Ein Anleger, der sich bei „Südwestrenta plus“ der Südwest Finanzvermittlung AG als atypisch stiller Gesellschafter beteiligt hatte, kann vorzeitig aus der Geldanlage aussteigen. Mit Rücksicht auf die finanziellen Verhältnisse des Anlegers werde das Geschäft rückgängig gemacht, teilt Südwest jetzt mit. Der Anleger bekomme sein Geld zurück, er müsse lediglich einen Teil der Prozesskosten tragen. Das sei das Ergebnis eines Vergleichs, den die Gesellschaft und der Anleger geschlossen hätten.

Die Beteiligung „Südwestrenta plus“ war, wie Finanztest berichtete, im vergangenen Jahr vom Oberlandesgericht Schleswig in zweiter Instanz als sittenwidrig eingestuft worden (Az. 5 U 78/01). Die Risiken des Anlegers seien deutlich höher als seine Gewinnchancen, urteilten die Richter. Südwest war anderer Ansicht und hatte gegen die Entscheidung Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) eingelegt.

Zu einem abschließenden Urteil kam es wegen der von den beiden Parteien vereinbarten Klagerücknahme allerdings nicht mehr. Der BGH hat lediglich festgestellt, dass die Urteile der beiden Vorgerichte – des Landgerichts Lübeck und des Oberlandesgerichts Schleswig – wirkungslos sind.

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