Swiffer & Co. Test

Das klassische Staubtuch ist passee. Viel besser entstauben neuartige Wedel und Tücher aus Spezialfasern. Doch nicht alle „Staubfresser“ halten, was sie versprechen.

Staubwischen ist die reinste Sisyphusarbeit: Kaum sind Schrank, Tisch und Regal von dicken Staubschichten befreit, schweben daneben wieder jede Menge feiner Teilchen sanft hernieder. Die Freude am blitzblanken Zuhause ist ein kurzlebiges Vergnügen. Über Staub hinwegzusehen, ist auf Dauer kein bequemer Ausweg. Erst recht nicht, wenn im Haushalt Menschen leben, die allergisch auf Hausstaub reagieren.

Spezielle Wedel und Tücher versprechen Erleichterung und Erfolg im täglichen Kampf gegen die Wollmäuse. Zuerst hat Procter & Gamble viel Staub aufgewirbelt mit der Werbung für seinen Swiffer-Staubmagneten. Andere Anbieter haben inzwischen nachgezogen, locken auch mit verheißungsvollen Produkten wie „Staubwunder“, „StaubXpress“ oder „Staubfang-Profi“. Das spricht viele Käufer an, die den Hausputz fix und ohne großes Tamtam hinter sich bringen wollen. Gerade in jungen Haushalten wird immer häufiger „ge­swiffert“. Das ist das schnelle Saubermachen mit modernen Putzutensilien, die nach Gebrauch in den Müll wandern – typisch Wegwerfgesellschaft.

Das neue Putzgefühl machen Spezialfasern möglich. Das sind sehr feine, extrem aufnahmefähige synthetische Fasern, manchmal zusätzlich mit Öl oder Wachs imprägniert und elektrostatisch wirkend. Durch Reibung auf den zu putzenden Oberflächen „laden“ sie sich so auf, dass der Staub daran regelrecht kleben bleibt.

Was die modernen Staubentferner tatsächlich leisten, sollten sechs Wedel und vier Tücher für trockenes Wischen beweisen. Ein klassischer Staubwedel aus Synthetik, ein Mikrofasertuch und ein Staubtuch aus Stoff – zum Vergleich mitgetestet – machten die Putzkolonne komplett.

Drei Monate lang putzten wir damit „Staubfänger“ aller Art ab – den glatten Holztisch neben Teilen mit Riefen, Schlitzen, Ecken und Kanten, zum Beispiel einen Bilderrahmen, eine Computertastatur, eine geriffelte Platte und einen Fernseher. Jeder Staubentferner kam dabei 100-Mal zum Einsatz. Stets waren die Möbel sorgsam mit der gleichen Menge Prüfstaub bedeckt und stets wurden sie immer mit den gleichen Handbewegungen und dem gleichen Wischdruck abgestaubt. Hart, aber notwendig, um für alle Produkte vergleichbare Bedingungen zu schaffen. Der verstreute Staub entsprach dem typischen Hausstaub, die Menge simulierte eine relativ starke Verschmutzung, wie sie in einem wenig pingeligen Haushalt üblicherweise vorkommt.

Spontex Sprint putzt am besten

Die Tücher zeigten sich im Putztest erstaunlich fit. Alle vier (Spontex, Schlecker/AS, Vileda AttrActive und dm/Profissimo) können „gut“ Staub wischen, besser als die Klassiker und auch besser als mancher Spezialfaserwedel. Gierig sind die Tücher vor allem auf glatten Flächen. Hier nehmen sie im Neuzustand weit mehr als 90 Prozent des verteilten Staubs auf. Spontex Sprint und Schlecker/AS schaffen sogar um die 97 Prozent, nach mehrmaliger Benutzung immer noch rund 94 Prozent.

Mithalten kann hier das Mikrofasertuch. Es sammelt auch sehr viel auf und hält die feinen Partikel ebenso gut fest wie die Wegwerftücher. Wenn man aber intensiv um Ecken, über Rillen und Riefen wischt, sind die neuen Tücher „anziehender“ und dadurch aufnahmefähiger. Völlig ungeeignet für strukturierte Oberflächen ist das Stofftuch. Das lässt an schwierigen Stellen zwei Drittel des Staubs liegen. Und das Wenige, was es aufnimmt, fällt größtenteils wieder heraus und kann sich andernorts niederlassen.

Nachteil der Tücher: Staubwischen dauert länger als mit den Spezialwedeln, vor allem dann, wenn sie recht klein sind. Bei Vileda AttrActive und dm/Profissimo hat der Benutzer das Gefühl, nichts Richtiges im Griff zu haben. Wer das Tuch ein wenig zusammenknüllt, fährt am Rand schon mit der bloßen Hand über die Flächen.

Swiffer Anti-Allergen hat Vorteile

Mit den Staubwedeln passiert das nicht. Die sitzen oben am Stiel und mit ihnen lässt sich auch leicht die hinterste Ecke im Regal erreichen. Vorausgesetzt, sie fallen nicht vorher ab. Bei den Wischern von Rossmann und Flinka ist das oft der Fall. Schlimmer noch: Sie putzen schlecht und nehmen auf glatten Flächen weniger auf als ein Stofftuch. Noch mieser ist hier nur der klas­sische Synthetikwedel. Vom „Staubwunder“ (Rossmann) oder „Staubfang-Profi“ (Flinka) keine Spur.

Diese Auszeichnung hat sich schon eher der Swiffer-Staubmagnet Anti-Allergen verdient. Beim Entfernen von Staub kaum schlechter als das Spontex-Tuch, punktet er besonders im praktischen Gebrauch. Schnell zur Hand und einfach auf den Griff gezogen, fegt er hurtig über Tastaturen, Bücher, Pflanzen, Nippes und ähnliche Staubfallen, ohne dass die Finger schmutzig werden. Das schaffen auch der normale Swiffer-Staubmagnet und der Pronto StaubXpress. So bequem wischt es sich mit einem Tuch nicht.

Doch die Wedel sind viel teurer. Ein Aufsatz aus der Ersatzpackung kostet zwischen 40 Cent und einem Euro, die beiden besten von Swiffer 93 beziehungsweise 65 Cent. Für die Tücher sind nur zwischen 9 und 18 Cent zu zahlen. Am meisten Staub nehmen neue Wedel und Tücher auf. Sie können aber mehrmals benutzt werden, bis sie sozusagen satt sind. Dann gehören sie in den Hausmüll. Waschen, um sie wieder zu verwenden, nützt nichts: Sie verlieren dabei ihre „Anziehungskraft“.

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