Sturm­schäden Meldung

Wenn der Grundstücks­besitzer seine Bäume regel­mäßig prüft, haftet er nicht für Schäden durch herab­fallende Äste. test.de erklärt, welche Verkehrs­sicherungs­pflichten Eigentümer rund um den Baum kennen und beachten sollten.

Geschädigter in Beweisnot

Kippt zwei Tage nach einem Sturm ein Baum aufs Auto, muss der Pkw-Besitzer beweisen, dass der Baum morsch war und der Grund­stücks­eigentümer ihn hätte beseitigen müssen. Sonst erhält er von ihm keinen Schaden­ersatz. Dieser Gerichts­entscheidung lag folgender Fall zugrunde: Eine Münchnerin hatte ihren Wagen in der Nähe eines Baumes abge­stellt. Als sie zurück kam, war er aufs Auto gestürzt. Die Reparatur musste der Baum­besitzer nicht zahlen. Der Baum habe keine erkenn­baren Schäden gehabt, meinte das Amts­gericht München. Dass die Wurzeln schon seit langer Zeit die Gehwegplatten anhoben und der Stamm schief stand, seien keine Indizien. Das gebe es auch bei gesunden Bäumen (Az. 233 C 16357/14).

Tipp: Wohnungs- und Haus­eigentümer sollten sich gegen die Kostenrisiken versichern für den Fall, dass von Ihrem Eigentum Gefahren ausgehen zum Test von Haftpflichtversicherungen. Alle wichtigen Informationen rund um Sturm­schäden finden Sie im großen Special Sturm und Starkregen.

Bäume zweimal im Jahr prüfen

Wenn Äste aufs Auto fallen, muss der Grund­stücks­eigentümer nur Schaden­ersatz leisten, wenn ihn eine Schuld trifft. Er muss seine „Verkehrs­sicherungs­pflicht“ verletzt haben. Das trifft zu, wenn er die Bäume nicht regel­mäßig kontrolliert. Es reicht aber eine Sicht­kontrolle zweimal jähr­lich: einmal in belaubtem und einmal in nicht belaubtem Zustand, urteilte das Saarlän­dische Ober­landes­gericht (Az. 4 U 64/14). Einen Fachmann muss der Eigentümer nicht holen. Auch Laien können Schäden wie abge­storbene Äste, braune oder vertrock­nete Blätter, Verletzungen der Rinde oder sicht­baren Pilzbefall erkennen. Selbst für eine 200 Jahre alte Eiche gilt nichts anderes, entschied das Ober­landes­gericht Düssel­dorf. Die Sicht­kontrolle genügt auch für ältere Bäume. Es gebe keinen Grund­satz, dass die Gefahr bei ihnen schwerer zu erkennen sei (Az. I-9 U 38/13). Doch sobald etwas verdächtig erscheint, wie abge­storbenes Laub oder ein durch Sturm geschädigter Stamm, muss der Besitzer den Baum einge­hend unter­suchen (Ober­landes­gericht Hamm, Az. 9 U 144/02) – am besten durch einen Sach­verständigen.

Kasko­versicherung des Geschädigten hilft eventuell

Trifft den Baum­besitzer keine Schuld, bleiben Auto­fahrer auf ihrem Schaden sitzen. Ein natürlicher Astabbruch, für den es keine besonderen Anzeichen gab, gehört zum natur­gebundenen allgemeinen Lebens­risiko. Da hilft allenfalls die Kasko­versicherung. Die Teilkasko in der Auto­versicherung zahlt bei Sturm­schäden jedoch erst ab Wind­stärke acht.

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