Nutzer über­nommen werden. Der integrierte Blitz über­zeugt ebenfalls – allerdings hat die Kamera keinen Blitz­schuh für einen Aufsteck­blitz.

Bilder einrichten nur über den Monitor

Einen Sucher besitzt die Nikon auch nicht, der Monitor mit einer Bild­schirm­diagonale von rund 7,5 Zenti­metern und einer Auflösung von 921 000 Pixeln funk­tioniert jedoch gut. Berührungs­empfindlich ist der Monitor nicht, alle Befehle werden also über die Tasten und Knöpfe der Kamera einge­geben.

Super­zeitlupen nicht in super Bild­qualität

Für Video­aufnahmen bietet das Gerät eine Full-HD-Auflösung (1 920 x 1 080 Pixel) und eine hohe Daten­rate von maximal 24 Megabit pro Sekunde. Im Zeitlupenmodus schafft die Nikon bis zu 1 200 Bilder pro Sekunde – allerdings können jeweils nur kurze Clips von drei Sekunden aufgezeichnet werden. Zudem ist die Bild­qualität dieser Aufnahmen recht gering: Bei 1 200 Bildern pro Sekunde arbeitet die Kamera mit einer Daten­rate von 1 Megabit pro Sekunde und einer Auflösung von 320 x 120 Pixel, bei 400 Bildern pro Sekunde sind es 2 Megabit pro Sekunde und 640 x 240 Pixel. Der Ton bei Video­aufnahmen ist von durch­schnitt­licher Qualität. Ein Anschluss für externe Mikrofone ist nicht vorhanden.

Schnell - außer bei Einzel­bildern

Die Hand­habung der Nikon ist einfach, das Gerät arbeitet schnell beim Einschalten, Auslösen und bei der Daten­ver­arbeitung. Lediglich beim Aufnehmen mehrerer Einzel­bilder nach­einander zeigt die Nikon Schwächen – erst 2,5 Sekunden nach dem letzten Foto kann das nächste geschossen werden.

Mit GPS und Kompass quer­feld­ein

Die Ausstattung der Kamera passt zu einem Gerät für Outdoor-Fans. Die Nikon verfügt über einen GPS-Empfänger, einen elektronischen Kompass sowie einen Höhen- und Tiefen­messer. Die Nikon 1 AW1 ist in drei Farben erhältlich: Schwarz, Weiß und Silber.

Fazit: Material rau, Fotos mau

Die Nikon 1 AW1 ist die erste wasser­dichte Systemkamera mit Wechsel­objektiv. Dank ihrer Robustheit ist sie ideal für Outdoor-Fans wie Berg­steiger und Taucher. Dafür muss der Besitzer allerdings Abstriche bei der Bild­qualität machen – hier erreicht die Nikon nur ein mittel­mäßiges Niveau.

Über 1 300 Alternativen

Der Produktfinder Digitalkameras zeigt Alternativen: Die Daten­bank enthält Test­ergeb­nisse, Produkt­kommentare, Ausstattungs­details, Fotos und aktuelle Preise von mehr als 1 300 Digitalkameras. Das Angebot reicht von der kleinen Kompakten bis zur edlen Systemkamera mit Wechsel­objektiven. Unser Leitfaden und viele individuelle Filter­möglich­keiten führen Sie schnell zur passenden Kamera. Egal ob groß oder klein, ob billig oder teuer.

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