Systemcamcorder Sony NEX-VG10E Kreative Fummelei

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Der NEX-VG10E von Sony soll auch Hobbyfilmern kreative Szenen ermöglichen. Ein großer Bildsensor und Wechselobjektive eröffnen diese Möglichkeiten tatsächlich. Die Handhabung enttäuscht dagegen.

Inhalt

Kreatives Filmen

Ein Weitwinkel­objektiv fängt in der Totalen eine verschneite Seen­land­schaft ein. Schnitt in die Halb­totale mit Tele­objektiv: Der Fokus liegt auf dem Schilf. Lang­sam wandert er in den noch unscharfen Hintergrund, bis ein Eisangler zum Vorschein kommt, der vor seinem Eisloch hockt. Camcordernutzer konnten so kreative Kamera­einsätze bislang nur neidvoll im Kino oder Fernsehen bestaunen. Ein neuer Sony-Camcorder soll sie nun auch ihnen möglich machen.

Camcorder mit System

Der NEX-VG10E reiht sich in dasselbe System ein wie Sonys NEX-Fotokameras (siehe Produktfinder Digitalkameras). Gegen­über klassischen Camcordern bietet er zwei Vorteile: Der größere Bild­sensor ermöglicht ein kreatives Spiel mit der Schärfentiefe. Und der Objektiv­anschluss mit Sonys E-Bajonett bietet eine attraktive Auswahl an Wechsel­objektiven. Die eröffnen besonders im Weitwinkel­bereich Blick­winkel, wie sie mit klassischen Camcordern kaum zu erzielen sind.

Mit Kamera nur 29 Minuten und 59 Sekunden

Nun haben Hobby­filmer solche Möglich­keiten bereits, wenn sie statt eines Camcorders die Video­funk­tion moderner Systemkameras nutzen. Doch die können maximal 29 Minuten und 59 Sekunden am Stück aufnehmen (Leserfrage zur Beschränkung der Aufnahmedauer aus test 02/2011). Auch der elektronische Sucher mit großer, brillen­trägerfreundlicher Augen­muschel spricht für den NEX-Camcorder. Und die Tonqualität seines Stereo­mikrofons ist ausgezeichnet.

2 000 Euro für das Set

Die Bild­qualität allein würde die Ausgabe von rund 2 000 Euro für das Set mit dem 18–200mm-Zoom­objektiv aber kaum recht­fertigen. Die Bilder sind zwar wirk­lich gut und bei wenig Licht auch besser als die kompakter Camcorder. Aber besser als die von besseren Systemkameras sind sie nicht. Die für Videos empfehlens­werte Systemkamera Sony NEX-5K aus unserem letzten Kameratest aus test 01/2011 kostet etwa 590 Euro.

Hand­habung enttäuscht

Enttäuschend ist die Hand­habung: So lassen sich wichtige Einstel­lungen nur über fummelige Tasten und Rädchen ändern, die zudem bei zugeklapptem Display verdeckt sind. Und beim manuellen Fokussieren fehlt die hilf­reiche Software­lupe, wie sie Sonys NEX-Fotokameras selbst­verständlich bieten. Insgesamt wirkt das Bedien­konzept nicht ganz durch­dacht.

test-Kommentar

Große Schärfentiefe und Auswahl an Objektiven bieten viele kreative Möglich­keiten, doch die Hand­habung könnte bequemer sein.

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Profilbild Stiftung_Warentest am 23.02.2011 um 12:35 Uhr
Korrektur

Vielen Dank für Ihren Hinweis! Im Schnelltest des System-Camcorders Sony NEXVG10E haben wir in test 2/2011 irrtümlich geschrieben, das Gerät habe keine Histogrammfunktion zur Unterstützung beim richtigen Belichten. Richtig ist: Während der Aufnahme steht die Histogramm-Ansicht durchaus zur Verfügung, nur nicht während der Wiedergabe.

Gelöschter Nutzer am 15.02.2011 um 02:02 Uhr
NEX-VG10 hat eine Histogrammfunktion

Wenn die Schnelltesterin/derSchnelltester etwas weniger Zeit damit verbracht hätte, den lächerlichen Titel auszubrüten und stattdessen mal in's Handbuch des VG10 geschaut hätte, wäre sie/er über S. 14 gestolpert. Darin ist beschrieben, wie das Histogramm eingeblendet werden kann. Auf S. 15 wird (extra für Warentest) der Sinn des Histogramms beschrieben......
Ich hasse derartige Schlampereien in "Testberichten".

Gelöschter Nutzer am 15.02.2011 um 00:20 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.